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Eine gelöste Stimmung machte Coach Maximilian Reid nach dem Sieg über Herakles bei seinen Spielern aus.

Negativ-Serie beendet

Erlöst nach über einem Jahr ohne Sieg: Neuried-Coach Reid im Interview

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Nach mehr als einem Jahr ist die Sieglos-Serie des TSV Neuried zu Ende gegangen. Wir haben mit Trainer Maximilian Reid über Euphorie, Psyche, Glück und Pech gesprochen.

Neuried – Nach 36 Spielen – und mehr als einem Jahr – ohne Sieg hat der TSV Neuried am vergangenen Wochenende mit einem 3:1 gegen den Herakles SV München seine Negativ-Serie beendet. Ihre erste Landesliga-Saison hatten die Grün-Weißen am 19. Mai 2018 mit einem 3:0 gegen die TuS Pfarrkirchen und dem Klassenerhalt beendet. Seitdem musste die Mannschaft 405 Tage auf den nächsten Dreier warten, ehe am Samstag der ersehnte Befreiungsschlag gelang. Trainer Maximilian Reid, in der vergangenen Saison noch als Spieler auf dem Feld, hat mit dem Münchner Merkur über das Ende der Serie gesprochen.

Herr Reid, wie oft wurden Sie im letzten Jahr auf die Sieglos-Serie des TSV Neuried angesprochen?

Eigentlich fast gar nicht. Aber vielleicht haben die Leute sich auch nicht getraut, weil sie wussten, wie ich reagieren würde (lacht). Einige Mitspieler haben erzählt, dass sie sich hin und wieder etwas anhören durften. Ab und zu wurde ich auch in der Arbeit danach gefragt. In der vergangenen Saison wurde aus verschiedenen Gründen ein Generationenwechsel eingeleitet. Dass der zum deutlichen Abstieg führen würde, hätten wir vorher so nicht geglaubt. Es war dann aber in der Rückrunde früh klar, dass es nur noch darum geht, sich mit Anstand aus der Liga zu verabschieden.

Der Treffer von Tobias Nitzl zum 3:1 gegen Herakles in der Nachspielzeit hat das Ende der Serie besiegelt. Was ist Ihnen in diesem Moment durch den Kopf gegangen?

Ich habe mir gedacht: endlich mal gewonnen. Aber nicht wegen der letzten Saison, sondern eher wegen der ersten beiden Spiele (1:4 gegen den TSV Brunnthal, 1:2 beim MTV Berg, Anm.d.Red.). Es ist eine kurzfristige Bestätigung unserer Arbeit, wenn auch Resultate da sind. Unterschwellig fängt der eine oder andere vielleicht doch an zu zweifeln. Die letzte Saison ist für einen Teil der Mannschaft da immer noch eine Teil-Hypothek. Aber ich habe bereits vor der Saison gesagt: Was in der Vergangenheit war, zählt nichts.

In der vergangenen Spielzeit standen Sie selbst noch auf dem Platz. Wie sehr war die Serie bei den einzelnen Spielen im Hinterkopf?

Lange Zeit eher weniger, aber am Ende der Saison war es schon schwierig. Da wusstest du eigentlich schon vor Anpfiff, dass nichts mehr geht.

Wäre es nach den beiden Auftaktniederlagen für die Psyche schwierig geworden, wenn es dann wieder nicht mit dem ersten Sieg geklappt hätte?

Das ist bei den Spielern präsenter als bei uns Trainern. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir das Ganze psychologisch aufarbeiten müssen. Wir sind nicht gerade mit Euphorie in die Saison gestartet, anders als beispielsweise ein Aufsteiger wie der TSV Brunnthal. Aber bei den Aufsteigern ist irgendwann auch die Anfangseuphorie weg, und bei uns kommt langsam wieder eine soweit normale Grundstimmung auf. Direkt nach dem Spiel war die Erleichterung deutlich spürbar. Auch beim gemeinsamen Essen wirkte die Mannschaft viel gelöster als davor.

Man sagt, wenn man oben steht, geht eher mal ein Ball mit Glück ins Tor. Wenn es nicht läuft, verliert man knappe Spiele dagegen oft unglücklich. Wie viel Wahrheit steckt Ihrer Meinung nach darin?

Hermann Gerland hat mal gesagt: „Immer Glück haben ist auch Können.“ Das Gleiche gilt andersherum aber auch. Es dauerhaft auf das Pech zu schieben, ist eine dankbare Ausrede. Wir hatten letztes Jahr nach dem Umbruch einfach nicht die Qualität, um in der Landesliga zu bestehen und sie zu halten, so ehrlich müssen wir sein. Das einzige Pech, das wir hatten, waren die vielen Verletzten. In dieser Saison haben wir aber definitiv genug Qualität für die Bezirksliga und sind vor allem in der Breite besser aufgestellt.

Der Negativtrend ist fürs Erste gestoppt. Startet der TSV jetzt die Positiv-Serie?

Im Sport gibt’s auf Dauer kein Glück. Wenn wir punkten, dann wegen unserer Qualität und investierten Arbeit. Wir möchten sukzessive die nötigen Punkte holen. Wenn da eine Serie dabei ist, nehmen wir die natürlich gerne mit.


Das Gespräch führte Tobias Empl

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