Der Bayern-Nachwuchs zählt zu den Dauergästen beim Hallenturnier des Gautinger SC.
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Der Bayern-Nachwuchs zählt zu den Dauergästen beim Hallenturnier des Gautinger SC.

Das Jubiläum des Webasto-Mini-Cups des Gautinger SC fällt aus

  • vonTobias Empl
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Das Jubiläum des Webasto-Mini-Cups des Gautinger SC fällt aus. Auch der Bayern-Nachwuchs tritt jedes Jahr in Gauting an.

Gauting – Vielleicht wäre ja diesmal der neue Timo Werner dabei gewesen. Beim Webasto-Mini Cup, dem Junioren-Hallenturnier des Gautinger SC, messen sich seit Januar 2002 die Nachwuchsmannschaften von Top-Vereinen auf hohem Niveau. 2006 zauberte auch der heutige deutsche Nationalspieler mit damals neun Jahren in der Gautinger Turnhalle und schoss den VfB Stuttgart zum Turniersieg. Für die 20. Ausgabe im Januar 2021 war das Teilnehmerfeld – wie immer in den vergangenen Jahren – hochklassig besetzt. Spieler und Eltern der Gautinger E-Junioren hatten auf Duelle mit den U10-Mannschaften des TSV 1860 München, von Red Bull Salzburg oder dem großen FC Bayern München gehofft. Rekordsieger Bayern (sechs Titel) hätte nach dem fünften Platz im Vorjahr sicherlich alles gegeben, um Titelverteidiger SpVgg Unterhaching den Titel wieder zu entreißen. Vielleicht wäre auch ein späterer Top-Spieler dabei gewesen wie 2006 Werner, und alle Zuschauer in Gauting hätten in zehn Jahren sagen können, sie hätten das Talent damals bereits erkannt. Doch der Mini-Cup 2021 bleibt im Konjunktiv, das Turnier wird coronabedingt nicht stattfinden.

„Es ist natürlich ganz bitter, das wir ausgerechnet die Jubiläumsausgabe absagen müssen“, sagt Turnier-Organisator Wolfram von Rhein, „aber Corona lässt uns keine andere Wahl“. Bereits im November findet in der Regel das Qualifikationsturnier für Mannschaften aus der Region statt, dessen Sieger sich neben Gastgeber Gauting im Januar mit den Top-Vereinen messen darf. Die Teilnehmer aus der näheren Umgebung wurden Mitte der vergangenen Woche über die Absage des Quali-Turniers informiert, die Großvereine werden demnächst ebenfalls über den Ausfall des Haupt-Events benachrichtigt. Von Rhein, seit 2003 Hauptverantwortlicher für das von Albert Büchele ins Leben gerufene Turnier, möchte dann möglichst schon den Termin für das nächste Turnier bekannt geben.

Die zwanzigste Ausgabe des Webasto-Mini-Cups muss bis nächstes Jahr warten

Denn die bisherigen 19 Ausgaben des „Erfolgsturniers“ (von Rhein) machen Lust auf mehr. Er erinnert an viele prominente Gäste, etwa den Ex-Bayern-Profi und heutigen Gladbach-Co-Trainer Alexander Zickler, Löwen-Legende Daniel Bierofka oder eine Autogrammstunde von Bayern-Star Mehmet Scholl, dessen Sohn Lucas ebenfalls 2006 teilnahm und noch vor Werner zum Spieler des Turniers gewählt wurde. Noch viel wichtiger sind jedoch die „vielen tollen, packenden Spiele“ (von Rhein), anfangs noch für U9-Junioren, seit 2013 für U10-Junioren.

Nur um möglichst spektakuläre Teilnehmer und große Namen geht es beim Mini-Cup nicht. Zwar waren auch schon weiter entfernte internationale Gäste wie etwa die 2008 zweitplatzierte Dalnoki-Akademie aus Budapest dabei, doch von Rhein betont: „Wir sind nicht größenwahnsinnig.“ Sogar Juventus Turin oder Real Madrid sagte er bereits ab. Das Turnier ist für Klubs aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gedacht, die sich im Umkreis von etwa 200 Kilometern Entfernung befinden, wodurch sowohl der organisatorische als auch der finanzielle Aufwand im Rahmen bleibt. Ohne finanzielle Unterstützung geht es aber auch bei weniger exotischen Teilnehmern nicht. Von Rhein denkt dabei neben den vielen Eltern, die für den Essensverkauf sorgen, und weiteren Sponsoren wie dem aktuellen Namensgeber Webasto vor allem an den langjährigen Unterstützer Hans Belling und dessen Firma.

In der aktuellen Situation sei eine Durchführung des Turniers unmöglich, so von Rhein, doch schon jetzt freut er sich auf das nächste Turnier – selbst wenn Corona noch einmal dazwischen funken sollte. Er stellt klar: „Jubiläum bleibt Jubiläum – spätestens 2023.“ (Tobias Empl)

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