Trifft derzeit nach Belieben: BCF-Angreifer Mirza Dzafic

"Will die Krone holen"

Wolfratshausen-Torjäger Mirza Dzafic: "Fühle mich wie 28"

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14 Tore in acht Spielen für deinen neuen Verein BCF Wolfratshausen. Und das mit 38 Jahren. Verrätst du uns dein Geheimnis?

Schwer zu sagen, was das Geheimnis ist. Ich lege extrem viel Wert auf Fitness, um verletzungsfrei zu bleiben. Außerdem spiele ich in einer sehr guten Mannschaft. Wir praktizieren sehr offensiven Fußball, haben dadurch extrem viele Torchancen. Davon profitiere ich natürlich.

Kommen wir zum Vergleich mit einem Mann, der ebenfalls bosnische Wurzeln besitzt und in einem ähnlichen Alter ist wie du. Bist du der Zlatan Ibrahimovic der Bezirksliga?

Nein, das kann man natürlich nicht vergleichen. Ibra ist ein Ausnahmespieler. Ibra ist Ibra, ich bin Mirza (lacht). Ich spiele mein ganzes Leben schon Fußball und habe Spaß daran.

Vergangene Spielzeit haben sie sich in Haidhausen fit gehalten, am Ende drei Partien für die SpVgg insgesamt absolviert. Wieso wagen sie mit 38 noch einmal das Abenteuer Bezirksliga bei der BCF Wolfratshausen?

Als ich in die Innenstadt gezogen bin und dadurch bei Fürstenfeldbruck aufgehört habe, konnte ich mich in Haidhausen fit halten. Bis ich meine Spielgenehmigung hatte, war es Mai. Ich kam in eine eingespielte Mannschaft, die gerade dabei waren aufzusteigen und es ja dann auch geschafft haben. Mir hat etwas die Fitness gefehlt und in Haidhausens Offensive waren super Spieler, wie zum Beispiel Stefan De Prato. Der Kontakt zu Wolfratshausen entstand über Cedomir Radic, dem Wolfratshausener Torhüter. Ich wollte mir das erstmal in Ruhe anschauen. Ich war vom allerersten Moment davon überzeugt, dass es passt und ich hierhin wechseln möchte. Eine gute Entscheidung.

"Wir wollen Erster werden!"

In Deutschland haben sie von der Kreisklasse bis zur Bayernliga in allen Ligen gespielt und getroffen. Welche ihrer zahlreichen Stationen war rückblickend die schönste?

Das auf die Schnelle zu entscheiden ist schwierig. Darüber müsste ich eigentlich länger nachdenken. Spontan würde ich sagen Haidhausen, mit dem Verein bin ich zweimal aufgestiegen. Gerade in meiner ersten Zeit hier lief es gut, als ich aufgrund eines Handbruchs zwar nur acht Spiele machte, aber trotzdem 14-mal traf.

Beim ESV München fungierten sie kurzzeitig als Spielertrainer. Werden wir sie nach der Karriere erneut an der Seitenlinie sehen?

Damit habe ich mich noch nicht befasst. Beim ESV bin ich nach dem Abstieg als Spielertrainer in einer schwierigen Situation eingesprungen. Wir hatten viele Abgänge und mussten irgendwie ein neues Team formen. Als Spielertrainer ist es deutlich schwieriger als normaler Trainer, da du die Entscheidungen hektisch vom Spielfeld aus treffen musst. Ich habe großen Respekt vor allen Spielertrainern. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht. Aber mit einem Trainerjob nach der Karriere habe ich mich noch nicht befasst.

Durch den Sieg über das Schlusslicht Herakles seid ihr bis auf zwei Punkte an den Zweiten Penzberg ran gerückt. Auf Spitzenreiter Brunnthal fehlen euch aktuell sechs Zähler. Traut ihr euch den Aufstieg in dieser Spielzeit noch zu?

Selbstverständlich tun wir das. Wir wollen Brunnthal noch abfangen und Erster werden! Es ist eine sehr ausgeglichene Liga, in der jeder jeden schlagen kann. Wir haben eine gute Truppe. Wir waren gerade in der Urlaubszeit in der Breite nicht allzu gut besetzt. Das hat uns als Mannschaft aber enger zusammengeschweißt. Und ab nächster Woche sind auch alle wieder an Bord.

"Die ganze Offensive strahlt viel Torgefahr aus"

Am Samstag gastiert der TSV Neuried in Wolfratshausen. Was für ein Spiel erwarten sie gegen den Tabellenachten?

Neuried hat als Absteiger zu Beginn hohe Siege gefeiert, unter anderem der in Oberweikertshofen. Die Niederlage gegen Pöcking kam sehr überraschend. Unsere Gegner haben komischerweise in der Woche bevor sie gegen uns spielen, spielfrei. Das kann ein Nachteil für uns sein, da sie uns intensiv beobachten können und eine längere Vorbereitung haben. Allerdings kann es auch sein, dass sie in dieser Zeit etwas ihren Rhythmus verlieren. Es wird ein schweres Spiel, aber wir spielen voll auf Sieg.

In den letzten beiden Partien trafen sie jeweils dreifach. Kann sich Neuried also schonmal auf mindestens drei Gegentreffer einstellen?

Das kann man schwer sagen. Ich mache im Moment aus jeder Chance ein Tor. Wir haben eine englische Woche hinter uns, die Beine werden schwer sein. Aber die ganze Offensive strahlt viel Torgefahr aus. Basti(Schnabel) oder Jona (Lehr) zum Beispiel.

"Ich möchte 30 Tore schießen"

Ihr Bezirksligatorrekord von 21 Treffern ist in Reichweite. Wie viele Treffer nehmen sie sich für die Saison insgesamt noch vor?  

Vor der Saison steckt sich jeder Stürmer das Ziel, die Krone zu holen. Auch ich will das. Wenn ich fit bleibe, wird es sehr schwierig werden, mich von da vorne zu verdrängen. Ich möchte 30 Tore schießen.

Sie wirken erstaunlich fit für ihr Alter. Wie lange dürfen wir sie denn noch auf dem Platz bestaunen?

Was das angeht, schaue ich von Jahr zu Jahr. Im Moment bin ich ziemlich fit. Ich trainiere auch außerhalb des BCF.  Einmal in der Woche trainiert mein Bruder, der als Fitnesstrainer arbeitet, mit einem speziell auf mich zugeschnittenen Programm mit mir. Dabei geht es vor allem um dinge, die nicht so oft im Fußballtraining behandelt werden. Damit meine ich zum Beispiel Schnelligkeit, Sprungkraft oder Antritt. Außerdem laufe ich am Tag nach dem Spiel eine halbe Stunde aus und trainiere mit einer Black Roll. Diese Regenerationsmaßnahmen empfehle ich auch immer meinen jüngeren Kollegen. Von daher ist es schwer zu sagen. Im Moment beschäftige ich mich nicht damit. Ich fühle mich zehn Jahre jünger!

Quelle: fussball-vorort.de

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