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Zwei Protagonisten: Planeggs Andreas Petermeier (l.) traf zum 1:0, Andreas Gries wurde kurz vor Schluss im Strafraum zu Fall gebracht, was eine Rudelbildung und einen Strafstoß nach sich zog – diesen vergaben die Wölfe.

Samieis Tätlichkeit wird nicht geahndet

Rudelbildung und Elfmeter: Hitzige Schlussphase beim Derby Planegg gegen Gräfelfing

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Ein rassiges Derby zwischen dem TSV Gräfelfing und dem SV Planegg-Krailling wurde von groben Unsportlichkeiten überschattet. Am Ende behielt der favorisierte SVP mit 2:0 die Oberhand über die Wölfe von Trainer Bernd Gegenfurtner.

Das Spiel begann sehr ruhig und beide Mannschaften ließen wenig zu. Die etwa 130 Zuschauer sahen ein äußerst chancenarmes Spiel, da die Versuche des SVP nach vorne zu zaghaft waren. In einem umkämpften Derby spielten sich viele Szenen im Mittelfeld ab. „Wir haben uns sehr schwergetan gegen die gute Gräfelfinger Abwehr“, meinte SVP-Trainer Michael Lelleck unmittelbar nach Spielende. Die Wölfe beschränkten sich auf die Abwehrarbeit und ließen lange nichts zu, während es Planegg häufig vergeblich über die linke Offensivseite und Nikola Negic versuchte. Ebendieser kam kurz vor der Pause vor das Tor von Tobias Kernbach, aber aus spitzem Winkel verzog der offensive Mittelfeldspieler knapp.

Auch in Durchgang zwei fand der SVP kaum Mittel gegen die beherzt verteidigenden Gräfelfinger, die allerdings nach vorne wenig versuchten. Ab der 60. Spielminute begannen die Gäste, das Risiko zu erhöhen. Die Stimmung kochte hoch. „Wir mussten mehr investieren, um zu einem Tor zu kommen. Und da der Schiedsrichter eine Notbremse der Wölfe mit Gelb geahndet hat, wurde es hitziger“, sagte Lelleck. Nach einer geklärten Ecke zog Andreas Petermeier aus 22 Metern ab und erzielte das 1:0. „Das war sehr ärgerlich, weil ich meine Spieler auf den freistehenden Spieler hingewiesen habe“, sagte ein enttäuschter Gegenfurtner. In der Folge versuchte Gräfelfing viel über den eingewechselten Joel Mukenpi, der allerdings glücklos blieb.

Der Unparteiische rückte derweil zunehmend in den Fokus. „Das Schlimmste war, dass der Schiedsrichter in keiner Situation mit sich reden ließ“, so Lelleck. In der 83. Minute erreichte das Spiel seinen Höhepunkt: Innerhalb des Sechzehners ging Andreas Gries zu Boden, und es gab Strafstoß für die Wölfe. „Es war eine vertretbare Entscheidung“, meinte Gräfelfings Gegenfurtner. Die Gäste sahen das anders. Es kam zur Rudelbildung, bei der Planeggs Shekeb Samiei den gefoulten Gries im Gesicht erwischte. Spieler von der Bank, die auf den Gräfelfinger Kunstrasen stürmten, verschärften die Situation. Als die Szene beendet war, zeigte Schiedsrichter Dieter Grill, der die Tätlichkeit offensichtlich nicht gesehen hatte, lediglich SVP-Keeper Sven Krost die Gelbe Karte. „Das ist nicht das Planegger Niveau“, befand Gegenfurtner. Andreas Karg trat zum fälligen Strafstoß an und scheiterte an Krost. In der Folge hatte der SVP Räume zum Kontern und erzielte durch Tobias Empl in der 88. Minute das 2:0. Das Spiel war gelaufen.

Doch beide Trainer waren nach der Partie zufrieden mit der Leistung ihres Teams. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Es war ein unglücklicher Spielverlauf“, so Gegenfurtner. Lelleck gab zu Protokoll: „Das war ein verdienter Sieg.“ Zum Vorfall mit Samiei konnte der Trainer nichts sagen: „Ich habe es nicht gesehen. Wenn es einen Schlag gab, muss es natürlich Rot geben.“ 

Text: tao

TSV Gräfelfing – SV Planegg-Krailling 0:2 (0:0)

TSV Gräfelfing: Kernbach; Edelmann, C.Karg, Kaintzyk (C), A.Karg, Yalcin (31. Sommer), Gries, Holztrattner, S.Schmidt, Betz, Wagner (31. Mukenpi)

SV Planegg-Krailling: Krost; Brylok (80. Sedlmair), Busl, Pfleiderer, Wassermann, Paul, Negic, Empl (62. Popov), Petermeier (C), Hartmann (70. Samiei), Sudol

Tore: 0:1 Petermeier (75.), 0:2 Empl (88.)

Bes. Vorkommnis: A.Karg/Gräfelfing verschießt Strafstoß (84.)

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