Rainer Koch: DFB-Vizepräsident und BFV-Präsident.
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Rainer Koch: DFB-Vizepräsident und BFV-Präsident.

Anteil von Infektionen im Freien liegt nur im Promillebereich

Aerosole: Minimales Infektionsrisiko bei Sport unter freiem Himmel

  • vonRedaktion Würmtal
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Die Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) hält das Infektionsrisiko im Freien weiterhin für gering. Der DFB sieht sich in seiner Haltung bestätigt.

Würmtal – Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat mit großem Interesse das öffentliche Positionspapier der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) zur Kenntnis genommen. Darin mahnen führende Aerosolforscher gegenüber der Politik an, in der Bekämpfung der Pandemie den Unterschied zwischen Aktivitäten unter freiem Himmel und in geschlossenen Räumen stärker zu beachten. Der Anteil von Infektionen im Freien liege nur im Promillebereich. Der DFB sieht sich in seiner Haltung bestätigt und erkennt ein weiteres positives Signal für den organisierten Freiluftsport.

Rainer Koch: „Die Angst vor dem Amateurfußball als Corona-Treiber ist unbegründet“

Rainer Koch, zuständiger DFB-Vizepräsident für den Amateurfußball und Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), sagt: „Die Ausführungen der Gesellschaft für Aerosolforschung bestärken uns einmal mehr in der Position, die wir seit Monaten klar vertreten. Die Angst vor dem Amateurfußball als Corona-Treiber ist unbegründet. Das Infektionsrisiko auf dem Spielfeld unter freiem Himmel ist nach allen bisherigen Erkenntnissen und Untersuchungen minimal.“ Der Amateurfußball sei wichtig für Gesellschaft und Gesundheit. Der Sport gebe Menschen Bewegung und Lebensfreude zurück, ganz besonders Kindern und Jugendlichen, so Koch weiter.

Mit einer deutlichen Botschaft richtet er den Blick nach vorne: „Die Diagnose haben wir, und wir haben das Rezept. Der Ball muss wieder rollen. Der organisierte Vereinssport bietet hier mit seinen Strukturen und bewährten Hygienekonzepten einen sehr wichtigen Anker, ohne pandemische Risikoquelle zu sein.“ Gegen die Krise und für den Weg zurück auf den Platz. Der DFB setzt sich seit Monaten intensiv für sinnvolle Verbesserungen im Sinne des Breitensports in der Pandemie ein. DFB-Präsident Fritz Keller richtete sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin und Regierung, die Konferenz der Fußball-Präsidenten aus den Regional- und Landesverbänden ging mit einem gemeinsamen Appell an die Öffentlichkeit. Jede Landesregierung erhielt Post.

DFB-Präsident Fritz Keller mit offenem Brief an Bundeskanzlerin und Regierung

Im Schreiben der GAeF heißt es jetzt: „Wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen wollen, müssen wir die Menschen sensibilisieren, dass drinnen die Gefahr lauert.“ Die Krisenkommunikation müsse sich auf diesen Umstand konzentrieren. Daher sollten die begrenzten Ressourcen der Gesellschaft auf eine Umsetzung sinnvoller Maßnahmen beschränkt werden. Untersuchungen bestätigten ein minimales Infektionsrisiko beim Freiluftsport.

Das geringe Risiko während des Fußballspielens hatte zuletzt bereits eine gemeinsame Studie der Universität des Saarlandes und der Universität Basel unterstrichen. Im Zeitraum von August bis Dezember 2020 waren knapp 800 Partien aus Profiligen und dem Amateurbereich mit mindestens einem SARS-CoV-2-verdächtigen Spieler analysiert worden. Dabei konnte nur in einem Fall eine Corona-Infektion während eines Spiels nicht gänzlich ausgeschlossen werden. „Diese Ergebnisse stehen auch im Einklang mit der umfangreich gesichteten internationalen Literatur“, sagte Prof. Dr. Tim Meyer, Leiter der Medizinischen Kommission des DFB, vor wenigen Wochen.

(ge)

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