Bezahlung in unterschiedlichsten Umfängen erhalten die Trainer im Würmtal während des Stillstands in der Corona-Krise.
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Bezahlung in unterschiedlichsten Umfängen erhalten die Trainer im Würmtal während des Stillstands in der Corona-Krise.

In der Corona-Krise

Honorar trotz Stillstand? So unterschiedlich gehen die Vereine im Würmtal mit der Bezahlung ihrer Trainer um

  • vonChristian Heinrich
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Volles und reduziertes Honorar, individuelle Lösungen und komplettes Einfrieren: So gehen die Vereine im Würmtal während der Corona-Krise mit der Bezahlung ihrer Trainer um.

Würmtal – Bernd Gegenfurtner hat in der Corona-Krise Glück im Unglück. Der Trainer ist beim TSV Gräfelfing tätig, der gegen die Pandemie wirtschaftlich hervorragend gerüstet ist. Wie alle anderen Übungsleiter des gesamten Vereins bekommt auch der Fußballcoach weiterhin sein volles Honorar ausbezahlt. „Das freut mich“, sagt Gegenfurtner und bedankt sich bei seinem Verein: „Das machen nicht viele.“

Im Würmtal sind die Wölfe die einzigen, die mit all ihren Fußballtrainern so großzügig verfahren. „Das ist auch ein Dankeschön“, erklärt Sascha Lauterbach und betont, dass man den Übungsleitern so manche Gefälligkeit schuldig sei. Der Gräfelfinger Geschäftsführer weiß nur zu gut, dass sich das Engagement seiner Trainer nicht mit Geld aufwiegen lässt. So viele ehrenamtliche Stunden wurden in den vergangenen Jahren geleistet.

„Das freut mich, das machen nicht viele“, sagt Bernd Gegenfurtner, Trainer des TSV Gräfelfing. Der Verein zahlt ihm weiter sein volles Honorar.

Manche Trainer im Würmtal sind finanziell auf ihr Honorar angewiesen

Solidarität unter den Vereinen und ihren Übungsleitern wird in diesen Tagen entlang der Würm großgeschrieben. Jeder weiß vom anderen, in welchen finanziellen Nöten er sich zum Teil befindet. Ayhan Kurt lässt durchblicken, dass auch seine Trainer in ihren Hauptberufen teils von Kurzarbeit oder Auftragsrückgang betroffen sind und jeden Cent brauchen. „Es gibt schwierige Fälle“, sagt der Fußballabteilungsleiter des SV Planegg-Krailling.

Für den April hat er zwar in Absprache mit seinen Übungsleitern kein Salär bezahlt, für den Mai soll dagegen das volle Honorar wieder fließen. Zwar können seine Trainer nach wie vor keine Übungsstunden auf dem Areal an der Hofmarkstraße leisten, weil das Gelände wie alle anderen Sportstätten in Bayern zurzeit gesperrt ist, dafür sind sie im Wonnemonat vor allem mit Online-Training beschäftigt.

Reduzierte Zahlungen in Planegg, TSV Neuried setzt auf Individualität

Auch der TSV Neuried ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst. „Wir haben sehr individuelle Lösungen für jeden gefunden“, erklärt Michaela Schotte. Die Geschäftsführerin hat den Übungsleitern für den April noch ihr normales Honorar ausbezahlt. Ab Mai kommen persönliche Lösungen zum Tragen.

Individuell erfolgt beim TSV Neuried die Bezahlung der Trainer wie Maximilian Reid.

Zum einen gibt es Trainer, die freiwillig auf eine Weiterbezahlung verzichten, zum anderen aber auch Betreuer, die auf ihre Einnahmen aus dem Fußball durchaus angewiesen sind. „Wir können nicht alle über einen Kamm scheren“, betont Schotte. Im Nachwuchsbereich, wo die Trainer nach geleisteten Stunden bezahlt werden, greift ein neuer Ansatz. „Es wird eine Pauschale durch den Verein gezahlt“, erklärt die Geschäftsführerin. Denn auch die Coaches aus dem Jugendbereich hätten in der fußballfreien Zeit jede Menge mit Fortbildung und strategischer Arbeit zu tun.

Komplett eingefroren hat derweil der Gautinger SC seine Zahlungen an die Übungsleiter. „Das ist aber so mit ihnen abgestimmt“, teilt Abteilungsleiter Jens Rindermann mit.

Zumindest reduziert hat dagegen die DJK Würmtal die Bezüge ihrer Coaches, allerdings im verträglichen Rahmen. „Wir denken an unsere Leute“, versichert Abteilungsleiter Thomas Gollong. Auch bei der DJK brauchen die Trainer teils ihr Honorar zum Leben.

In Stockdorf fließen Trainergehälter in die Sportplatz-Sanierung

Anders gestaltet sich die Situation beim TV Stockdorf. Korbinian Halmich und Marco Gühl verzichten in der fußballlosen Zeit freiwillig auf ihr Geld und spenden es für die Sanierung des Sportplatzes. „Wir hätten weiter bezahlt“, stellt Robert Frank klar. So kann sich der Abteilungsleiter die Honorare für die Monate April und Mai sparen.

Auch beim TSV Pentenried denkt Coach Franz Möhwald an den Klub. „Er hat signalisiert, dass er keinen Bedarf hat, das Geld zu bekommen“, sagt Michael Möhwald. Seit diesem Monat stehen erst einmal keine Zahlungen mehr an. Der Spartenchef der Kicker vom Römerfeld fühlt sich durch die Großzügigkeit seines Onkels aber selbst verpflichtet: Die Auslagen für die Trainingsutensilien, die der Übungsleiter erst vor Kurzem beschafft hat, sollen Franz Möhwald deswegen so schnell wie möglich zurückerstattet werden.

hch

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