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Gräfelfing II dank Betonabwehr zurück in Kreisklasse – Team und Trainer wollen weitermachen

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Gegenseitig unterstützt, gemeinsam gefeiert: Erste und zweite Mannschaft des TSV Gräfelfing sind enger zusammengerückt.
Gegenseitig unterstützt, gemeinsam gefeiert: Erste und zweite Mannschaft des TSV Gräfelfing sind enger zusammengerückt. © Dagmar Rutt

Der TSV Gräfelfing II spielt zur neuen Saison in der Kreisklasse. Nach dem Klassenerhalt der ersten Mannschaft ist jetzt alles rosarot bei den Wölfen.

Gräfelfing – Es war ein perfekter Sonntag für die Fußballer des TSV Gräfelfing. Erst sicherte sich die zweite Mannschaft dank eines 3:0-Erfolgs beim FC Neuhadern III als Zweiter der A-Klasse 3 den Aufstieg in die Kreisklasse, dann feierte die erste Mannschaft den Klassenerhalt in der Kreisliga. Bei der anschließenden Party am Vereinsgelände herrschte bis tief in die Nacht eine „Riesenstimmung“, wie Aufstiegstrainer Thomas Ochsenkühn sagt.

Über weite Strecken der Saison hatte sich ein kurioses Szenario angedeutet: Bei einem Abstieg der ersten und gleichzeitigem Aufstieg der zweiten Mannschaft hätten die Gräfelfinger zwei Kreisklasse-Teams in unterschiedlichen Gruppen stellen können. „Wir haben das Thema natürlich intern besprochen“, berichtet Ochsenkühn. Er ist heilfroh, dass es letztlich dazu nicht gekommen ist. An seine Mannschaft hatte er die Thematik aber ohnehin nicht nahe herankommen lassen. Die war ausschließlich fokussiert darauf, in die Kreisklasse zurückzukehren.

Dass die kleinen Wölfe im vergangenen Jahr überhaupt erst in der A-Klasse gelandet waren, hatte im Sommer für großen Unmut gesorgt. Das Team nach dem Abbruch der Saison 2019/21 trotz noch neun zu absolvierender Spiele aufgrund der umstrittenen Quotienten-Regelung absteigen zu lassen, empfanden sie an der Hubert-Reißner-Straße als große Ungerechtigkeit. Doch möglicherweise hatte der Abstieg auch etwas Gutes. Anders als in der Kreisklasse, als die Mannschaft einige herbe Niederlagen hatte einstecken müssen, war sie plötzlich nicht mehr in der Außenseiterrolle – und merkte schnell, dass sie mit jedem Gegner mithalten konnte. „Wir haben keine einzige Klatsche kassiert“, sagt Ochsenkühn stolz.

Ohnehin verloren die Gräfelfinger in der gesamten Saison nur drei Spiele – diese allerdings innerhalb von nur drei Wochen unmittelbar nach der Winterpause. „Danach waren wir in der Jäger-Position“, erinnert sich Ochsenkühn. In dieser Rolle fühlten sich seine Spieler offenbar wohl. Denn während die Konkurrenz nach und nach Federn ließ, holte der TSV aus den abschließenden sieben Saisonspielen starke 19 Punkte. Auch weil die Mannschaft das Aufstiegsziel immer klar vor Augen hatte. „Wir wollten nicht rumeiern. Wenn man zur Winterpause Zweiter ist, will man auch hoch“, so der TSV-Coach.

Die Torausbeute ist dabei mit 48 erzielten Treffern lediglich unterer Liga-Durchschnitt. Ein echter Torjäger wurde die gesamte Saison über vergeblich gesucht, bester Schütze war Trainersohn Daniel Ochsenkühn mit sechs Treffern. Erst zum Saisonende kam der Angriff immer besser ins Rollen. Prunkstück des Teams war jedoch ohne Zweifel die Defensive. Nur 22 Gegentore in 20 Spielen sind mit großem Abstand Liga-Spitzenwert. Kapitän Marcel Konarski und seine Kollegen hielten hinten den Laden dicht.

Der wichtigste Faktor war laut Ochsenkühn aber nicht sportlicher, sondern menschlicher Natur. „Wir haben einen super Zusammenhalt und tolle Charaktere im Team.“ Auch das Miteinander zwischen erster und zweiter Mannschaft sei trotz zwei recht strikt getrennter Kader mit der Zeit immer besser geworden. Am Ende unterstützten sich beide Teams in den entscheidenden Spielen lautstark gegenseitig.

Auch für die kommende Saison ist Ochsenkühn nach diesem rauschenden Saisonfinale nicht bange, zumal ein Großteil der Spieler dem Verein erhalten bleibt. Er selbst hat ebenfalls seine Bereitschaft signalisiert, weiterzumachen. Konkrete Gespräche stehen aber noch aus. Schließlich wurde erst einmal gefeiert.

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