Nach vier Monaten Ruhestand können Vereine unter Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz wieder ins Training einsteigen. 
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Nach vier Monaten Ruhestand können Vereine unter Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz wieder ins Training einsteigen. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist relevant für die Wiederaufnahme des Trainings

Würmtal: Vereine steigen mit Zurückhaltung in den Trainingsbetrieb ein

  • Michael Grözinger
    vonMichael Grözinger
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Nach vier Monaten Ruhestand können Vereine unter Berücksichtigung der Sieben-Tage-Inzidenz wieder ins Training einsteigen. 

Würmtal – Seit gestern greifen die ersten Sport-Lockerungen nach dem Corona-Lockdown. Insbesondere für die Fußballer dürften die kommenden Wochen entscheidend sein, schließlich geht es darum, ob die unterbrochene Saison regulär beendet werden kann. Solange die Sieben-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis stabil unter 50 ist, darf im Freien kontaktlos Sport getrieben werden, Erwachsene sowie ältere Jugendliche in Zehner-Gruppen und Kinder (bis 14 Jahre) in 20er-Gruppen. Steigt der Wert stabil über 50, ist für die Erwachsenen wieder Schluss, Kinder dürfen allerdings bis zur Grenze 100 weitertrainieren (wir berichteten).

Heute liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis München bei 48,5 und im Landkreis Starnberg bei 48,3. Das heißt: Für alle Sportler aus dem Würmtal ist kontaktloses Training in Gruppen von bis zu zehn (Erwachsene und ältere Jugendliche) respektive 20 Personen (Kinder bis 14 Jahre) möglich. Wir haben uns bei den Fußballvereinen im Würmtal umgehört, wer schon wieder Einheiten mit Ball wie Technik-Parcours, Pass-Stafetten oder Torschuss-Übungen anbietet.

Gautinger SC

Der Gautinger SC lässt in dieser Woche die Fußbälle noch in der Kammer liegen. „Wir haben noch keinen endgültigen Start festgelegt. Wir sind noch am Planen und Ausprobieren“, teilt Abteilungsleiter Jens Rindermann mit. Der Start in dieser Woche sei dem Verein noch ein wenig zu kurzfristig gewesen. „Entweder am 15. oder am 22. März wollen wir anfangen“, kündigt Rindermann an. So könne auch der noch weiche Platz ein wenig mehr Regenerationszeit bekommen.

Mit einigen wenigen Teams – beispielsweise den jüngsten Kickern – bereits jetzt loszulegen und anderen noch keine Freigabe zu erteilen, sei nicht infrage gekommen, sagt der Spartenchef, der sich nun wünscht, dass die Inzidenzzahlen niedrig bleiben, wenngleich er skeptisch ist. Rindermann stellt aber klar: „Was wir nicht wollen, ist ein Stop-and-go. Also eine Woche trainieren und dann wieder nicht, weil die Zahlen zu hoch sind.“

TSV Gräfelfing

Als „ein bisschen wischiwaschi“ bezeichnet Andreas Gries, stellvertretender Abteilungsleiter des TSV Gräfelfing, die derzeit gültige Regelung für Sport-Freigaben. Und als wettbewerbsverzerrend – zumindest ein wenig. „Wir gehören zum Landkreis München, spielen aber in der Liga fast nur gegen Mannschaften aus der Stadt München. Im Moment dürfen wir trainieren und die nicht, weil sie knapp über 50 liegen“, erklärt Gries. Trotzdem will er „schauen, dass wir die Jungs so schnell wie möglich auf den Platz bekommen“. Er sieht aber noch sehr viele Fragezeichen.

Ob es in dieser Woche schon klappt beispielsweise, kann er noch nicht genau sagen – im Herrenbereich geht es auf jeden Fall frühestens am Donnerstag mit dem Ball los. „Wir müssen das erst mal in die richtigen Wege leiten“, so Gries. Bis es so weit ist, absolvieren insbesondere die Spieler der ersten Mannschaft ein vorgegebenes Laufpensum.

