Torjubel des EC Peiting beim Oberliga-Heimspiel.
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Torjubel vor vollen Rängen (hier der EC Peiting) - so wünschen sich das die Eishockey-Vereine in der Oberliga. Erst einmal gilt aber eine Beschränkung.

Eishockey: Corona-Beschränkungen in der Oberliga

500 Zuschauer: „Ein Wert, mit dem wir arbeiten können“

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Lange war Bangen angesagt, doch mittlerweile ist auch die Oberliga im Bundesprogramm „Coronahilfen Profisport“. Das begrüßt der Oberligist EC Peiting - genau so wie den „Probebetrieb" mit einer gewissen Zahl von Zuschauern.

Peiting - Wenn Peter Gast etwas übers Eishockey sagt, dann tut er das nicht nur als Geschäftsführer des EC Peiting. Er fungiert zugleich als Sprecher der Oberliga Süd. Und als solcher freut er sich, dass nun auch die dritte Liga auch die Möglichkeit hat, Überbrückungshilfen zu beantragen. Bis zu 80 Prozent entgangener Zuschauereinnahmen werden auf Antrag ersetzt. Die Unterlagen hat der EC Peiting bereits ausgefüllt, sagte Gast gestern. „Demnächst werden wir sie wegschicken.“

Es sei absolut wichtig, dass neben DEL und DEL2 auch die Oberliga (Nord/Süd) in das Bundesprogramm „Coronahilfen Profisport“ aufgenommen worden ist. „Ein Ligenbetrieb ist ansonsten nicht aufrecht zu erhalten“, sagt Gast. Etwaige Hilfen seien „überlebensnotwendig, und zwar für jeden Verein“.

EC Peiting: 20 Prozent Auslastung bedeuten 500 Zuschauer

Da die Oberliga nun auch zu den Profi-Ligen gezählt werden, gelten für sie auch die Bestimmungen des sechswöchigen Probebetriebs, auf den sich die Länder am Dienstag für Indoor-Sportarten verständigt haben. Die Hallen dürfen bis zu 20 Prozent ihrer Kapazität belegt werden – das gelte für bundesweite Teamsportarten bei mehr als 1000 Zuschauern. Fürs Peitinger Eisstadion heißt das: „Wir dürften 500 Leute reinlassen“, so Gast. Die in der vergangenen Woche in Bayern zugesagte Obergrenze für 200 Zuschauer in einer Halle „gilt für den Amateursport“, erklärt Gast. Die Regelung ist „ein erstes Licht am Ende des Tunnels und ein Wert, mit dem wir arbeiten können“, wird ECP-Vorsitzender Thomas Zeck in einer Mitteilung zitiert. Team-Manager Gordon Borberg fügt hinzu: „Immerhin 500, auch wenn das bei einem Schnitt von über 700 Zuschauern durchaus Einbußen für uns bedeutet.“

EC Peiting: Personalisiertes Ticketing bedeutet viel Aufwand

Das Hygienekonzept, dass der EC Peiting für das Eisstadion erarbeitet hat, ist auf 650 Zuschauer ausgerichtet. Dass nun fürs Erste weniger erlaubt sind, „ist vielleicht nicht schlecht“, sagt der ECP-Geschäftsführer. Denn alles regelkonform über die Bühne zu bringen, „ist sehr, sehr aufwändig“. Unter anderem sind personalisierte Tickets nötig. Wie der EC Peiting das im Detail regeln will, wird derzeit erarbeitet. Am gestrigen Mittwoch fand diesbezüglich eine Vereinssitzung statt. Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Verhalten der Zuschauer. Wenn jemand nun Bedenken habe, ins Stadion zu gehen, „dann muss man das auch verstehen“, sagt Gast. Wichtig sei, dass jeder Verein sein Hygienekonzept auch penibel einhalte. „Niemand soll uns was vorwerfen können“, sagt Gast mit Blick auf die gesamte Oberliga. „Gesundheit steht an erster Stelle“, betont er.

EC Peiting: Hoffen auf Anhebung der Zuschauerzahlen in sechs Wochen

Generell gilt: „Wir sind glücklich, dass wir spielen können“, sagt Gast. Dass die Regierung angesichts der Gefahr durch Corona bei den Zuschauerzahlen nicht vorschnell alle Beschränkungen aufheben kann, „ist auch klar“, sagt Gast. Sollte der Probebetrieb gut laufen, dort alles klappen, „dann werden wir in sechs Wochen mit Sicherheit mehr Zuschauer reinlassen dürfen“, ist sich der ECP-Funktionär sicher.

Geschäftsführer des EC Peiting und Sprecher für die Oberliga: Peter Gast.

Ob der Saisonstart der Oberliga tatsächlich am 16. Oktober – wie bislang angestrebt – erfolgen kann, das ist noch nicht fix. Am Donnerstag gibt es eine Videokonferenz von Verband und Ligen- und Vereinsvertretern. Dabei geht es nicht nur um den Starttermin, sondern auch den Modus (eventuelle Verzahnung mit der Bayernliga). Klar ist aber, dass irgendwann wieder gespielt wird – und das stimmt Gast zuversichtlich. Die vergangene Zeit „war furchtbar“, sagt der ECP-Geschäftsführer. „Du musstest planen, ohne zu wissen, ob Spiele stattfinden“.

Einen Extra-Dank richtet Gast an DEB-Sportdirektor Stefan Schaidnagel. „Der war für uns immer als Ansprechpartner da und hat politisch einiges bewegt.“ Entsprechende Fürsprache sei „in so einer Situation brutal wichtig“. Als einzelner Verein „stößt du da an eine Grenze“.

Bezüglich der Austragung von Testspielen hatte der ECP schon vor Wochen Kontakt mit anderen Klubs aufgenommen. Für den morgigen Freitag, 18. September, wäre eine Partie angesetzt gewesen, doch das wurde abgesagt – auch deswegen, weil verschiedene Vereine ihre bezahlten Spieler in Kurzarbeit haben. Wenn nun demnächst der Saisonstart feststeht, dann, so Gast, werden auch Testspiele terminiert. „Wir werden ein paar interessante Paarungen zusammen bekommen“, sagt der Geschäftsführer.

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