Bär in Bayern gesichtet: Wildtierkamera knipst „scheues“ Tier 

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FC Bayern (in Weiß) gegen den SC Riessersee - in der 60er-Jahren gab es dieses Eishockey-Duell.

Vor 50 Jahren: Münchens erstes Olympisches Gebäude geht in Betrieb

Kultcharakter oder Meisterschaft

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27. Januar 1967: München blickt aufs Oberwiesenfeld. Der Park für die Olympischen Spiele 1972 ist erst in Planung, doch eine Halle, die später in das Ensemble integriert wird, steht und öffnet ihre Tore. Fürs Eishockey. Es wird um den Aufstieg in die Bundesliga gespielt: Der SC Riessersee ist zu Gast beim – Achtung, die jagten auch mal dem Puck hinterher: FC Bayern München.

Von Günter Klein

Der Sportteil im Münchner Merkur war vor 50 Jahren noch nicht so üppig wie heute. Für Freitag, den 27. Januar 1967, gab es nur eine gute halbe Seite. Die Themen waren: Ski-Abfahrt in Saalbach, Fußball-Bundesliga-Vorschau TSV 1860 – VfB Stuttgart, ein Ausflug in die Münchner Kegelszene („Grünweiß und Nymphenburg II“) – und Eishockey. Das war der Aufmacher im Sport, der Artikel ganz oben: „Hallenpremiere inoffiziell – aber mit Schlager“: Zum ersten Spiel in der neuen Eishalle (deren offizieller Eröffnungsakt erst am 12. Februar sein würde) wird der FC Bayern München den SC Riessersee erwarten. Ein Spiel in der Qualifikationsrunde zur Bundesliga, die schon in den letzten Zügen lag.

Der Merkur wollte seinen Lesern dienlich sein und ihnen erklären, wie sie überhaupt hinauskommen zur möglichen neuen Attraktion der Sportstadt. „Die Eishalle ist zu erreichen mit den Straßenbahnlinien 7 und 17 (Haltestelle BMW) sowie mit den Omnibuslinien 56, 60 und 81(Haltestelle Lerchenauer Straße/Südbremse).“

U-Bahn? Gab es damals noch nicht, die kam ja erst zu den Spielen. Haltestelle „Olympiapark“? Natürlich auch noch nicht.

Das Gelände muss man sich so vorstellen: „Alles flach, da war noch nicht mal der Olympiaberg“, erzählt Arno Hartung, bis Jahresende 2016 Geschäftsführer der Olympiapark GmbH. 1967 war das Oberwiesenfeld tatsächlich noch ein kleiner Flughafen, zumindest Sportflieger starteten und landeten auf diesem Ödland. „Im April 1966 hatte München den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 bekommen“, erinnert sich Hartung, und dass das nach einer kurzen Bewerbungsphase von ein paar Monaten geschah. Die Baupläne bis dahin hatten sich auf einen Fernsehturm und eine Sporthalle vor allem für den Eisbetrieb beschränkt. Mit beidem begann man bereits 1965. Die Eishalle wurde 1967 fertig, der Turm, später als Olympiaturm bekannt, 1968. „Die einzigen vorolympischen Bauten.“

Architektonisch passte die Eishalle auch gar nicht zum Park, der später entstand. Architekt war Rolf Schütze, der einen sachlichen Quader in die Landschaft stellte – nicht zu vergleichen mit den Zeltdächern, die der Stuttgarter Günther Behnisch für den Münchner Olympiapark ersann.

Eine geschlossene Halle galt 1967 als Sensation. Eishockey fand bis dahin auf freien Flächen oder an zur Seite offenen Stadien statt. „Die Eishalle war vor 50 Jahren schon Luxus“, sagt Arno Hartung, der als Jugendlicher noch die Spiele im Primzregenstadion unter freiem Himmel miterlebt hatte. München strebte danach, Eishockeystadt zu sein. Bad Tölz und Füssen, die bayerischen Spitzenvereine der Bundesliga, trugen Heimspiele manchmal im „Prinze“ aus, weil sie neues Publikum gewinnen wollten. Und in München griff ein neuer Name an: Der FC Bayern, im Fußball die aufstrebende Macht, übernahm die Eishockey-Abteilung des MEV 1883. Mit der neuen Halle im Rücken wollte man was werden.

Es ging gut los. Erstes Spiel gegen Riessersee. Ausverkauft, 6200 Zuschauer. 2000 kamen nicht rein, mussten nach Hause geschickt werden. Das Match endete 3:3. Das zweite Spiel im Eisstadion am Oberwiesenfeld gewann der FC Bayern, 5:3 gegen den Augsburger EV. Trainer der Puck-Bayern war Dr. Jano Starsi, ein Topmann aus der CSSR, in den 80er-Jahren Deutscher Meister mit Rosenheim. Bekanntester Spieler: Leonhard Waitl, Stammkraft im Nationalteam. Die Bayern stiegen in die Bundesliga auf.

Und 1969 aus. Eishockey wurde zu teuer. Die Zuschauerzahlen waren schnell zurückgegangen, Präsident Wilhelm Neudecker verscherbelte die Abteilung an den Augsburger EV, der vom Zeitungsverleger Curt Frenzel geführt wurde. Ausrüstung und Spieler zogen 70 Kilometer weiter.

Fürs Münchner Eishockey begann eine Ab- und Auf-Geschichte mit den Nachfolge-Organisationen EHC 70, EC Hedos, Maddogs, ESC, Barons, HC ’98 alias EHC München, den schließlich 2013 der Red-Bull-Konzern übernahm. Es gab In-Zeiten und Pleite-Zeiten, gelegentlich musste die Olympiapark-GmbH auch mal drohen, die Halle am Abend nicht aufzusperren, wenn nicht endlich die Miete auf den Tisch käme.

Der Münchner Eishockeyspieler, an den sich der ständige Beobachter Arno Hartung am nachhaltigsten erinnert, ist Vitus Mitterfellner. Der stürmte in den 80ern für den EC Hedos (überwiegend in der 2. Liga), in den 90ern für den ESC und den HC ’98 und tauchte in den Nuller-Jahren als Mittvierziger noch in der Landesliga-Reserve des EHC auf. Ein ewiger Liebling des leidensfähigen Publikums. „Vitus Mitterfellner war Kult“, sagt Hartung – und dass er festgestellt habe, dass Eishockey in München laufen kann, wenn es Kultcharakter entwickelt. Das alternative Konzept: Deutscher Meister werden (Hartung: „2000 die Barons, das war der emotionale Höhepunkt“), sich über die Leistung definieren. Alles, was dazwischen liegt, führt zu Problemen. Selbst dem FC Bayern setzte das Mittelmaß zu. Nach dem verheißungsvollen Start am 27. Januar 1967.

Nächste Woche:

Die Olympia-Eishalle ist ja eigentlich multifunktional. Es gab eine Tischtennis-WM, Basketball, Handball, Actionsport – und einmal kreisten die Joints.

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