Der Bayerische Fußball-Verband überraschte vergangene Woche den Amateurfußball mit einem Pilotprojekt für die nächste Saison. Die Pläne des BFV sorgen für Diskussionen.
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Der Bayerische Fußball-Verband überraschte vergangene Woche den Amateurfußball mit einem Pilotprojekt für die nächste Saison. Die Pläne des BFV sorgen für Diskussionen.

Gautinger SC: Entscheidung über neues Spielmodell noch nicht gefallen

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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Der Bayerische Fußball-Verband überraschte vergangene Woche den Amateurfußball mit einem Pilotprojekt für die nächste Saison. Die Pläne des BFV sorgen für Diskussionen.

Gauting/Würmtal – Jens Rindermann ist von den Pilotprojekt-Plänen des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) im Spielkreis Zugspitze Ende vergangener Woche nicht überrascht worden. Der Fußballabteilungsleiter des Gautinger SC gehörte zum Kreis der 20 Vereinsvertreter, die der BFV im Vorfeld in die Planungen für das neue Spielmodell einbezogen hatte (wir berichteten). So wollte der Verband gleich näher dran sein an der Basis, ehe der Vorschlag allen Zugspitz-Vereinen zur Abstimmung vorgelegt wurde.


Jens Rindermann: „Ich war auch einer derjenigen Vereinsvertreter, die bei einer Abstimmung dagegen gestimmt haben“


Trotz seiner Mitwirkung an der Ausarbeitung sieht Rindermann das Vorhaben kritisch. „Ich bin skeptisch und war auch einer derjenigen Vereinsvertreter, die bei einer Abstimmung dagegen gestimmt haben“, verrät der Gautinger Abteilungsleiter. Trotzdem kann er dem Projekt auch einige „interessante Aspekte“ abgewinnen wie die steigende Spannung und die Deckelung der Spielanzahl auf maximal 24 pro Saison.

In drei Videokonferenzen binnen weniger Wochen hatten sich die 20 Vereinsvertreter aus dem Kreis Zugspitze – fünf aus jeder Region – mit den BFV-Vertretern zusammengeschlossen. Die letzte Konferenz fand vor anderthalb Wochen statt, Rindermann konnte an dieser aus privaten Gründen nicht mehr teilnehmen. Danach stand die Endfassung des zuvor vom Verband bereits weit vorangetriebenen Pilotprojekts.

Jens Rindermann: „Das Zusammensein nach den Spielen ist für uns elementar“


Äußerst konstruktiv wurden laut dem Gautinger Vereinsvertreter „strittige Punkte“ diskutiert und die Details ausgearbeitet; beispielsweise die Regelung der Bonuspunkte, die jedes Team nach der ersten Saisonhälfte mit in die Auf- oder Abstiegsrunde nimmt. Die finale 6-4-2-1-Staffelung war ein Kompromiss. Destruktiv oder unübersichtlich sei es in den Videokonferenzen trotz der recht großen Teilnehmerzahl von 20 Klubvertretern plus einiger BFV-Funktionäre nie zugegangen.

GSC-Abteilungsleiter Rindermann machte sich zum Pilotprojekt in jedem Fall viele Gedanken – und tut das noch heute. Besorgniserregend findet er, dass gemeinsame Heimspieltage von erster und zweiter Mannschaft in der zweiten Saisonhälfte eher unwahrscheinlich werden. „Das Zusammensein nach den Spielen ist für uns elementar“, erklärt Rindermann. Außerdem sieht er den zwingenden Abschluss der ersten Saisonhälfte bis spätestens Mitte November im neuen Spielmodell kritisch: insbesondere die dadurch fehlende Flexibilität für Spielverlegungen und das neue Recht der Spielgruppenleiter, notfalls das Heimrecht zu tauschen. „Da drohen uns bei unserem weichen Rasen viele Auswärtsspiele im Herbst“, sagt Jens Rindermann. Auch die Gefahr einer leichter möglichen Wettbewerbsverzerrung hat er im Hinterkopf.


Entscheidung des Gautinger SC noch unklar



Für was sich der Gautinger SC bei der Abstimmung letztlich entscheidet, ist noch unklar. Rindermann glaubt zwar, dass das Modell nicht optimal zu den Strukturen des GSC passt, stellt aber klar: „Das muss nicht die Vereinsmeinung sein.“ Gemeinsam mit Spielerrat und Herrentrainern soll diese demnächst erörtert werden. Der Abteilungsleiter hält es darüber hinaus für gut möglich, dass die für die vorläufige Einführung des neuen Spielmodells nötige Zwei-Drittel-Mehrheit unter den Vereinen im Kreis Zugspitze bei der Abstimmung zustande kommt.

(MICHAEL GRÖZINGER)

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