Zeit des Abschieds: Luis Gutierrez Santiago (r.) verlässt den TSV Neuried und dessen Trainer Mathieu Jerzewski.
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Zeit des Abschieds: Luis Gutierrez Santiago (r.) verlässt den TSV Neuried und dessen Trainer Mathieu Jerzewski.

Luis Gutierrez Santiago verlässt den Verein

TSV Neuried - Futsal: In der Breite fehlt es

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Während der Futsal in anderen europäischen Ländern wie Spanien oder Italien bereits seit Jahren fest etabliert ist, hatte es die Sportart hierzulande lange Zeit schwer.

VON TOBIAS EMPL

Neuried – Noch immer gibt es nur wenige Teams, gerade in Bayern. Doch wurde die Professionalisierung in den vergangenen Jahren immer weiter vorangetrieben – mit der Einführung der Futsal-Bundesliga als logischem nächsten Schritt (wir berichteten). Auch beim TSV Neuried hat sich der Futsal kontinuierlich weiterentwickelt. Aushängeschild ist die erste Mannschaft, das ist klar. Doch inzwischen gibt es sogar eine zweite Mannschaft und auch in vielen Junioren-Fußball-Mannschaften wird im Winter Futsal gespielt. „Generell geht es seit einigen Jahren immer schrittweise nach oben“, betont Mathieu Jerzewski, der die erste Mannschaft im Spätsommer 2016 vom heutigen Teammanager Fabian Fischer übernommen und 2018 in die derzeit noch höchste deutsche Spielklasse, die Regionalliga Süd, geführt hat.

Die Qualifikation für die Bundesliga hält der TSV-Coach nicht für realistisch, dennoch betont Jerzewski: „Stillstand beziehungsweise Stagnation gibt es nicht.“ Nun gelte es „seitens Trainer, Spieler und Umfeld die größtmöglichen Anstrengungen zu unternehmen, diesen Weg weiter zu bestätigen.“ Oberstes Ziel ist die Etablierung in der Regionalliga Süd. Mit der coronabedingt drei Spieltage vor Saisonende abgebrochenen Spielzeit ist Jerzewski, der seit einem Jahr von Co-Trainer Alexey Burdmann unterstützt wird, grundsätzlich zufrieden. Zwar ärgern ihn unnötige Heimniederlagen wie gegen den 1. FC Penzberg (6:8) und GO Rhein-Main Futsal (5:6) sowie die 0:9-Klatsche beim FC Deisenhofen. Doch das Spieljahr hat auch gezeigt, dass der TSV Neuried im Vollbesitz seiner Kräfte nur schwer zu schlagen ist. Gegen den Tabellenzweiten SSV Jahn Regensburg (6:4) und den Dritten TV Wackersdorf (7:3) feierten die Grün-Weißen überraschende Siege. Selbst der TSV Weilimdorf, amtierender Deutscher Meister und Seriensieger, schlug die Neurieder vor eigenem Publikum nur dank drei späten Toren noch knapp mit 5:4. Ein Punktgewinn wäre eine echte Sensation gewesen, denn Weilimdorf blieb in der gesamten Saison verlustpunktfrei. Jerzewski: „Wir müssen uns keineswegs in taktischer Hinsicht verstecken, wissen um unser Potenzial und wollen als Team weiter reifen und gezielt entwickeln.“

Doch was den Neuriedern fehlt, ist die Tiefe im Kader. Und da die Liga auf 13 Mannschaften vergrößert wurde, droht eine Mammut-Saison. Insgesamt müsse eine breitere Basis geschaffen werden, so Jerzewski mit Blick nach vorne: „Entscheidend wird in der Zukunft sein, dass wir Futsaler mit der Zeit mitgehen können, denn auch die Regionalliga Süd wird sich langfristig als zukünftige 2. Liga professionalisieren.“ Noch können die Neurieder den Ausfall einiger Leistungsträger nicht kompensieren, und wollen sich deswegen punktuell verstärken. Bis jetzt ist allerdings mit Luis Gutierrez Santiago, der aus privaten Gründen den Verein verlässt, nur ein Abgang zu vermelden. Die ohnehin schwierige Suche nach Neuzugängen wurde durch die Corona-Pandemie zusätzlich erschwert. Erst seit kurzem ist es überhaupt wieder erlaubt, Nicht-Vereinsmitglieder zum Probetraining einzuladen. Der Saisonstart und der genaue Ablauf der kommenden Spielzeit sind derzeit noch nicht festgelegt. Im Training, das noch immer auf freiwilliger Basis stattfindet, tasten sich die Futsaler erst langsam wieder an die Belastung heran. „Erst einmal müssen die Spieler nach monatelanger Zwangspause wieder in einen Belastungsrhythmus kommen“, sagt Jerzewski. In den kommenden Wochen möchte er die Intensität und Zweikampfführung langsam steigern.

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