Die Ermunterung am Stammtisch fehlt Gräfelfings Fußballchef Christian Stigloher.
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Die Ermunterung am Stammtisch fehlt Gräfelfings Fußballchef Christian Stigloher.  

Probleme in Pandemiezeiten 

TSV Gräfelfing: Aufstieg in den nächsten Jahren das Ziel

  • vonChristian Heinrich
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Den TSV Gräfelfing beschäftigen die Probleme in Zeiten der Pandemie. Dennoch blickt man optimistisch in die Zukunft und setzt sich neue Ziele.

Gräfelfing – Mal hat es Lob gegeben, mal Kritik, mal Rat und immer auch Ermunterung. Der Stammtisch im Vereinsheim des TSV Gräfelfing ist eine Institution bei den Fußballern. Weil die Bayerische Staatsregierung wegen der Corona-Pandemie die Kontakte unter den Bürgern fast komplett eingeschränkt hat, findet er derzeit nicht statt. Sehr zum Bedauern von Christian Stigloher, der sich immer gerne an die Runde wandte, wenn er Hilfe benötigte. „Die Begegnung mit dem Stammtisch geht mir unheimlich ab“, gibt der Abteilungsleiter zu. Seit der 51-Jährige am 22. September zum neuen Leitwolf auserkoren wurde, hatten er und seine Mitstreiter kaum Gelegenheit, ihre Vorhaben und Pläne in den Verein zu tragen.

Kontakt zu älteren Mitglieder schwierig

Die Runde in der Meisterschaft sowie der Ligapokal wurden im November unterbrochen, Hallenturniere ersatzlos gestrichen. Seitdem rührt sich nur noch wenig auf dem Gelände an der Hubert-Reißner-Straße. „An die Mitglieder heranzutreten, ist schwierig“, räumt Andreas Gries ein. Der stellvertretende Abteilungsleiter erreicht über die sozialen Medien, die die Wölfe gewissenhaft pflegen, vor allem die jüngeren der insgesamt 600 Mitglieder. Kontakt zu halten mit den älteren, die sich im Internet nur unsicher bis gar nicht bewegen, fällt schwer. „Wir müssen da auf eine andere Weise kommunizieren“, sagt Gries. Viele Alternativen bieten sich nicht. Früher konnten die Verantwortlichen bei den Weihnachtsfeiern Rede und Antwort stehen. Zurzeit bleibt den Fußballern allein die Vereinszeitung des TSV, in der sie über ihre Arbeit informieren.

TSV Gräfelfing: Benefizspiel gegen SpVgg Unterhaching geplant

Themen, über die zu sprechen ist, hätten sie genug. So verzögerte sich wegen der Corona-Pandemie die Abnahme des Kunstrasenplatzes weiter, die eigentlich bereits für September geplant war. Wenn ein normales Zusammenleben wieder möglich ist, plant der TSV Gräfelfing ein Benefizspiel gegen die SpVgg Unterhaching, an das sich vielleicht auch noch ein Jugendspiel anschließt. „Das Ganze soll auch ein Dankeschön an unsere Mitglieder und Trainer sein“, erklärt Stigloher. Generell sollen laut Abteilungsleiter die Mitglieder mehr Mitsprachemöglichkeiten erhalten. „Wir sind offen für die Ideen von anderen“, betont er. Besonders die Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen liegen ihm am Herzen. „Die haben eine völlig andere Sichtweise“, sagt Stigloher. In die Offensive wollen die Wölfe in Sachen Sponsoring gehen. Da sich die Abteilung in den vergangenen Jahren stark verschuldete, führt Kassier Sascha Polecki schon erste Gespräche mit potenziellen Geldgebern. „Aber das ist in Corona-Zeiten schwer“, stellt Stigloher fest.

Aufstieg in den nächsten Jahren geplant

Auch die sportliche Planung gestaltet sich kompliziert. Ende März soll es laut dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) optimalerweise wieder auf den Plätzen losgehen. Wie realistisch das ist, kann niemand sagen. „Wir müssen aber trotzdem planen“, erklärt Gries. Das Programm für die Vorbereitung sowohl der ersten als auch der zweiten Mannschaft steht, Testspiele sind ausgemacht. Sechs Wochen will man sich Zeit nehmen, um sich ausgiebig auf den Restart vorzubereiten. Auch wenn der Klassenerhalt in Kreisliga und Kreisklasse oberste Priorität in dieser Saison genießt, schielen die Wölfe schon über den Tellerrand hinaus. „Ziel ist es, mal eine Liga höher zu gehen“, verkündet Gries. Genug Stoff also, über den eingehend zu reden wäre: bei den Mannschaften, bei den Mitgliedern und am Stammtisch.

(Christian Heinrich)

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