Ein Lebenszeichen der Totgesagten

- Die Forderung von Emmerings Trainer Heinz Tochtermann an seine Belegschaft stand wie in Stein gemeißelt. "Ich erwarte eine Trotzreaktion," forderte er nach der Aussprache unter der Woche. Und die Elf zeigte Charakter, lieferte beim Heimderby gegen den FC Aich nach Wochen erstmals wieder eine überzeugende Vorstellung. Zum Sieg reichte es aber nicht, obwohl er verdient gewesen wäre. 1:1 endete die trotz aller Rivalität faire Begegnung.

"Ich würde gern endlich ein Derby gewinnen," wünschte sich ein wieder etwas gelöster Heinz Tochtermann nach dem Schlusspfiff. Nächste Woche hat er in Olching eine neue Möglichkeit. Beim Duell mit Aich besaß der FCE die größeren Spielanteile, vor allem aber auch mehr Torchancen. "Wir hatten viel Glück," analysierte der Aichs Spielertrainer Thomas Stehle. "Wenn man allerdings mit 1:0 in Führung geht, muss man den Platz als Sieger verlassen." Böse war Stehle auf den Unparteiischen, der ein Foulspiel an Reiner Keckeis als Schwalbe auslegte, dem Ex-Moorenweiser die gelbe und - als er nachmaulte - die Ampelkarte zeigte.

Die Tochtermann-Elf ergriff von Beginn an die Initiative und ließ die nach ihrem 6:1-Sieg über Oberweikertshofen auf Wolke sieben schwebenden Aicher nicht zur Entfaltung kommen. Eine überragende Partie bot "Terrier" Hans Bachmeyer, der es zwar nicht ganz schaffte, Thomas Stehle völlig an die Kette zu legen, aber die Kreise von Aichs Spielmachers entscheidend störte. An der Chancenauswertung müssen die Tochtermann-Schützlinge allerdings noch arbeiten. So wurden bereits im ersten Abschnitt beste Einschussmöglichkeiten vergeben. Bachmeyer hätte für eine frühe Führung ebenso sorgen können wie Kapitän Stephan Steinbeißer, Martin Lankes, Christian Scherer und Alex Boos. Sie alle verfehlten knapp oder scheiterten an Aichs Keeper Markus Wiedmann. Nachdem sich auch auf der Gegenseite weder Horst Bickert noch Christian Schilling erfolgreich gegen die massiv und optimal gestaffelte FCE-Abwehr durchsetzen konnten, reagierte Stehle und brachte noch vor der Pause für Verteidiger Sebastian Nagerl mit Markus Salzmann einen weiteren Offensivmann.

Die dickste Chance zum 1:0 erhielt aber Steinbeißer direkt nach dem Wiederanpfiff, als der Ball gegen die Querlatte klatschte. Doch auch die Gäste kamen durch Keckeis per Kopf sowie Salzmann und den diesmal enttäuschenden Christian Schilling (Aichs Präsident Anton Huber: "Der junge Mann ist zuletzt zu viel gelobt worden") zu guten Chancen.
Nachdem Emmerings Bastian Hassloch und Tobias Jakob knapp gescheitert waren, fiel die Führung für Aich wie aus heiterem Himmel. Begünstigt durch einen Stellungsfehler von FCE-Torhüter Florian Eckl traf Salzmann per Kopf. Bereits Sekunden später der kuriose Ausgleich: Dem kurz zuvor eingewechselten und dem Angriff neue Impulse gebenden Thomas Loder fiel ein von Tobias Jakob an den Pfosten gejagter Freistoß vor die Füße. Im zweiten Versuch spitzelte der schon freiwillig ins Reserve-Team abgerückte, nun aber wieder reaktivierte 20-Jährige das Leder zum Endstand über die Torlinie. Bei soviel Glück düste der von Tochtermann zum Verbleib im Bezirksliga-Kader überredete Youngster gleich ab ins Spielcasino nach Bregenz.

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