Der Kapitän im klärenden Gespräch: Andreas Feuerecker in einem Vorbereitungsspiel gegen Sonthofen an der gegnerischen Bank.
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Der Kapitän im klärenden Gespräch: Andreas Feuerecker in einem Vorbereitungsspiel gegen Sonthofen an der gegnerischen Bank.

OBERLIGA-SAISONSTART FÜR DEN EC PEITING

„Ich suche meinen eigenen Weg“ - ECP-Kapitän Andreas Feuerecker im Interview

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Die Vorbereitung ist vorbei. Am heutigen Freitag startet der EC Peiting daheim gegen die Islanders des EV Lindau in die Saison (19.30 Uhr). Das C trägt dann Verteidiger Andreas Feuerecker auf der Brust. Im Interview spricht der neue ECP-Kapitän über seine Rolle, Rituale und seinen Job als Polizist.

Herr Feuerecker, die ersten Spiele haben Sie als Kapitän bereits absolviert. Wie hat es sich angefühlt?

Rein vom Spiel her ist es eigentlich nichts anderes. Klar, ich führe das ein oder andere Gespräch mit dem Schiri. Aber das Spielgeschehen beeinflusst das für mich nicht.

Ihr Vorgänger war Anton Saal. Ist es eine Herausforderung, in seine Fußstapfen zu treten?

Es ist eine Ehre. Er hat die Mannschaft super und in Perfektion geführt. Ihn 1:1 zu ersetzen, ist nicht möglich. Das will ich auch nicht. Ich möchte meinen eigenen Stil einbringen. Ich habe schon einige Kapitäne in meiner Laufbahn erlebt, nun suche ich meinen eigenen Weg.

Haben Sie damit gerechnet, dass sich Trainer Sebastian Buchwieser für Sie entscheidet?

Wenn ich ehrlich sein soll, nein. Wir haben so viele Führungsspieler im Team. Deshalb hat es mich überrascht, dass ich es wurde.

Wann haben Sie von der Entscheidung erfahren?

Etwa eine Woche vor Trainingsbeginn im August.

Und haben Sie dann einen größeren Druck verspürt?

Druck nicht. Aber ich wusste natürlich gleich, was auf mich zukommt. Ein Kapitän hat ja einige Aufgaben.

Welche denn?

Er ist das Bindeglied zwischen Trainern, Betreuern, Physios, Vorstand und Mannschaft. Und wenn es Probleme gibt, sollte er derjenige sein, der diese anspricht. Außerdem sollte ein Kapitän ein Vorbild sein – für die Mannschaft und auch nach außen.

Im Eishockey geht’s oft hart zu. Da gibt’s auch mal Schlägereien. Wie stehen Sie dazu?

Die Härte gehört zu unserem Sport schon dazu. Manchmal braucht’s das, um im Spiel ein Zeichen zu setzen. Wenn sich die Spieler dann aber zahlreiche Strafminuten einhandeln, ist es ärgerlich. Dann spreche ich es danach auch an. Denn wir brauchen jeden Mann auf dem Eis, da müssen die Spieler an die Mannschaft denken.

Die Vorbereitung lief nicht besonders rund. Woran lag’s?

Die Vorbereitung ist dafür da, Dinge auszuprobieren. Das hat unser Trainer gemacht. Er testete verschiedene Reihen und hat die Neuzugänge auf die Mannschaft abgestimmt. Die Ergebnisse sind da zweitrangig. Klar hätten wir am liebsten alle Spiele gewonnen, aber so wie es gelaufen ist, ist es kein Beinbruch. Jetzt geht die Hauptrunde los – und wir haben zahlreiche erfahrene Spieler, die wissen, um was es jetzt geht.

Schon am zweiten Spieltag treffen Sie auf einen ehemaligen Verein, den EV Regensburg. Und mit dem SC Riessersee ist auch Ihr Heimatverein ein Ligakonkurrent. Sind es besondere Partien gegen die Teams?

Absolut. Vor allem die Spiele gegen Garmisch. Dort habe ich im Nachwuchs gespielt, die ersten Schritte als Profi gemacht und die Oberliga-Meisterschaft gefeiert. Das werden immer besondere Spiele sein, die einem einen Extra-Schub Motivation geben. Nicht nur mir, wir haben ja mit Florian Stauder, Simon Maier, Fabian Weyrich und Florian Hechenrieder weitere ehemalige Riessersee-Spieler im Kader. Aber auch das Aufeinandertreffen mit Regensburg ist etwas Besonderes für mich. Ich hatte dort eine schöne Zeit.

Heuer kamen fünf Neue zum EC Peiting. Wie gut sind sie schon integriert?

Die haben sich schnell eingelebt, unsere System gut angenommen. Klar gibt’s noch Verbesserungsbedarf, aber da muss das ganze Team gemeinsam dran arbeiten.

Was ist das Saisonziel?

Es ist schwierig, eine Prognose abzugeben. Auch die anderen Mannschaften haben sich verstärkt und ich habe sie noch nicht spielen sehen. Im Dezember kann man unsere Rolle besser einschätzen. Aber ich denke, dass wir wieder oben mitspielen können. Wir haben eine gute Mannschaft beinander.

Haben Sie ein Ritual vor dem Spiel?

Eines? (lacht) Da gibt’s so viele. Wenn ich mit dem Auto nach Peiting fahre, läuft immer die gleiche Playlist. Auch im Stadion habe ich immer die gleichen Abläufe und auch das Aufwärmen ist immer gleich. Das brauche ich, um meinen Kopf auf das Spiel einzustimmen.

Sie haben als Polizist auch Nachtschichten. Wie bekommen Sie Beruf und Sport unter einen Hut?

Ja, das ist manchmal schwierig. Da bekommt der Sommer eine besondere Bedeutung. Ich muss mich fit halten, um das Pensum bewältigen und die Belastung verkraften zu können. Dafür trainiere ich jede Woche sechs bis sieben Mal. Erst Ausdauer, und um so näher die Saison rückt, desto Eishockey-spezifischer wird es.

Jetzt ist die Eishockey-Saison ganz nah. Worauf freuen Sie sich besonders?

Ich freue mich darauf, mit den Jungs Siege zu feiern und erfolgreich zu sein. Wenn du Erfolg hast, macht’s einfach mehr Spaß. Und wir haben in der Vorbereitung einiges dafür getan, erfolgreich zu sein.

Interview: Katrin Kleinschmidt

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