Die Neurieder wollen, dass der Ball wieder bald ins Rollen kommt. Wenn nötig, soll es auch vors Gericht gehen.
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Die Neurieder wollen, dass der Ball wieder bald ins Rollen kommt. Wenn nötig, soll es auch vors Gericht gehen.

„Wir müssen so bald wie möglich, wieder spielen“

Würmtaler Klubs sprechen sich für Klage aus - Gautinger SC nicht dabei

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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  • Tobias Huber
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Im Würmtal besteht bei dem Großteil der Vereine Konsens bezüglich einer Klage. Nur der Gautinger SC will nicht, dass vor Gericht gezogen wird.

Würmtal – Bis heute haben alle Fußballvereine in Bayern Zeit, sich an der Umfrage des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) zum Streitpunkt Saisonfortsetzung zu beteiligen. Wie berichtet, hatte der BFV seinen Klubs folgende drei Fragen gestellt:
1. Halten Sie die Entscheidung der Staatsregierung, Wettkampfspiele im bayerischen Amateurfußball nach wie vor nicht zu erlauben und auch keine Zuschauer in begrenztem Umfang zuzulassen, für richtig?
2. Wollen Sie, dass der Wettkampfspielbetrieb im Jahr 2020 baldmöglichst wieder aufgenommen wird und der BFV sich dafür einsetzt?
3. Soll der BFV rechtlich gegen das Verbot des Wettkampfspielbetriebs im Amateurfußball vorgehen (...)?

Der Münchner Merkur hat sich bei den Vereinen im Würmtal umgehört, wie sie die drei Fragen beantwortet haben und warum – und was sie nun vom BFV erwarten.

Gautinger SC

Abstimmung: Nein/Ja/Nein

„Wir haben alle unsere Trainer befragt“, sagt Abteilungsleiter Jens Rindermann. Während der Herrenbereich heuer nicht mehr spielen will, votierten die Jugendcoaches für eine baldige Fortsetzung. Vor Gericht solle der Verband aber definitiv nicht ziehen. Dass den Herren das Risiko zu hoch ist, hat einen ernsten Hintergrund: Ein Gautinger Spieler wurde im Rahmen einer freiwilligen Reihentestung (wir berichteten) positiv auf das Coronavirus getestet.

TSV Gräfelfing

Abstimmung: Nein/Ja/Ja

„Beim Fußball geht es darum, nach Erfolg zu streben. Immer nur Testspiele sind nicht das Wahre, da sinkt die Motivation“, sagt Michael Krooß, Sportlicher Leiter in Gräfelfing. „Wir können auch nicht nachvollziehen, was der Unterschied zwischen Test- und Wettkampfspielen sein soll – die Infektionsgefahr ist die gleiche“, fährt er fort. Daher gibt der TSV dem Verband die Zustimmung, alles Nötige zu tun, damit es bald weitergehen kann.

TSV Neuried

Abstimmung: Nein/Ja/Ja

Der im Erwachsenenbereich höchstklassige Verein des Würmtals unterstützt die Einstellung des Verbands. „Für uns ist wichtig, dass der Spielbetrieb bald wieder stattfinden kann, ansonsten bricht im Jugendbereich viel weg“, sagt Neurieds Abteilungsleiter Stefan Kriebel. Eine Klage solle aber nur das letzte Mittel sein. „Ich verlasse mich da auf das Geschick des BFV, das anders zu lösen.“ Dem TSV ist die Gleichberechtigung – etwa mit der Kultur – wichtig. Kriebel: „Wenn der Spielbetrieb jetzt doch wieder abgesagt wird, ist das für den Fußball ein zweiter Lockdown.“

TSV Pentenried

Abstimmung: Nein/Ja/Ja

Die Pentenrieder würden gerne baldmöglichst wieder in ihren Ligen weitermachen. „Aus unserer Sicht spricht nichts dagegen“, erklärt Abteilungsleiter Michael Möhwald die Abstimmung der Römerfelder.

SV Planegg-Krailling

Abstimmung: unbekannt

Ayhan Kurt äußert sich nebulös. „Über uns stand zuletzt oft genug etwas in der Zeitung. Wir möchten uns nicht dazu äußern, ob und – falls ja – wie wir abgestimmt haben“, verkündet der Abteilungsleiter der Planegger. Geheim bleibt die Entscheidung des SVP aber ohnehin nicht, sollte der Verein abstimmen. Der BFV hat angekündigt, die Antworten aller teilnehmenden Vereine im Nachgang veröffentlichen zu wollen – und die Erlaubnis dafür als Teilnahmebedingung vorausgesetzt.

TV Stockdorf

Abstimmung: Nein/Ja/Ja

„Es ist nicht zu verstehen, wieso in anderen Bundesländern längst wieder der Ball vor Zuschauern rollt und bei uns nicht.“ Stockdorfs Abteilungsleiter Robert Frank und seine Mitstreiter sehen nicht ein, dass derzeit nur Freundschaftsspiele ohne Zuseher möglich sind. Daher gehen sie den Weg des BFV mit.

DJK Würmtal

Abstimmung: Nein/Ja/Ja

Abteilungsleiter Thomas Gollong bringt die Entscheidung der DJK mit einem Satz auf den Punkt: „Im Endeffekt hat der Verband recht.“ Daher würde Würmtal notfalls auch eine Klage unterstützen. „Wir müssen jetzt dann, sobald wie möglich, wieder spielen, sonst geht alles kaputt“, sagt Gollong, dem insbesondere bei der Jugend gesunkene Motivation aufgefallen ist.

(TOBIAS HUBER und MICHAEL GRÖZINGER)

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