Er ist gut am Ball, aber Maximilian Zgud sagt über sich, er sei „als Trainer auf einem höheren Niveau als als Spieler“.
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Er ist gut am Ball, aber Maximilian Zgud sagt über sich, er sei „als Trainer auf einem höheren Niveau als als Spieler“.

Im Porträt

Emotional wie ein kleiner Jürgen Klopp: Maximilian Zgud, der neue Trainer des TSV Neuried II

  • vonTobias Empl
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Er setzt auf Ehrgeiz und Respekt – und sieht Potenzial: Maximilian Zgud ist der neue Fußball-Trainer des TSV Neuried II in der Kreisliga 2 München.

Neuried – Der TSV Neuried setzt weiterhin auf junge Trainer. Die zweite Mannschaft der Grün-Weißen fungiert offiziell als U23, und neben den Spielern waren auch die Trainer des Kreisliga-Teams in den vergangenen Jahren meist nicht viel älter. Auf Aufstiegstrainer Marco Gühl, bei Amtsantritt 25 Jahre alt, folgten im Sommer 2018 die damals 26-jährigen Josip Hrgovic und Florian Adam, ein Jahr später die zu diesem Zeitpunkt 24 beziehungsweise 26 Jahre alten Hüseyin Sözer und Cenkhan Kabalakli. Nach deren Freistellung übernahm im Winter interimsweise Tobias Rehse (32). Der neue Coach, Maximilian Zgud, reiht sich mit seinen 29 Jahren nahtlos in das Muster ein.

Vom TSV 1860 München zum TSV Neuried

Zgud hat – ähnlich wie seine Vorgänger – trotz seines jungen Alters bereits einiges vorzuweisen. Nach ersten Erfahrungen als Trainer beim SC Unterpfaffenhofen-Germering war er in den vergangenen drei Jahren im Jugendbereich des TSV 1860 München tätig, zwei davon als Chefcoach. Noch bis zum 30. Juni ist er verantwortlich für das Training der U13, deren Saison coronabedingt abgebrochen wurde.

„Für mich war es das Größte, dort zu arbeiten. Schon als kleiner Junge war ich Löwen-Fan, und in den drei Jahren dort habe ich unfassbar viel gelernt“, erzählt der B-Lizenz-Inhaber, dessen Teilnahme am A-Lizenz-Kurs wegen Corona noch in der Warteschleife steckt.

Nun trennen sich dennoch die Wege; zum einen wegen der zeitlichen Belastung, zum anderen reizte den im Personalwesen tätigen Zgud die Aussicht, im Herrenbereich zu arbeiten. „Grundsätzlich hat man als Trainer einen gewissen Stil. Aber die Trainingsschwerpunkte sind in der U13 natürlich andere als bei den Herren“, weiß er.

NK Hajduk und TSV Großhadern statt FC Augsburg und FC Ingolstadt

Statt FC Ingolstadt oder FC Augsburg heißen die nächsten Gegner NK Hajduk München und TSV Großhadern. Für Zgud ist das zwar eine Umstellung, aber kein Problem. Er habe auch Gespräche mit anderen Klubs geführt, freue sich nun aber, die ersten ernsthaften Schritte als Cheftrainer im Herrenbereich im Neurieder Sportpark zu machen. Zgud betont: „Ich bin froh, einen so strukturierten Verein gefunden zu haben.“

Mit einer zweiten Mannschaft überhaupt in der Kreisliga zu spielen, sieht er bereits als deutlichen Pluspunkt gegenüber vielen anderen Klubs an, ebenso wie die in der Bezirksoberliga aktive A-Jugend. Zgud: „Es ist auf jeden Fall Potenzial da.“ Auch auf die Zusammenarbeit mit dem ihm schon bekannten Maximilian Reid, ebenfalls erst 29, freut sich der Trainerneuzugang.

Doch anders als bei sonstigen Trainerwechseln im Sommer stehen die Uhren nicht von Beginn an auf null. Der neue Coach startet in die Rest-Saison im September – sollte diese planmäßig beginnen – mit nur sieben Punkten aus den bisherigen 15 Partien auf der Habenseite. Damit befindet sich die Neurieder U23 auf dem vorletzten Kreisliga-Tabellenplatz, vier Punkte hinter den Relegationsrängen und bereits zehn Zähler von der Nichtabstiegszone entfernt.

Die genauen Ursachen kennt Zgud nicht, beschwichtigt jedoch: „Dass du mit einer jungen Mannschaft auch mal Probleme kriegst, ist klar.“ Es sei aber noch alles drin. Mit frischem Wind durch nachrückende A-Junioren, dem einen oder anderen Neuzugang – und mit dem neuen Trainer.

Zgud beschreibt sich selbst als „emotional wie ein kleiner Klopp“

Der beschreibt sich selbst an der Seitenlinie als „emotional wie ein kleiner Klopp“. Er möchte grundsätzlich offensiv spielen lassen und hat hohe Ansprüche an seine Spieler. Bereits im Vorfeld stellte er klar, keine „Thekenmannschaft“ trainieren zu wollen (wir berichteten). Besonders wichtig ist ihm aber, dass bei allem Ehrgeiz ein respektvoller, menschlicher Umgang gepflegt wird.

Mit dieser Kombination – „ich fordere viel, aber gebe auch viel“ (Zgud) – ist er bisher gut gefahren. „Schon jetzt bin ich als Trainer auf einem höheren Niveau als als Spieler“, erzählt der gebürtige Germeringer. Sein größter Erfolg auf dem Platz war der Bezirksliga-Aufstieg 2015 mit dem SCUG. Wegen anhaltender Knieprobleme wechselte er jedoch schon mit 24 Jahren an die Seitenlinie.

Inzwischen kann er zwar wieder kicken, ein Comeback hat er aber nicht im Sinn. „Damit ich noch einmal aushelfe, muss die Personalnot schon sehr groß sein“, erzählt er lachend. Sollte es ihn dennoch einmal in den Füßen jucken, kann er sich mit seinem Vorgänger Tobias Rehse absprechen. Der konzentriert sich künftig wieder auf die dritte Mannschaft. Die peilt in der B-Klasse den zweiten Aufstieg in Serie an und kann immer wieder Verstärkung gebrauchen.

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