Trainer Davide Taurino steht beim Bezirksliga-Fußballspiel des TSV Neuried an der Seitenlinie und ruft.
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„Ich bin weiser geworden und werde mich in Zukunft zurückhalten“, sagt Davide Taurino. Vor zwei Jahren kehrte er dem Herrenfußball den Rücken, weil ihn der „proletenmäßige Umgang“ an der Seitenlinie gestört hatte.

Interimstrainer oder Dauerlösung?

Der Heilsbringer ist wieder da: Davide Taurino kehrt beim TSV Neuried zurück in den Herrenfußball

  • vonTobias Empl
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Davide Taurino ist zurück. Der 43-Jährige ist erneut Trainer von Fußball-Bezirksligist TSV Neuried. Dabei hatte er dem Herrenfußball eigentlich abgeschworen.

  • Davide Taurino ist nach Abgang von Maximilian Reid wieder Trainer des TSV Neuried
  • Der 43-Jährige war einst für den größten Erfolg der Neurieder verantwortlich
  • Jetzt ist die Frage: Interimstrainer oder Dauerlösung?

Neuried – Es musste schnell gehen. Nachdem Maximilian Reid, seit Sommer 2019 Trainer von Fußball-Bezirksligist TSV Neuried, den Verein vor gut eineinhalb Wochen von seinem Jobangebot im Management eines Profivereins unterrichtet hatte, stand die erste Mannschaft der Grün-Weißen kurzzeitig ohne Trainer da. Doch die kurzfristige Suche nach einem Nachfolger dauerte nicht lange. Die Wahl fiel – wenig überraschend – auf den Sportlichen Leiter, Davide Taurino (43), seit 2014 im Verein und zugleich Trainer der A- und B-Junioren.

„So kurzfristig findet man keinen. Und wenn man als Sportlicher Leiter verantwortlich ist für das Ganze, muss man es eben selber machen“, erklärte Taurino am Rande des ersten Testspiels gegen den FC Wacker München am Samstag (4:4). Auf die Frage, ob es denn schwer gewesen sei, Taurino von einem erneuten Engagement im Herrenbereich zu überreden, antwortete Abteilungsleiter Volker Levering während der Partie mit einem Lächeln und einer klaren Antwort: „Nein.“

Neurieder Abteilungsleitung: Besseres Duo als Taurino/Hrgovic kaum zu finden

Levering ist zufrieden mit der Interimslösung. Er schließt nicht aus, dass diese sich zur Dauerlösung entwickeln könnte. „Er macht es sehr begeistert. Und dass er ein fantastischer Trainer ist, darüber müssen wir nicht diskutieren“, fasst der gemeinsam mit Stefan Kriebel für die Neurieder Fußballabteilung verantwortliche Levering zusammen.

Man suche zwar immer auch nach frischem Wind von außen – wie kürzlich bei der Verpflichtung von Maximilian Zgud als Coach der Reserve – ein besseres Trainerteam als das aus vielen Jahren im Jugendbereich eingespielte Duo Davide Taurino und Co-Trainer Josip Hrgovic sei aber nur schwer zu finden.

Historische Erfolge unter Taurino: Landesliga-Aufstieg und -Klassenerhalt

Bereits von 2014 bis Sommer 2018 hatte Taurino die erste Mannschaft des TSV trainiert. 2017 feierte der Verein mit ihm an der Seitenlinie den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, den über die Relegation erreichten Aufstieg in die Landesliga. Die Leistung in der Folgesaison war für viele Außenstehende sogar noch höher einzuschätzen, denn das zwischenzeitlich bereits abgeschlagene Team feierte dank eines beeindruckenden Endspurts mit 19 Punkten aus den letzten sieben Partien sensationell noch den direkten Klassenerhalt in der sechsthöchsten Spielklasse.

Unfassbare Aufholjagd! TSV Neuried schafft das Wunder

Anschließend übergab Taurino das Zepter an Reserve-Coach Marco Gühl und sprang nach dessen vorzeitigem Aus nur noch einmal interimsweise für wenige Partien ein. In der sieglosen Abstiegssaison 2018/19 konnte aber auch er das Ruder nicht herumreißen, ebenso wenig wie sein Nachfolger, Christopher Utz.

2018 verließ Taurino den Herrenbereich: „Proletenmäßiger Umgang“

Der zuvor jahrelang im Jugendbereich der SpVgg Unterhaching tätige Taurino ist maßgeblich verantwortlich für die sportliche Ausrichtung der Fußballabteilung des TSV Neuried – vom Jugend- bis in den Erwachsenenbereich. Eigentlich sah es so aus, als wolle er sich als Trainer gänzlich dem Jugendfußball widmen. „Das ist nicht meine Welt“, urteilte Taurino bei seinem Rücktritt nach dem Landesliga-Klassenerhalt 2018 über den Herrenbereich. Auf den teilweise „proletenmäßigen Umgang“ an der Seitenlinie habe er keine Lust mehr gehabt.

Nun wagt er dennoch die erneute Rückkehr. „Ich bin auch weiser geworden. Ich werde mich in Zukunft zurückhalten“, kündigt Taurino an. Die Lust, eine Herrenmannschaft zu trainieren, sei dagegen nie verflogen, betont der 43-Jährige, der einen Großteil der Neurieder Kicker bereits aus deren Zeiten als Jugendspieler kennt.

Ein Trainer, drei Mannschaften - Taurino: „Ist schon möglich“

An seinem Amt als Trainer von A- und B-Junioren möchte er trotz der nun erhöhten Belastung vorerst festhalten. „Ein Jahr lang ist das schon möglich“, findet Taurino. Wie lange sein Engagement prinzipiell ausgerichtet ist, dazu gibt es von der Abteilungsleitung noch keine klare Aussage. „Wir schauen jetzt einfach mal“, sagt Levering – und wirkt dabei ziemlich entspannt.

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