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Doppelt hält besser: TuS-Kapitän Christoph Herberth (li.) schoss in dieser Szene den 1:1-Ausgleich gegen Kempten und erzielte acht Minuten vor dem Ende per Kopfball auch den umjubelten 3:2-Siegtreffer für die Geretsrieder.

Landesliga Südwest

TuS: „Haben immer daran geglaubt, dass hier was geht“

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Willensstarke Geretsrieder Fußballer machen gegen Kempten einen zweimaligen Rückstand wett und gewinnen in der Schlussphase mit 3:2. 

Geretsried – Zwei Rückstände aufgeholt und am Ende die Partie gedreht – nach dem 3:2 (1:2)-Erfolg am Samstagnachmittag gegen den FC Kempten war die Freude groß bei den Landesliga-Fußballern des TuS Geretsried. Martin Grelics jedoch hatte sich im Jubel den Blick für die Realität bewahrt. „Ich glaube, wir dürften uns nicht beschweren, wenn das Spiel in eine ganz andere Richtung läuft“, sagte der TuS-Trainer und spielte damit vor allem auf eine Szene in der zehnten Minute an. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste bereits mit 1:0. Nach einem weiten Einwurf landete der verlängerte Ball bei Thomas Rathgeber, und Kai Fritz hatte zum ersten Mal das Nachsehen (7.). Wenig später lagen die Gäste vermeintlich mit 2:0 vorn. Doch Schiedsrichter Pantelis Gitopoulos gab den Treffer nicht: Er hatte ein Handspiel eines Kempteners gesehen.

Die ohne eine Reihe von Stammspielern angetretenen Geretsrieder fanden nur schwer in die Partie, obwohl ihnen bereits in der 13. Minute der Ausgleich gelang: Christoph Herberth hatte Srdan Ivkovic bedient, war jedoch durchgelaufen und steckte den von Ivkovic wieder in den Lauf gespielten Ball ins lange Eck. „Das war eine riesen Willensleistung“, kommentierte Grelics das 1:1 durch seinen Kapitän. Nach einer halben Stunde lagen jedoch die Gäste wieder vorn. Ex-Profi Rathgeber war im Zweikampf mit Mario Walker zu Fall gekommen. „Den hat er gewollt, das hat er clever gemacht“, sagte Grelics zum Zustandekommen des Elfmeters, den der Gefoulte selbst zum 2:1 für Kempten verwandelte.

„Wir hatten trotzdem in der Kabine gute Stimmung“, gab der TuS-Coach Einblick in die Halbzeitpause. „Wir haben nie aufgehört, dran zu glauben, dass hier was geht.“ Und das umso mehr, als zehn Minuten nach Wiederbeginn der Ausgleich fiel. Ivkovic nahm nach einem Zuspiel in die Spitze Fahrt auf und trat den Ball aus 14 Metern abgebrüht flach ins rechte Eck. Wenig später schloss Jean Monty Mendama eine schöne Kombination über Ludwig Buchmair und Johannes Bahnmüller mit einem feinen Schlenzer ab, der jedoch am Pfosten landete. Der eingewechselte Plator Doqaj kam nach einem perfekten Zuspiel von Ivkovic einen Schritt zu spät gegen FC-Torhüter Elias Bodenmüller. Der Kemptener Spielfluss aus dem ersten Durchgang war inzwischen dahin – Torchancen für die Gäste resultierten nur noch aus Standards, so bei einem Freistoß von FC-Kapitän Simon Kolb (65.), der Kai Fritz jedoch kein Problem bereitete. „Sie haben in der zweiten Halbzeit viel zu viele Fehler gemacht und uns zum Umschaltspiel eingeladen“, sagt Grelics. Daraus resultierten einige Eckbälle, wie jener in der 82. Minute: Buchmair trat den Ball von der linken Seite vors Tor, Ivkovic verlängert auf Herberth, der mit wuchtigem Kopfstoß den 3:2-Siegtreffer erzielte. „Wir haben uns zwei Mal nach Rückstand zurückgekämpft“ freute sich Martin Grelics. „Die Mannschaft hat eine riesen Moral gezeigt, viel besser als vergangenen Woche in Bad Heilbrunn. Deshalb ist der Sieg insgesamt verdient.“

TuS Geretsried –
FC Kempten 3:2 (1:2)

Tore: 0:1 (7.) Rathgeber, 1:1 (13. Herberth),1:2 (30./FE) Rathgeber, 2:2 (55.) Ivkovic, 3:2 (82.) Herberth. – Schiedsrichter: Pantelis Gitopoulos (FC Bayern München). – Gelb-rot: Jörg (90.+3, Kempten). – Zuschauer: 120.

TuS: Fritz – L. Kellner, Bahnmüller, Buchmair, Topic, Fister, Herberth, Ivkovic, Ramaj (45. Doqaj), Mendama (88. Reitel).

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