Auf halbem Weg umzukehren, ist für Mario Germek (l.) keine Option – er will mit der DJK Würmtal aufsteigen. Auch Josip Hrgovic bleibt bei seinem TSV Neuried an Bord und zwar als Chefcoach der Damen sowie Co-Trainer bei Herren I und U19.
+
Auf halbem Weg umzukehren, ist für Mario Germek (l.) keine Option – er will mit der DJK Würmtal aufsteigen. Auch Josip Hrgovic bleibt bei seinem TSV Neuried an Bord und zwar als Chefcoach der Damen sowie Co-Trainer bei Herren I und U19.

Nur ein neuer Coach

Dank Corona fest im Sattel: Kaum Trainerwechsel bei Würmtaler Fußball-Vereinen - Ein Klub verschiebt den Stichtag

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
    schließen
  • Tobias Empl
    schließen

Corona sei Dank: Die Fußball-Trainer aus dem Würmtal sitzen alle sehr fest im Sattel. Nur ein neues Gesicht ist seit 1. Juli unterwegs - und ein Verein spielt auf Zeit.

Würmtal – Von der Corona-Pandemie und ihren Folgen lassen sich die Fußballvereine im Würmtal nicht zu hektischen Entscheidungen verleiten. Heute ist der 1. Juli und damit traditioneller Stichtag für die Verträge der Trainer – die sitzen jedoch fast alle bombenfest im Sattel. Lediglich ein neues Gesicht ist fortan auf den Würmtaler Fußballplätzen zu sehen, kein einziger Coach musste gegen seinen Willen gehen. Anders als in früheren Zeiten, in denen mal neun Trainer im Lauf der Saison ihren Hut nahmen, ist das Würmtal im Corona-Jahr 2020 ein Hort der Kontinuität.

TSV Neuried

Stefan Kriebel, Herrenleiter beim TSV Neuried, ist sehr zufrieden mit der Arbeit des Bezirksliga-Trainerduos Maximilian Reid und Josip Hrgovic. „Die beiden haben die Weiterentwicklung der Mannschaft supergut hinbekommen“, lobt Kriebel. Daher sei klar gewesen, dass mit dem „bewährten Gespann“ (Kriebel) auch über den Sommer hinaus weitergearbeitet werde. Für die in der Kreisliga gegen den Abstieg kämpfende Reserve ist ab heute Maximilian Zgud zuständig. Wie berichtet, wechselt er aus der Jugendabteilung des TSV 1860 München in den Sportpark. Wieder ausschließlich um die Dritte – aktueller Tabellenführer in der B-Klasse – kümmert sich der zwischenzeitlich auch für das Kreisliga-Team verantwortliche Tobias Rehse. Bei den Damen bleiben Hrgovic und Assistent Florian Adam am Ruder. „Wir haben uns im Winter Gedanken gemacht, das ist normal“, sagt Hrgovic. „Und wir waren uns einig, dass die junge Mannschaft auf einem guten Weg ist, den wir weiterführen wollen.“

SV Planegg-Krailling

Vorreiter im Würmtal war in diesem Jahr der SV Planegg-Krailling. Bereits als Ostergeschenk Anfang April überbrachte Fußballabteilungsleiter Ayhan Kurt seinen beiden Herrentrainern die frohe Kunde, dass man auch über den Sommer hinaus mit ihnen plane. „Wir wollen unseren Trainern in Corona-Zeiten eine Perspektive geben, wie es weitergeht“, sagte Kurt damals im Merkur-Gespräch – „und zwar Liga-unabhängig“. Michael Lelleck leitet somit auch fortan die Geschicke der Ersten in der Kreisliga, Andreas Budell geht in sein fünftes Jahr als Coach der Reserve (Kreisklasse). Giuseppe Teseo betreut weiterhin die A-Junioren in der Landesliga.

TSV Gräfelfing

Beim TSV Gräfelfing haben die abschließenden Gespräche noch nicht stattgefunden. „Wir legen gerade die Karten. Geplant ist es, aber es ist noch nichts fixiert“, sagt Bernd Gegenfurtner, Trainer des Kreisliga-Neunten, zur Vertragsverlängerung. Noch im Raum steht die Frage, ob Gegenfurtner einen Co-Trainer zur Seite gestellt bekommt. Nach dem Abgang von Adis Letica übernahm Torwart Sascha Polecki diese Aufgabe übergangsweise. Das bei der zweiten Mannschaft (Kreisklasse) vor Saisonbeginn installierte Trainergespann Thomas Ochsenkühn und Chris Scheippl möchte seine Arbeit ebenfalls fortsetzen. „Von unserer Seite aus geht es auf jeden Fall weiter“, so Ochsenkühn.

