Der Ball rollt nicht in Bayern: Wegen des Coronavirus setzt der BFV den Spielbetrieb bis mindestens nach Ostern aus. Im Würmtal überrascht das kaum jemanden.
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Der Ball rollt nicht in Bayern: Wegen des Coronavirus setzt der BFV den Spielbetrieb bis mindestens nach Ostern aus. Im Würmtal überrascht das kaum jemanden.

Trainer im Würmtal ahnten es

Fußballer zur Vernunft gezwungen: BFV stellt „nach Anordnungen der Staatsregierung“ Spielbetrieb ein

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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Der BFV hat nun doch reagiert und - wie fast alle Verbände vor ihm - den Spielbetrieb bis 19. April eingestellt. Die Trainer aus dem Würmtal hatten das geahnt.

Würmtal – Nun also doch: Nach allen anderen Sportverbänden im Freistaat hat sich gestern auch der größte, der Bayerische Fußball-Verband (BFV), dazu durchgerungen, den Spielbetrieb wegen des grassierenden Coronavirus bis Mitte April auszusetzen. Bezeichnend ist, dass der BFV dies erst nach den „klaren Anordnungen und Vorgaben der Staatsregierung“ tat, die den Katastrophenfall ausgerufen und „jedweden Sportbetrieb in Bayern untersagt“ hatte, wie es in einer Presseerklärung heißt.

Zuvor hatte der Fußballverband den Spielbetrieb vorerst nur bis zum kommenden Montag, 23. März, auf Eis gelegt. Nun soll eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs frühestens nach dem 19. April geschehen, dem Ende der Osterferien.

Coronavirus: Trainer im Würmtal hatten Maßnahme des BFV erahnt

Dass der BFV die Sperre jetzt auf weitere vier Wochen ausweitet, kommt für die Vereine im Würmtal alles andere als unerwartet. Der Großteil der Trainer hatte bereits darauf gehofft oder damit gerechnet. So etwa Andreas Budell von Kreisklassist SV Planegg-Krailling II. „Ein Ende der Pause ist erst in Sicht, wenn das Virus eingedämmt ist“, sagte der Coach bereits am vorigen Freitag nach der Erstmeldung des BFV, den Spielbetrieb vorerst für eine Woche einzustellen. Auch Franz Möhwald war sich sicher, dass es nicht beim Stichtag 23. März bleiben würde. „Das rollt gerade erst richtig auf uns zu“, mahnte der Trainer von A-Klassist TSV Pentenried.

Für Ligakonkurrent TV Stockdorf hat sich nun ein Problem von selbst gelöst. Die Gemeinde Gauting hatte den Sportbetrieb auf der Vereinsanlage bereits bis zum 19. April verboten. Damit wären die TVS-Fußballer bezüglich ihrer Heimspiele sowie der nötigen Trainingseinheiten in eine Zwickmühle geraten.

Coronavirus: Wie es im Fußball weitergeht? „Steht in den Sternen“

Mit seiner neuen Maßnahme hat sich der BFV – wie alle anderen Verbände – zunächst mal ein wenig Zeit erkauft, um zu beobachten, wie sich die Ausbreitung des Coronavirus entwickelt. Wie es nach den Osterferien weitergeht, „steht in den Sternen“, formuliert Maximilian Reid treffend. Der Coach von Bezirksligist TSV Neuried würde sich wie viele seiner Kollegen eine Fortsetzung des Spielbetriebs wünschen.

Ob das klappt, möchte der BFV möglichst früh entscheiden. Die Wiederaufnahme werde „nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen erfolgen“, heißt es in der Pressemitteilung. Hintergrund sei, dass der Verband „allen Vereinen in Bayern reichlich Planungssicherheit“ geben wolle.

Credo des BFV dürfte lauten: nach Ostern oder gar nicht mehr

Dass die Saison noch später – also frühestens im Mai – fortgesetzt wird, erscheint unwahrscheinlich. So viel Puffer gibt der Terminkalender der Fußballer wohl nicht her. Entsprechend dürfte das Credo lauten: nach Ostern oder gar nicht mehr. Doch Uwe Lehner, Trainer von Kreisklassist Gautinger SC, bringt es auf den Punkt: „Spekulieren bringt jetzt nichts.“

mg

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