TSV Neuried

Alle im Einsatz, solange es geht: Das ist die Marschroute des TSV Neuried. Die Grün-Weißen wollen in dieser Woche sowohl mit den Jugendteams als auch mit den Erwachsenen in den Trainingsbetrieb zurückkehren. Wohlwissend, dass für Herren, Damen und ältere Junioren auch schnell wieder Schluss sein kann, sollte die Inzidenz über 50 steigen. Stefan Kriebel, Fußballabteilungsleiter des TSV, appelliert deshalb an den Solidaritätsgedanken im kompletten Landkreis: „Wir würden uns freuen, wenn die Bürger vernünftig sind, damit die Inzidenzzahl unten bleibt.“

Ihre Trainingskonzepte und Einheiten richten die Neurieder an den Vorgaben und Empfehlungen des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) aus. Auch aus Erfahrungen aus dem Frühsommer 2020, als die Situation mit kontaktlosem Training ähnlich war, können sie zurückgreifen. „Wir kennen uns damit schon aus“, sagt Kriebel lachend.

TSV Pentenried

Beim TSV Pentenried liegt der Schwerpunkt bei den Herren-Mannschaften vorerst noch auf Ausdauereinheiten. „Wir legen am Dienstag mit zwei bis drei Laufgruppen los“, verkündet Abteilungsleiter Michael Möhwald. Nur eventuell sei auch eine Einheit auf dem Platz geplant. „So wollen wir die nächsten zwei Wochen überbrücken. Wir hoffen einfach, dass der Wert solange stabil niedrig bleibt und wir dann wieder mit normalem Training starten können“, sagt Möhwald.

Im Jugendbereich hingegen geht es am Römerfeld bereits in dieser Woche mit den ersten Übungseinheiten am Ball los. „Der Spaß soll zurückkommen. Wir wollen den Kindern ermöglichen, einfach mal wieder zu kicken“, so Möhwald.

SV Planegg-Krailling

Etwas vorsichtiger kehrt der SV Planegg-Krailling in den Betrieb zurück. Nur die Mannschaften von der D-Jugend abwärts sind ab dieser Woche wieder auf dem Platz aktiv. Für alle anderen, sprich A- bis C-Junioren sowie Herren, bleibt es bei Online-Fitnesseinheiten. „Wir wollten auf keinen Fall, dass wir mit Mannschaften anfangen und eventuell am nächsten Tag schon wieder aufhören müssen“, erklärt Ayhan Kurt. Der Planegger Abteilungsleiter hofft zwar, dass die Zahlen in die richtige Richtung gehen, will aber kein Risiko in Kauf nehmen und die Entwicklung erst mal abwarten.

Kritisch sei die Situation für die C-Jugendteams, meint Kurt. „Da haben wir Spieler, die schon 15 geworden sind und andere, die noch 14 sind und auch bei einer Inzidenz von über 50 trainieren dürften.“ Um eine Spaltung innerhalb der Mannschaften zu vermeiden, verzichtet der SVP daher lieber komplett auf Einheiten mit Ball für die U15.

TV Stockdorf

Der TV Stockdorf handhabt die Lockerungen ähnlich wie der Nachbar aus Pentenried. So verzichten die Herren bis auf Weiteres auf Einheiten mit Ball, zumindest bis der BFV einen sinnvollen Fahrplan herausgibt. Bis dahin stehen Online-Fitnesstraining mit Athletikcoach Martin Friedrich sowie eigenverantwortliche Laufeinheiten – alleine oder in Kleingruppen – auf dem Programm.

Den Jugendtrainern stellt der Verein frei, ob sie das Training mit ihren Teams wieder aufnehmen wollen. „Wenn die Witterung es zulässt, ist der Platz auf jeden Fall offen“, sagt Robert Frank, Fußballabteilungsleiter und Vereinsvorsitzender in Personalunion. Mit den Bambini-Kickern, die er zusätzlich trainiert, will Frank am Donnerstag wieder locker ins Training einsteigen.

DJK Würmtal

Mindestens eine weitere Woche wollen die Herren der DJK Würmtal noch warten, ehe sie wieder am Vereinsgelände antraben. „Ich will erst mal sehen, wie sich die Zahlen entwickeln. Wir können auch nächste Woche noch starten“, sagt Mario Germek, Trainer der ersten Mannschaft, pragmatisch. Insbesondere, dass keine Umkleiden und Duschen benutzt werden dürfen, lässt den Coach zögern. „Nicht dass die Spieler dann abends nach dem Training krank werden, das muss nicht sein.“

Die Jugendfußballer der DJK hingegen werden dieser Tage zumindest teilweise auf den Rasen an der Georgenstraße zurückkehren. Geschäftsführerin Madlen Etter gab noch Ende vergangener Woche die Freigabe des Platzes bekannt.

(MICHAEL GRÖZINGER)

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