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Großes Interesse: Rund 1200 Zuschauer sind laut ECP-Geschäftsführer Peter Gast im Schnitt bei Play-off-Partien in Peiting. Das Bild entstand nach einem Ausscheidungsspiel gegen Duisburg im vergangenen Jahr.

Coronavirus: Geisterspiele in den Play-offs für EC Peiting undenkbar

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern sollen abgesagt werden, sagt Jens Spahn.  Für den EC Peiting eine schlechte Nachricht - die Play-offs stehen vor der Tür.

Peiting – Die Eishockey-Play-offs stehen vor der Tür. Das heißt für Spieler und Fans: heiße Duelle, volle Zuschauerränge, Anspannung auf den Tribünen und dem Eis. Es ist laut Sebastian Buchwieser, Trainer des EC Peiting, die „schönste Zeit“ des Jahres, die nun beginnt. Der Oberligist trifft ab kommenden Freitag, 13. März, auf die „Crocodiles“ Hamburg. Am Donnerstag reist der ECP zum Auswärtsspiel, am Sonntag ist er daheim zu sehen. Wenn alles nach Plan läuft.

Denn da ist ja noch die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern derzeit abzusagen. Davon wären auch die Play-off-Partien betroffen. Die „Crocodiles“ haben in dieser Saison einen Schnitt von 1482 Zuschauern. In Peiting sind es hingegen nur 761. Allerdings: In den Play-offs können diese Zahlen nach oben schnellen. „Da kommen Zuschauer, die sonst nicht immer da sind“, sagt ECP-Geschäftsführer Peter Gast. Im Schnitt seien bei den vergangenen Play-offs etwa 1200 Fans gekommen.

Türklinken und Toiletten werden täglich desinfiziert

Trotzdem will Gast keine Panik aufkommen lassen. „Viele Fußballstadien sind auch noch voll“, sagt er. „Man muss die Kirche im Dorf lassen. Sonst dürfte auch keiner mit dem Zug fahren.“ Den Schutz der Fans nehme man aber ernst. Im Peitinger Eisstadion werden täglich alle Türklinken und die Toiletten desinfiziert, versichert Gast. „Wir tun alles, was in unserer Macht steht.“

Nur nicht die Zuschauer ausschließen. Das hätte laut Gast ohnehin nicht der Verein in der Hand. „So etwas entscheiden Gesundheitsämter“, sagt Gast. Wie etwa in Füssen, wo die Behörde wegen der Ansteckungsgefahr ein „Geisterspiel“ anordnete. Die Vereine wichen aus, die Partie wurde in Memmingen ausgetragen – mit Fans.

Gesundheitsamt sieht Veranstalter in der Verantwortung

Im Landratsamt Weilheim-Schongau gibt es keine Pläne, dem ECP Vorschriften zu machen. Vielmehr hofft Pressesprecher Hans Rehbehn, dass sich der Verein selbst an die Empfehlung von Spahn hält, die auch Bayerns Coronavirus-Krisenstab unterstützt. „Der Veranstalter ist in der Verantwortung“, sagt Rehbehn. „Und da gibt es die klare Empfehlung, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern abzusagen.“

Oder eben Spiele ohne Fans stattfinden zu lassen. Für Gast undenkbar. „Das wäre eine Existenzbedrohung für die Vereine“, sagt der ECP-Geschäftsführer, der obendrein Sprecher der Oberligen ist und bei der Ligenleitung mithilft. Die Kosten für die Auswärtsfahrten und die Spielstätten könnten ohne die Einnahmen aus den Eintritten nicht gestemmt werden. „Keine Zuschauer? Das geht nicht!“ Geisterspiele werde auch der Deutsche Eishockey-Bund nicht vorschreiben, sagt Gast.

Auch Hamburg will spielen

Auch die Verantwortlichen der „Crocodiles“ gehen davon aus, dass die Partien stattfinden. „Stand jetzt werden wir ganz normal spielen“, sagt Pressesprecher Tobias Bruns. „Wir werden es von uns aus auch nicht absagen. Aber wir müssen natürlich abwarten, wie die Stadt entscheidet.“ Bruns ist entspannt: „Ich wüsste nicht, dass wir unter Beobachtung stehen.“

Die Hamburger hoffen also wie die Peitinger darauf, dass die heiße Saisonphase am Freitag losgeht. Mit Zuschauern natürlich. Denn sollte es in den kommenden Tagen andere Entscheidungen geben und die Fans müssten doch draußen bleiben, gibt es für Peter Gast und den ECP nur eine Konsequenz: „Dann werden die Spiele eingestellt.“ Die schönste Zeit des Jahres für Eishockey-Liebhaber fiele aus.

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