Eine hitzige Partie sahen die Zuschauer vor knapp einem Jahr, als die Selber Wölfe in Peiting zu Gast waren. Der ECP gewann nach einer Aufholjagd mit 6:3. Zuschauer wird es am Sonntag sicher keine geben.
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Eine hitzige Partie sahen die Zuschauer vor knapp einem Jahr, als die Selber Wölfe in Peiting zu Gast waren. Der ECP gewann nach einer Aufholjagd mit 6:3. Zuschauer wird es am Sonntag sicher keine geben.

EISHOCKEY-OBERLIGA

EC Peiting nach Quarantäne dezimiert - Erster Arbeitgeber zieht vor Heimpartie gegen Selb Spieler zurück

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Endlich darf der EC Peiting wieder aufs Eis und in der Oberliga um Punkte spielen. Das gilt aber nicht für alle Spieler.

Peiting – In der Eishockey-Oberliga Süd kehrt langsam aber sicher wieder Ruhe ein. Den Eindruck erweckt zumindest ein Blick auf den Spielplan. Am Freitagabend fanden vier Partien statt, für Sonntag sind gar fünf angesetzt. Darunter auch das Heimspiel des EC Peiting (17 Uhr) gegen die Selber Wölfe. In Peiting ist es aber alles andere als ruhig. Die Spieler beendeten unter der Woche zwar ihre Quarantäne und durften wieder trainieren. Dabei fehlten aber mehrere Akteure. Ihr Arbeitgeber, das Unternehmen „ept“ mit Sitz in Peiting, lässt aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr das Eishockeyspielen von Mitarbeitern bis auf Weiteres nicht zu (siehe Kasten).

„Die Spieler fehlen uns ganz arg, denn darunter sind auch zwei Leistungsträger“, sagt ECP-Coach Sebastian Buchwieser. „Sollte das ein dauerhafter Zustand bleiben, müssen wir unsere Ziele nach unten korrigieren. Dann wären die Pre-Play-offs schon ein großer Erfolg.“ Abgesehen davon, dass den Peitingern dadurch Qualität verloren geht, sinkt auch die Anzahl der Spieler bedenklich. „Die Jüngeren werden noch mehr Eiszeit bekommen“, sagt Buchwieser. „Man darf aber nicht vergessen, dass der Sprung aus der DNL Division III in die Oberliga gewaltig ist.“ Der Trainer sieht Spieler und Verein aber auf einem guten Weg, den Abstand zu verkürzen.

Stellungnahme „ept“

Nachdem im Eishockey Oberliga-Team des EC Peiting Mitte November zwei Corona-Fälle aufgetreten waren, musste die gesamte Mannschaft für zwei Wochen in Quarantäne – darunter auch Mitarbeiter von „ept“. Diese Quarantäne-bedingten Ausfälle möchte das Unternehmen verhindern. „Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr, der unsere Mitarbeiter beim Eishockeyspielen ausgesetzt sind, können wir das nicht zulassen“, sagt Joachim Ruber, Personalleiter und Leiter der Taskforce „Corona“ bei „ept“. „Die Entscheidung ist uns sehr schwergefallen.“ Das Unternehmen für elektronische Präzisionstechnik mit Sitz in Peiting ist nämlich auch einer der Sponsoren des EC Peiting. „Wir wissen, dass wir dadurch die Leistungsfähigkeit der lokalen Vereine reduzieren“, sagt Ruber. Die Regelung gilt bis auf Weiteres. Das Unternehmen orientiert sich dabei an den vonseiten der Politik beschlossenen Einschränkungen. 

Seit Mittwoch dürfen die Peitinger größtenteils wieder auf dem Eis trainieren. Zwei Spieler beendeten am Freitag ihre häusliche Quarantäne. Zunächst stand nur auf dem Programm, sich wieder an den glatten Untergrund zu gewöhnen. Daher wurde die Freitagspartie auch frühzeitig abgesagt. „Das wäre wegen des hohen Verletzungsrisikos unverantwortlich gewesen“, erklärt der Trainer. Die Spieler hatten sich zwar mit Online-Trainings fitgehalten und versucht, „die Zeit so gut es geht zu überbrücken“. Aber Eishockey-spezifische Übungen wirken eben hauptsächlich auf Eis.

Offensivstarke „Wölfe“ zu Gast

Am Freitag und Samstag bereiten sich die Peitinger dann gezielt auf die Selber Wölfe vor. „Offensiv ist das eine ganz starke Mannschaft“, sagt Buchwieser. Mit Nicholas Miglio stellt der Tabellenzweite aktuell den Drittbesten Scorer der Liga (11 Scorerpunkte). Dazu kommen Steven Deeg (9) und der Spieler des Jahres der vergangenen Saison, Brad Snetsinger (7). „Wir werden viel in der eigenen Zone sein“, mutmaßt Buchwieser, „da kann Selb einen festnageln.“ Devise für den ECP ist daher: „Gut verteidigen.“

Schwer einzuschätzen ist der Leistungsstand der Peitinger. „Vor der Pause waren wir gut drauf“, sagt Buchwieser. Ein 13:3 gegen den Höchstadter EC bedeutete beim letzten Auftritt am 10. November den ersten Saisonsieg. Klar ist für den Trainer: „Sollten wir noch einmal in Quarantäne müssen, wird es ganz schwierig, die Saison vernünftig zu Ende zu bringen. Dann muss eine andere Lösung her.“

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