BFV-Präsident und DFB-Vizepräsident Rainer Koch gab die Änderung bekannt.
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BFV-Präsident und DFB-Vizepräsident Rainer Koch gab die Änderung bekannt.

Fußball-Umfrage

BFV erwägt Ausfall der Saison 2020/21 - So uneinig sind sich die Trainer aus dem Würmtal

  • vonTobias Empl
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  • Michael Grözinger
    Michael Grözinger
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DFB und BFV haben die Möglichkeit geschaffen, die aktuelle Fußball-Saison zu verlängern und die kommende ausfallen zu lassen. Die Trainer im Würmtal sind dahingehend uneinig.

Würmtal – Der Deutsche Fußball-Bund hat die Grundlage dafür geschaffen, dass die Amateurligen ihre Saisons trotz Corona-Krise auf jeden Fall beenden können – sofern der entsprechende Landesverband das möchte. Erstmals in der Geschichte kann die Fußballspielzeit von der 3. Liga bis in die untersten Klassen über den 30. Juni hinaus verlängert werden.

Falls kein Saisonabbruch gewollt sei, könne „das Spieljahr 2020/21 zu einem späteren Zeitpunkt beginnen oder notfalls sogar ganz oder teilweise entfallen“, teilt DFB-Vizepräsident Rainer Koch mit, zugleich Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV).

Fußball-Saison kann immer noch abgebrochen werden

Das bedeutet allerdings nicht, dass die derzeit unterbrochene Saison 2019/20 definitiv fortgesetzt wird. Ein vorzeitiger Abbruch gestaltet sich für die Verbände jedoch äußerst schwierig, da in den DFB-Statuten für diesen Fall keine Regelung zu finden ist. Daher droht den Fußballverbänden dann eine Klagewelle – etwa von Sponsoren, die ihre Gelder zurückverlangen. Koch sieht einen vorzeitigen Saisonabbruch entsprechend weiterhin als „allerletzte Option“.

Die Fußballtrainer aus dem Würmtal nehmen die neuesten Entwicklungen noch gelassen zur Kenntnis. Der Münchner Merkur sprach mit sieben Trainern:

Das sagt der TSV Neuried zur Idee des BFV

Davide Taurino, TSV Neuried

Davide Taurino, Sportlicher Leiter und Jugendtrainer beim TSV Neuried, ist grundsätzlich dafür, die Saison zu Ende zu spielen und die nächste ein bisschen später zu beginnen. „Wenn die Fallzahlen wieder sinken, könnte vielleicht ab Ende Mai wieder gespielt werden. Dann sollten die Mannschaften, für die es noch um etwas geht, Play-off und Play-down spielen. Die Teams im Niemandsland müssten nicht mehr spielen. Aber ich halte überhaupt nichts davon, die nächste Saison ausfallen zu lassen.“

Maximilian Reid, TSV Neuried

Der Trainer der ersten Herren in der Bezirksliga, Maximilian Reid, würde ebenfalls gerne weiterspielen („so bald wie möglich“), hält das aber für unwahrscheinlich und nennt einen anderen Ansatz: „Der Verband hat sich damit etwas Luft verschafft, aber mehr auch nicht. Irgendwann muss man sagen, die Saison ist vorbei. Was spricht dagegen, dass die Tabellenführer aufsteigen und es keine Absteiger gibt? Dann steigt in der nächsten Saison eben eine Mannschaft mehr ab.“

Josip Hrgovic, TSV Neuried

Josip Hrgovic, Trainer der Bezirksoberliga-Damen, ist zwiegespalten: „Es ist grundsätzlich gut, dass sie die Saison zu Ende bringen wollen. Das ist auch ein Zeichen, dass diese Phase vorübergeht. Aber wenn die nächste Saison komplett ausfällt, hätten wir eine ewig lange Pause bis zum Sommer. Wie wäre das in der Praxis umzusetzen? Über acht Ecken habe ich gehört, dass die jetzige Rückrunde sogar erst im Winter 2021 beginnen könnte.“

Das sagt der SV Planegg-Krailling zur Idee des BFV

Michael Lelleck, SV Planegg-Krailling

Der Trainer von Kreisligist SV Planegg-Krailling, Michael Lelleck, sichert seine Solidarität mit dem Verband zu – egal, wie die Entscheidung letztlich ausfällt: „Ich werde es auf jeden Fall akzeptieren. Auch wenn ich es zum Beispiel nicht so toll fände, wenn die kommende Saison komplett entfällt.“ Auch um den potenziellen Spielbetrieb in den Urlaubszeiten sorgt sich der SVP-Trainer.

Das sagt der TSV Gräfelfing zur Idee des BFV

Bernd Gegenfurtner, TSV Gräfelfing

Ähnlich wie Lelleck hat auch Bernd Gegenfurtner unter anderem die Urlaubsproblematik im Kopf. „Ich richte meinen Urlaub nach der Fußballsaison“, sagt der Kreisliga-Coach des TSV Gräfelfing. „Die aktuelle Spielzeit länger zu ziehen, ist machbar – es ist ein Weg. Ich würde die Saison komplett streichen, aber es ist jetzt ohnehin sinnlos zu spekulieren.“

Das sagt die DJK Würmtal zur Idee des BFV

Mario Germek, DJK Würmtal

Eine grundlegende Änderung des Spielbetriebs bringt Mario Germek ins Gespräch, Trainer von A-Klassist DJK Würmtal: „Wenn man die Saison insgesamt auf das Kalenderjahr umstellt, wäre eine Verschiebung der Rückrunde um ein paar Wochen optimal. Dann könnte man in diesem Jahr die Saison zu Ende spielen und ab der nächsten immer von März bis November spielen – so wie bei den Senioren. Wenn nicht, sollte man die Saison besser jetzt abschließen und die Tabelle der Hinrunde zählen lassen.“

Das sagt der TV Stockdorf zur Idee des BFV

Ilker Özdemir, TV Stockdorf

Bereits bevor der BFV es zum Thema machte, hatte Ilker Özdemir für eine Verlegung der Rückrunde um mehrere Monate plädiert. „Das ist die einzig faire Lösung, so wird niemand benachteiligt oder bevorzugt“, sagt der Co-Trainer von A-Klassist TV Stockdorf und Chefcoach der B-Klasse-Reserve des TVS. „Wenn wir die Saison jetzt abbrechen, und die Corona-Situation verbessert sich bis zum Start der neuen nicht, haben wir ein Problem. Deshalb würde ich die jetzige Rückrunde gleich ins Frühjahr 2021 verlegen“, sagt Özdemir, der auch als Schiedsrichter im BFV tätig ist.

„Sollte sich die Lage dann doch früher entspannen, können die Mannschaften dieses Jahr im Herbst immer noch Vorbereitungsspiele absolvieren. Dann machen wir eben drei Monate lang jedes Wochenende ein Spiel. Ich denke, da würden auch Zuschauer kommen.“

te, mg

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