„Noch Luft nach oben“ sieht Gräfelfings Trainer Konstantin Schachtner. 
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„Noch Luft nach oben“ sieht Gräfelfings Trainer Konstantin Schachtner. 

Wölfe starten in der Liga erst am 11. Oktober

TSV Gräfelfing: Viele Fragezeichen bei Schachtner-Elf nach XXL-Vorbereitung

  • vonChristian Heinrich
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Diese Vorbereitung zog sich für den TSV Gräfelfing. Am 4. Oktober wartet nun endlich das erste Pflichtspiel im Ligapokal, eine Woche später geht es in der Liga los.

Gräfelfing – Bis die Rückrunde für die Kreisliga-Fußballer des TSV Gräfelfing beginnt, müssen sie sich noch ein wenig gedulden. Erst am 11. Oktober nehmen die Wölfe mit der Partie beim FC Neuhadern die Saison wieder auf. Vorher steht am kommenden Sonntag das Debüt im neuen Ligapokal bei der DJK Pasing an. Wenn alles gut läuft, bleiben die Spätstarter aus dem Würmtal bis zum ersten Advent im Spielbetrieb.

TSV Gräfelfing: „Die Motivation in einer solchen Situation hochzuhalten, ist extrem schwierig“

Doch nach einer zähen und schier endlosen Vorbereitung weiß beim TSV niemand so recht, was in den nächsten Wochen auf ihn zukommt. „Es fehlte der letzte Kick“, lautet das Resümee von Konstantin Schachtner zu den vergangenen Monaten. Im Sommer hatte der Coach das Zepter von Bernd Gegenfurtner übernommen, Mitte Juli war er ins Training eingestiegen, knapp drei Monate später bestreitet seine Elf das erste Punktspiel. Irgendwie kam sich Schachtner vor wie ein Schiffbrüchiger auf dem Ozean – es war weit und breit kein Land in Sicht. „Die Motivation in einer solchen Situation hochzuhalten, ist extrem schwierig“, stellt er klar. Für Abhilfe sorgten seine Fußballer selbst. Um die 20 Spieler kamen regelmäßig ins Training und entfachten eine Gruppendynamik, von der das Team nun zehrt. „Das hat einen Push gegeben“, sagt der Coach. Der neue Geist war wichtig, um die eine oder andere Trockenphase zu überstehen. Schließlich war es nicht möglich, alle ausgemachten Testspiele zu bestreiten.

TSV Gräfelfing: Leistungsdiagnostik und verschiedene Spielsysteme

Schachtner ließ sich so manches einfallen, um sein Personal bei Laune zu halten. Die Leistungsdiagnostik kitzelte bei einigen Spielern den Ehrgeiz heraus. Allerdings sorgte die erste oberflächliche Betrachtung der gesammelten Daten für eine gewisse Ernüchterung. „Es ist noch Luft nach oben“, teilt der Übungsleiter mit. Auch taktisch beschritt Schachtner mit seiner Elf neue Wege. Die Wölfe paukten Dreier- und Fünferkette so fleißig, dass der Trainer keine Bedenken hat, sie in einem Pflichtspiel umzusetzen. Die taktische Flexibilität hilft der Mannschaft, die eine oder andere personelle Lücke zu kompensieren.

TSV Gräfelfing: Youngster Johannes Münch und Routinier Andreas Gries

Ein Sternchen verdiente sich in der Vorbereitung Johannes Münch, der von den A-Junioren zu den Erwachsenen wechselte. „Ich bin sehr überrascht, wie er sich entwickelt hat“, sagt Schachtner. Den zentralen defensiven Mittelfeldspieler kennt er bereits aus seiner Zeit, als er beim TSV noch die C-Junioren betreute. Neben dem Jungen sorgte auch ein Routinier für frischen Elan im Wolfsbau. Andreas Gries übernahm nach seiner Rückkehr vom SC Olching gleich wieder das Kommando. „Du brauchst ein paar Alte“, so Schachtner. Er ist heilfroh, dass der 35-jährige Ur-Gräfelfinger wieder für seinen Heimatverein kickt. „Seine Motivation wird auf die gesamte Mannschaft überschwappen.“

TSV Gräfelfing: Keeper und Co-Trainer Sascha Polecki am Finger verletzt

Ohne Wille und Einstellung werden die Wölfe Probleme bekommen, wenn sie den neunten Tabellenplatz aus der Hinrunde verteidigen wollen. Sieben Punkte beträgt ihr Vorsprung auf die Abstiegszone. Im Ligapokal, in dem den Würmtalern neben Pasing der SV Waldeck-Obermenzig sowie der SV Akgüney Spor zugelost wurden, sind die Ambitionen gedrosselt. „Es ist nicht das erste Ziel, das zu gewinnen“, erklärt Schachtner. Momentan plagen ihn ohnehin andere Sorgen. Sein Keeper und Co-Trainer Sascha Polecki brach sich den Finger. Außerdem zogen die häufigen Trainingseinheiten auf dem Kunstrasen bei manchem Fußballer Entzündungen der Sehnen und kleinere Blessuren nach sich.

TSV Gräfelfing: Florian Holztrattner greift nach Kreuzbandriss wieder an

Immerhin konnte Florian Holztrattner nach seinem Kreuzbandriss langsam wieder in den Übungsbetrieb einsteigen. Dass er in dieser Saison noch eine Option werden kann, ist eine der wenigen positiven Folgen der durch Corona in die Länge gezogenen Vorbereitung. (CHRISTIAN HEINRICH)

Vorbereitungsplan

Testspiele: TSV Gräfelfing – TSV Geiselbullach 2:1, FC Ludwigsvorstadt – TSV Gräfelfing 1:3, FC Eichenau – TSV Gräfelfing 4:0, MTV Berg – TSV Gräfelfing 7:1, SV Günding – TSV Gräfelfing 3:1, FC Unterföhring II – TSV Gräfelfing 0:5

Erstes Pflichtspiel: DJK Pasing – TSV Gräfelfing (Ligapokal, Sonntag, 4. Oktober, 15 Uhr)

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