Gautinger SC

„Wir wollen – oder besser gesagt müssen – die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen“, sagt Uwe Lehner, der mit der Fortsetzung alles andere als glücklich ist. Seinen Vertrag hätte der Trainer von Kreisklassist Gautinger SC aber unabhängig von der aktuellen Ausnahmesituation verlängert. „Es stand nichts anderes im Raum“, sagt Lehner, Chefcoach seit Sommer 2019. Weiterhin für die zweite Mannschaft (B-Klasse) zuständig ist Vereinsurgestein und Jugendleiter Bernd Ziehnert.

DJK Würmtal

Puristisch fasst Thomas Gollong die Situation im Herrenbereich bei der DJK Würmtal zusammen: „Das passt.“ Der Fußballabteilungsleiter ist entsprechend froh, dass ihm sowohl Mario Germek für die Erste, als auch Timo Friedrich für die Reserve erhalten bleiben. Germek, seit zwei Jahren im Verein, strebt mit seinen Mannen die Meisterschaft in der A-Klasse an, für die zweite Mannschaft (B-Klasse) geht es in der ersten Saison unter Friedrich einzig um den Klassenerhalt.

TV Stockdorf

Korbinian Halmich fühlt sich wohl in seiner Rolle als Cheftrainer bei seinem Heimatverein TV Stockdorf. Demnächst beginnt der langjährige TVS-Torwart mit der Trainerausbildung für die B-Lizenz. „So lange es der Mannschaft und mir Spaß macht, mache ich gerne weiter“, sagt Halmich. Als spielender Co-Trainer zur Seite steht ihm beim A-Klassisten auch in Zukunft Marco Gühl. Ebenfalls Assistent bleibt Ilker Özdemir, der zudem in Personalunion weiterhin den Chefcoach-Posten bei der B-Klasse-Reserve bekleidet. Seit 2014 leitet er bereits die Geschicke der Zweiten – und schnürt auch gerne mal selbst die Schuhe.

TSV Pentenried

Der im Winter zunächst nur für drei Monate verpflichtete Franz Möhwald bleibt A-Klassist TSV Pentenried voraussichtlich für die gesamte restliche Saison erhalten. Die in der B-Klasse angesiedelte Reserve wird an den Wochenenden wie bisher vom selbst als Spieler aktiven Christian Hofmann betreut.

te/mg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

TSV Neuried II: Zguds Premiere geht in die Hose
Sein Debüt als Coach der Neuried-Reserve hatte sich Maximilian Zgud sicher anders vorgestellt. Gegen den SV Waldeck-Obermenzing eine deutliche Pleite.
TSV Neuried II: Zguds Premiere geht in die Hose
TSV Gräfelfing: Löwen „deutlich aggressiver“ als die Wölfe
Der TSV Gräfelfing ging personell dezimiert in das Spiel gegen den TSV 1860 München III. Dementsprechend schwierig wurde das Spiel für die Wölfe.
TSV Gräfelfing: Löwen „deutlich aggressiver“ als die Wölfe
TSV Gräfelfing II: Drei Topleute bei der Ersten - Viele müssen zweimal ran
Die Personaldecke beim TSV Gräfelfing II ist aktuell recht dünn. Vier Spieler sind bis auf Weiteres für die Erste eingeplant, manche Kicker müssen zweimal spielen.
TSV Gräfelfing II: Drei Topleute bei der Ersten - Viele müssen zweimal ran
Fußball-Basis würde Geisterspiele akzeptieren - Hauptsache, es wird wieder gespielt
Erfolgt der Restart mit oder ohne Fans? Gerade in den unteren Ligen sind die Zuschauerzahlen überschaubar - die Basis hätte wenig Probleme mit Geisterspielen.
Fußball-Basis würde Geisterspiele akzeptieren - Hauptsache, es wird wieder gespielt

Kommentare