Mario Germek und seine Würmtaler Trainerkollegen würden die Saison auch ohne Zuschauer fortsetzen.
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Mario Germek und seine Würmtaler Trainerkollegen würden die Saison auch ohne Zuschauer fortsetzen.

Pläne des BFV

Fußball-Basis würde Geisterspiele akzeptieren - Hauptsache, es wird wieder gespielt

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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Erfolgt der Restart mit oder ohne Fans? Gerade in den unteren Ligen sind die Zuschauerzahlen überschaubar - die Basis hätte wenig Probleme mit Geisterspielen.

Würmtal – Die Fußball-Saison steht weiter auf der Kippe. Wenngleich fast alle Mannschaften inzwischen schon Testspiele bestritten haben und mitten in der Vorbereitung stecken, hängt der Zeitplan des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) noch am seidenen Faden. Am ersten Wochenende im September soll die mittlerweile als Saison 2019/21 bezeichnete Spielzeit im Optimalfall fortgesetzt werden. Das Problem: Die Bayerische Staatsregierung macht noch keine Anstalten, Zuschauer bei Fußballspielen bis dahin wieder zuzulassen. Der BFV seinerseits verkündete im April: „Klare Botschaft: keine Geisterspiele im Amateurfußball!“

Janker: Start im September wohl mit Zuschauerbeschränkungen

Diese Meinung scheinen die Funktionäre inzwischen zumindest nicht mehr mit der damaligen Konsequenz zu vertreten. „Wir möchten ausloten, wo bei den Zuschauerzahlen die Schmerzgrenze bei den Vereinen liegt“, erklärte Verbandsspielleiter Josef Janker gestern auf dem Amateurfußball-Internetportal FuPa. Der BFV wolle zwar „definitiv keine Pflichtspiele mit Zuschauer-Einschränkungen oder gar ohne Fans haben“. Man müsse aber realistisch bleiben. „Wir möchten im September starten, aber es ist nicht davon auszugehen, dass wir das zu diesem Zeitpunkt ohne Zuschauer-Beschränkungen dürfen“, sagte Janker.

Ochsenkühn: Wenn man Saisonfortsetzung wieder absagt, wäre es eine Katastrophe

Im Würmtal herrscht große Einstimmigkeit in den Vereinen. Die Fußballer wollen schlicht und einfach spielen. „Wir Trainer müssen immer einen Spannungsbogen für die Spieler aufbauen“, sagt Thomas Ochsenkühn. Nicht nur der Coach des TSV Gräfelfing II hat seine Kicker nun schon für die Saisonfortsetzung im September heißgemacht. „Wenn man das jetzt wieder absagt, wäre es eine Katastrophe“, meint Ochsenkühn. Sein Kollege vom TSV Neuried II stimmt zu. „Das wäre kein gutes Signal, jetzt hat man gerade wieder alles hochgefahren“, sagt Maximilian Zgud.

Würmtaler Trainer würden notfalls auf Zuschauer verzichten

Notfalls würden die meisten Würmtaler Trainer sogar komplett auf Zuschauer verzichten, was der BFV so noch ausschließt. „Bei uns ist sowieso jedes Spiel ein Geisterspiel“, sagt Mario Germek lachend. Der Coach der DJK Würmtal spielt damit auf die geringe Zuschauerzahl in den unteren Amateurligen an. Auch Ochsenkühn und Zgud würden sich in letzter Konsequenz für Geisterspiele und gegen ein Kippen des Zeitplans entscheiden. Hauptsache, es wird weitergespielt. „Ob wir mit oder ohne Zuschauer die Klasse halten, ist mir egal“, sagt Zgud augenzwinkernd. Michael Lelleck war bekanntlich von Anfang an kein Fan davon, die Saison fortzusetzen. Nun, da diese Entscheidung längst vom Tisch ist, will der Trainer aber dringend am Zeitplan festhalten. „Glücklich bin ich nicht mit der Situation, aber es würde für mich keine Rolle spielen, ob Zuschauer dabei sind oder nicht“, stellt Lelleck klar. „Priorität hat, dass die Mannschaft wieder Fußball spielt.“

Germek: Im Amateurbereich kann man auch noch an die Vernunft der Fans appellieren

Am liebsten wäre den Würmtaler Übungsleitern aber schlicht eine Beschränkung der Zuschaueranzahl. Germek ist sich sicher: „In den unteren Ligen wäre es kein Problem zu kontrollieren und koordinieren, dass die Abstände eingehalten werden.“ Auch Franz Möhwald, Trainer des TSV Pentenried, hält das für die Optimallösung. „Sitzplätze markieren“ und die stehenden Fans um den Platz verteilen: Das ist sein Ansatz. „Im Amateurbereich kann man auch noch an die Vernunft der Fans appellieren“, ergänzt Möhwald.

Der BFV ist sich derweil offensichtlich sehr sicher, dass alles nach Plan läuft. Gestern veröffentlichte er etwa die Gruppeneinteilung für den neuartigen Ligapokal. Die Planungen laufen also unbeirrt. (MICHAEL GRÖZINGER)

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