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Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: der gesamte Nachwuchs des EC Peiting in der Saison 2019/20.

Drei Sterne für Peitings Nachwuchsarbeit

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Der EC Peiting setzt seit Jahren auf Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen. Die gute Arbeit zeigt sich auch im Vergleich mit anderen Vereinen. Besonders in einer Altersklasse überzeugt der ECP.

Peiting – Florian Hechenrieder, Torhüter des EC Peiting ist, so einer. Seine Vorderleute Dominic Krabbat und Alexander Winkler, auch. Selbst die DEL-Spieler Thomas Oppenheimer und Fabian Dietz gehören in die Liste. Ebenso wie Luis Üffing und Maxi Glötzl, die bei den Kölner Haien den Sprung in Deutschlands erste Liga wagen. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie standen in jungen Jahren für den EC Peiting auf dem Eis, lernten das Eishockeyspielen. „Die Liste an Namen ist nicht abgeschlossen“, sagt ECP-Pressesprecher Simon Fritzenschaft. Der Verein setzt weiter auf gute Nachwuchsarbeit. Und bekam diese nun erneut bescheinigt. Zum vierten Mal in Folge erreichte der EC Peiting drei von fünf Sternen beim DEB-Sterneprogramm. Im Vergleich der Oberligisten – Nord und Süd zusammengefasst, belegt der ECP damit Rang sechs unter 22 Teams. Zudem schneidet Peiting besser ab als acht DEL2-Mannschaften.

Peitings Nachwuchsarbeit steht im Vergleich gut da

Seit fünf Jahren überprüft der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) mit dem Programm die Nachwuchsarbeit der Teams in der DEL, der DEL2 und den Oberligen. Von fast 60 Vereinen erreichten heuer 13 die maximale Zahl von fünf Sternen – darunter ist mit dem EV Regensburg nur ein Oberligist. Die Anforderungen sind hoch.

Peiting glänzt vor allem bei den kleinsten Kufenflitzern. Einen der Punkte sicherte sich der ECP in den Altersklassen U7 bis U11. 84 Prozent der möglichen Punkte wurden erreicht. Gefordert werden in dieser Kategorie unter anderem Kindergarten- und Schulaktionen, eine Mindestzahl an Trainingseinheiten und der Kontakt zu Spielern der ersten Mannschaft. Die Peitinger Nachwuchsspieler bekamen unter anderem Besuch von Fabian Weyrich, Martin Mazanec und Topscorer Nardo Nagtzaam.

Volle Punktzahl für U13 und U15

Satte 100 Prozent erfüllte Peiting zudem im Bereich der U13 bis U15 – und holte sich damit den zweiten Stern. „Hier können wir sehr stolz sein“, sagt Schatzmeister Werner Wiedemann-Mozart. Betrachtet wurden unter anderem die Sommertrainingsprogramme und die Fortbildungen der Trainer. Außerdem müssen ein Verhaltenskodex innerhalb der Abteilung bestehen und ein hauptamtlicher Koordinator eingestellt sein – das ist mit Markus Gleich der Fall.

Wie in den Vorjahren reichte es bei den Altersklassen U17 und U20 nicht für einen Stern. „Hier müssen wir nachlegen“, gibt Gleich zu. „Wir werden Konzepte erarbeiten und befinden uns bereits in der Umsetzung.“ Gleich arbeitet dafür unter anderem an einer sportwissenschaftlichen Aufwertung des Trainings und einer detaillierteren Dokumentation. Obendrein soll ein Perspektivkader den Übergang vom Nachwuchs in das Oberligateam erleichtern.

Auch das Umfeld passt in Peiting

Den dritten Punkt erlangte der ECP im Bereich „Umfeld“. Dafür wurde unter anderem ein Girls-Days gefordert. Außerdem verhelfen hier unter anderem Ausleihmöglichkeiten für Schlittschuhe und Ausrüstung sowie regelmäßige Trainersitzungen zu Punkten. Um sich weiter zu verbessern, arbeitet der Verein obendrein an einem Ausbildungskonzept für alle Nachwuchsteams, damit von der U7 bis zur U20 Hand in Hand gearbeitet werden kann.

Das alles aber macht der EC Peiting nicht nur, um dem Sterne-Programm gerecht zu werden. Das macht der EC Peiting vor allem, weil er als kleiner Verein auf gute Spieler aus den eigenen Reihen angewiesen ist. „Eine solide Nachwuchsarbeit ist essenziell für den Erfolg und das Überleben eines Vereins auf lange Sicht“, sagt Wiedemann-Mozart. „Spieler von auswärts zu holen, ist für uns nur in einem gewissen Rahmen machbar. Der Peitinger Weg geht nur über Spieler, die im und für den Verein ausgebildet werden und denen eine sportliche Perspektive am Ort geboten wird.“

Manchmal bleiben die Eigengewächse dem Verein sogar noch über ihre aktive Laufbahn hinaus treu. Wie Markus Gleich. Noch so einer von der eingangs angesprochenen Liste. Das Peitinger Eigengewächs wurde dreimaliger DEL2-Meister, gewann zwei Mal den Pokal. Und sorgt nun als Nachwuchskoordinator dafür, dass auch andere einen erfolgreichen Weg einschlagen können.

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