Letzter Auftritt: Das Heimspiel gegen den TSV Weilimdorf ist heute exakt einen Monat her. Seitdem standen die Neurieder Futsaler um Artem Burdman (vorne) wegen Spielabsagen und des Lockdowns nicht mehr auf dem Parkett.
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Letzter Auftritt: Das Heimspiel gegen den TSV Weilimdorf ist heute exakt einen Monat her. Seitdem standen die Neurieder Futsaler um Artem Burdman (vorne) wegen Spielabsagen und des Lockdowns nicht mehr auf dem Parkett.

Der Hallenfußball ist im November komplett ausgesetzt

Spielverbot für die Futsaler des TSV Neuried trotz höchster Liga

  • vonTobias Empl
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TSV Neuried Futsal: Auch in der höchsten Futsal-Liga ruht im November der Ball. Das Team um Mathieu Jerzewski hält sich individuell mit Online-Training fit.

Neuried – Es war ein echter Krimi. 5:3 gewann die deutsche Futsal-Nationalmannschaft am Montagabend ihr Heimspiel gegen die Schweiz vor leeren Rängen in Ludwigsburg. Trotzdem verpassten die Deutschen die Qualifikation zur Futsal-Europameisterschaft, denn die Schweiz hatte das Play-off-Hinspiel mit 4:2 gewonnen und durfte dank der Auswärtstor-Regelung jubeln. Länderspiele dürfen trotz des weitgehenden Verbots von Mannschaftssport stattfinden. Deutschlands höchste Futsal-Spielklasse, die fünfgleisige Regionalliga, ruht dagegen im November komplett. Für den TSV Neuried, seit 2018 Bestandteil der Liga, ist vorerst nur Online-Training möglich. „Die Mannschaft hält sich individuell fit und versucht, Ruhe zu bewahren. Sobald es wieder losgeht, stehen wir bereit“, so Trainer Mathieu Jerzewski.

Unmittelbar nach Verkündung des Amateursport-Verbots hatten in einigen Sportarten, etwa im Handball (wir berichteten), die Diskussionen begonnen, ab welcher Liga der Amateursport endet und der Profisport beginnt. Von einer derartigen Debatte bekam Jerzewski in der Futsal-Regionalliga nichts mit. Den Mannschaften sei lediglich mitgeteilt geworden, dass der Spielbetrieb im November „vor dem Hintergrund der Corona-Entwicklung und den Regierungsentscheidungen bezüglich des Spielbetriebs im Amateurfußball“ ausgesetzt werde, berichtet der TSV-Coach. Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zählen allerdings die drei höchsten Ligen zum Profisport – auch in nichtolympischen Sportarten wie Futsal. Eine Verbandserklärung, warum die Futsal-Regionalliga trotzdem nicht weitermacht, gibt es bislang nicht.

Corona-Spielpause verkompliziert die Bundesliga-Qualifikation für den TSV Neuried

Wenngleich noch nicht olympisch, ist der Futsal dabei, sich auch in Deutschland weiter zu professionalisieren. Für die kommende Spielzeit ist die Einführung einer eingleisigen Bundesliga geplant. Ausgerechnet die Qualifikationssaison könnte aber aufgrund der Corona-Pandemie ziemlich chaotisch werden. Bereits vor der neuerlichen Unterbrechung mussten mehrere Spiele abgesagt werden. Neuried etwa konnte nur zwei von vier geplanten Partien absolvieren: Ein Spiel fiel einem Corona-Fall im eigenen Team, ein weiteres einem Verdachtsfall beim Gegner zum Opfer. Ohnehin war geplant, die 13er-Liga nach der Hinrunde in eine Aufstiegs- und eine Abstiegsrunde zu teilen, nun könnte es auf eine einfache Runde komplett ohne Rückspiele hinauslaufen. Eine solche Option hält Jerzewski für möglich, er betont jedoch: „Barrierefrei wird diese Saison mit Sicherheit nicht.“

Der Verband kündigte derweil an, vor einer Neubewertung zunächst weitere Regierungsentscheidungen abzuwarten. Von der Ungewissheit lässt sich Jerzewski bis dahin nicht verrückt machen. Er stellt klar: „Ich bin sehr geduldig und entspannt.“

Ähnlich gelassen sieht Kagan Erol die Lage, Trainer der Neurieder Zweiten. Futsal sei angesichts der aktuellen Situation erst einmal „weit hinten anzustellen“, so Erol. Mit seinem Team konnte er in diesem Herbst noch kein einziges Bezirksliga-Spiel absolvieren. Bis Ende Oktober war unklar gewesen, ob überhaupt genügend Teams für die im Futsal niedrigste Liga vorhanden sein würden. Das Timing war dann denkbar schlecht: „Erst kam das Okay – und in der gleichen Woche kam der zweite Lockdown“, sagt der Coach der TSV-Reserve. Darüber zu klagen, liegt ihm trotzdem fern. Erol: „Das ist eine harte Zeit. Da müssen wir alle gemeinsam durch.“ (Tobias Empl)

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