Teilweise wie im Training

- VON PAUL HOPP Weilheim - Die Partie war schon längst entschieden, doch Alwin Gerber wollte die Sache nicht einfach so auslaufen lassen. "Hey Jungs, es sind noch zehn Minuten. Noch ein bisserl Gas geben jetzt", feuerte der Mittelfeldspieler des TSV Weilheim seine Kameraden an. Stanislav Krotak kam der Aufforderung prompt nach: Selbst von drei Gegenspielern ließ er sich nicht aufhalten und schoss nach schönem Alleingang zum 4:0 (2:0)-Endstand ein (87.).<BR>

So überlegen Krotak seinen Kontrahenten in dieser Szene war, so klar beherrschte der gesamte TSV Weilheim am gestrigen Donnerstag die Gäste aus Garmisch-Partenkirchen. Entsprechend hart ging FC-Trainer Gerhardt Schmidt mit seiner Elf ins Gericht: "Unsere Leistung war eine Frechheit." Die Weilheimer nahmen das Geschenk dankend an und machten den Klassenerhalt auch rechnerisch perfekt. "Ein Unentschieden hätte uns gereicht, aber der Gegner war so passiv", sagte TSV-Spielertrainer Martin Kin- BEZIRKSLIGA dermann. Die Weilheimer taten aber auch das Ihrige, trotz der hohen Temperaturen zeigten sie sich spiel- und lauffreudig. "Wenn du bei so einem Wetter ein bisserl aggressiver auftrittst, muss der Gegner erst einmal die Moral aufbringen und dagegen halten", so Kindermann. Die Garmischer hatten an diesem Tag die Moral nicht, teilweise erinnerte das Geschehen auf dem Rasen an ein Trainingsspielchen für die Gastgeber. <P>Lediglich an der Chancenauswertung hatte der Coach etwas zu kritteln: "Das ein oder andere Tor hätten wir noch machen müssen." So in der ersten Hälfte, als Andreas Aumann nach Zuspiel des starken TSV-Liberos Steffen Thiel am rechten Pfosten vorbeizielte (13.). Danach war es Yüksel Yapi, der nach einem Thiel-Lupfer den FC-Torwart anschoss (32.). Kurz darauf verzog erneut Yapi, als er, von Michael Berndt freigespielt, im Strafraum auftauchte (34.). <P>Zu diesem Zeitpunkt führte der TSV schon 1:0: Ein schönes Zusammenspiel mit Gerber schloss Berndt, der noch einen Gegner austanzte, mit einem Heber ab, der vom rechten Innenpfosten ins Netz sprang (11.). Noch vor der Pause sorgte Thiel mit dem schönsten Tor des Tages für die Entscheidung. Von Berndt schön in Szene gesetzt, ließ der Libero einen Kontrahenten aussteigen und wuchtete den Ball wiederum von halblinks in den rechten Torwinkel (37.). <P>Erst nach der Pause kam Garmisch stärker auf, auch, weil Weilheim nicht mehr ganz so zwingend auftrat. Wirklich gefährlich wurde es aber erst, als Kindermann, am kurzen Pfosten stehend, einen Freistoß von Garmischs Christoph Saller durchließ. TSV-Torwart Ludwig Spitzer stand jedoch richtig (55.). <P>Danach bekamen die Platzherren wieder Oberwasser. Nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld eilte Yapi aufs FC-Tor zu und vollstreckte mit einem 16-Meter-Schuss zum 3:0 (60.). In der Schlussphase zielten Thiel (74.) und Matthias Schelle (76.) knapp vorbei. Danach hatte der FC seine größte Chance: Marc Dannemann zirkelte den Ball ans Lattenkreuz, den Abpraller schoss Sven Rupp an den Innenpfosten (84.). <P></P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Petrovic im Entweder-Oder Teil 2: Notbremse, oder laufen lassen?
Notbremse, oder laufen lassen? FIFA, oder Pro Evolution Soccer? Diesen und weiteren Fragen stellt sich Aleksandro Petrovic im zweiten Teil des Entweder-Oder-Interviews.
Petrovic im Entweder-Oder Teil 2: Notbremse, oder laufen lassen?
Endlich zurück auf dem Rasen: Landesligist TSV Gilching-Argelsried trainiert wieder - wir waren dabei
Fußball-Training in Corona-Zeiten, der TSV Gilching-Argelsried macht es vor. Der Starnberger Merkur als Zaungast bei der zweiten Trainingseinheit seit dem Wiederbeginn.
Endlich zurück auf dem Rasen: Landesligist TSV Gilching-Argelsried trainiert wieder - wir waren dabei
Alex Zetterer: „Wir bauen uns da gerade etwas richtig cooles auf“
Alexander Zetterer hat in seiner jungen Karriere viel erlebt. Mit 23 Jahren ist er schon für einige Vereine im gehobenen Amateurbereich aufgelaufen. 
Alex Zetterer: „Wir bauen uns da gerade etwas richtig cooles auf“
Wechselt Türkgücü München ins Olympiastadion? 
Zieht Türkgücü München im Falle des  Aufstiegs in die 3. Liga ins Olympiastadion um? Geschäftsführer Max Kothny „kann nichts ausschlließen“. 
Wechselt Türkgücü München ins Olympiastadion? 

Kommentare