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Vorstandsmitglieder und Geehrte beim EC Peiting: (hinten von links) Werner Wiedemann-Mozart (Schatzmeister), Thomas Krabbat (Beisitzer), Harald Wörnzhofer (Kassier), Gerhard Weyrich (2. Vorsitzender), Thomas Zeck (1. Vorsitzender), Peter Gast (Geschäftsführer), Michaela Krabbat (stellvertretende Nachwuchsleiterin), Stefan Stets (Schriftführer), Gordon Borberg (Beisitzer), Andreas Hebelt (Beisitzer), (vorn von links) Rudolf Hans (geehrt), Cordula Gast (geehrt), Manfred Weninger (geehrt), Rainer Hirschvogel (Beisitzer). 

Eishockey

EC Peiting: Seriösität als oberstes Ziel 

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Beim EC Peiting hat Thomas Zeck das Amt des Vorsitzenden von Gerhard Weyrich übernommen. Der neue Chef setzt auf Kontinuität, auch bei den Finanzen.

Peiting – Seinen letzten Rechenschaftsbericht als 1. Vorsitzender des EC Peiting hatte Gerhard Weyrich gewohnt sachlich vorgetragen, doch ganz am Schluss konnte er seine Emotionen nicht verbergen. Als er seiner Frau und dem Rest der Familie für die Unterstützung während der zurückliegenden Jahre dankte, da rang der 57-Jährige kurz mit der Fassung und den Worten. Die rund 40 Mitglieder, die zur Jahresversammlung in die Stadion-Gaststätte „Overtime“ gekommen waren, zeigten auf ihre Weise, was sie von Weyrichs geleisteter Arbeit hielten: Sie erhoben sich und spendeten stehenden Applaus.

Elf Jahre lang stand Weyrich an der Spitze des Eishockey-Vereins, bei der Jahresversammlung 2017 hatte er angekündigt zurückzutreten, wenn ein Nachfolger gefunden sei. Um wen es sich handelt, dieses Geheimnis wurde streng gehütet. Wer allerdings während der Versammlung die in einer Reihe vor dem Publikum sitzenden Vorstandsmitglieder ganz genau unter die Lupe nahm, der konnte schon erahnen, wer als Kandidat in Frage kommen könnte. Thomas Zeck, bis 2017 selbst Spieler beim ECP und Leiter der Nachwuchsabteilung, hatte einen etwas feineren Zwirn angelegt. Und tatsächlich stellte sich der 37-Jährige zur Wahl, die einstimmig für ihn ausfiel. Weyrich bleibt dem Klub ebenfalls in einer offiziellen Position erhalten, er nimmt den Posten des 2. Vorsitzenden ein.

Er habe sich die Entscheidung, sich als 1. Vorsitzender zur Verfügung zu stellen, nicht leicht gemacht, sagte Zeck. Der Prozess habe Wochen gedauert. Ihm ist bewusst, dass es „unangenehm wird, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt“. Doch Zeck, der zwischen 2001 und 2017 14 Spielzeiten für den ECP als Verteidiger spielte, entschied sich für die Kandidatur. „Bedingt durch die vielen Jahre hier, bin ich mit dem Verein verwurzelt. Er liegt mir am Herzen, es war so die letzte Konsequenz, das Amt zu übernehmen“, sagte Zeck unmittelbar nach der Wahl. Sein Ziel sei, dass der ECP eine zuverlässige Größe im Eishockey-Sport bleibt, „so wie wir das seit 15 und mehr Jahren gewöhnt sind“.

Darauf, dass Peiting in der Oberliga – als kleinster Ort und mit dem geringsten Etat – regelmäßig eine gute Rolle spielt, ist der Vorstand zurecht stolz. „Dem EC Peiting fehlt vielleicht der Glamourfaktor, aber wir zeigen Haltung durch ein seriöses Geschäftsgebaren“, sagte Weyrich in seinem Bericht. Auch Zeck will sich künftig in keine finanziellen Abenteuer stürzen: „Geld, das wir nicht haben, werden wir auch nicht ausgeben“, sagte er. Mit Management kennt sich der neue Vereinschef aus, am Landratsamt Landsberg ist der 37-Jährige für die drei Schwimmbäder des Landkreises zuständig. Eine Besonderheit bildet der EC Peiting im Vergleich zu anderen Oberliga-Teams auch in Sachen „Kader“. Von den 19 Feldspielern, die der Mannschaft angehören, haben elf das Eishockeyspielen beim ECP gelernt, berichtete Teammanager Gordon Borberg: „Das muss auch weiter unser Weg sein.“ Für die DNL-Spieler sind die Türen zur ersten Mannschaft „immer offen“, betonte Borberg.

Schatzmeister Werner Wiedemann-Mozart berichtete Erfreuliches: Einnahmen von 565.363 Euro standen im abgelaufenen Geschäftsjahr Ausgaben von 564.113 Euro gegenüber – macht ein Plus von 1250 Euro. Zum Stichtag betrug die Liquidität auf den Bankkonten gut 9500 Euro. Der ECP sei einer der wenigen Klubs, „die ohne jede Auflage oder Anmerkung die Lizenz erhalten haben“, sagte Wiedemann-Mozart. Stolz auf die eigene Leistung „darf nicht zu Überheblichkeit führen“, mahnte er. Die Einnahmen werden sich heuer wohl verringern, „aber wir werden es wieder schaffen“.

Mahnende Worte richtete Weyrich an die Mitglieder: „Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, nimmt dramatisch ab.“ Zu sehen sei das beim Bürgerfest und der Altpapiersammlung, die 2017 immerhin knapp 7400 Euro in die Kasse spülte. Sorge bereitet Weyrich auch die Nachwuchspolitik des DEB, die ihm zufolge zu einem Konzentrationsprozess in wenigen Zentren führt. „Dem DEB werden dadurch Nachwuchsspieler fehlen.“ Das ECP-Magazin werde in der bisherigen Form nicht mehr weitergeführt. Der Aufwand für die 1500 Exemplare umfassende Auflage ist letztlich zu groß. „Es geht immer mehr in Richtung Digitalisierung. Wir diskutieren derzeit über ein neues Format“, so Weyrich. Geschäftsführer Peter Gast kritisierte „das peinliche Sommertheater mit dem SC Riessersee“. Da lange nicht klar war, ob der SCR in der Oberliga spielt, hatten die Vereine Schwierigkeiten, die Saison zu planen. Vorfreude versprühte Gast beim Thema „Video-Wall“. Die wird Anfang August installiert „und ist eine Bereicherung fürs Stadion“. Der Sitzplatzbereich wurde zuletzt neu gestaltet, mit Sitzschalen aus dem Kaufbeurener Stadion.

Ganz zum Schluss sprach TSV-Vorsitzender Günther Neureuther, der als Wahlleiter fungierte, den Fans aus dem Herzen: „Ich hoffe, dass wieder ein paar mehr Play-off-Spiele in Peiting stattfinden“, sagte er mit Blick auf das Aus in Runde eins in der vergangenen Spielzeit.

Ehrungen

Bei der Jahresversammlung wurden turnusgemäß einige Vorstandsposten neu gewählt. 1. Vorsitzender: Thomas Zeck, 2. Vorsitzender: Gerhard Weyrich, Geschäftsführer: Peter Gast, Kassier: Harald Wörnzhöfer, stellvertretende Nachwuchsleiterin: Michaela Krabbat, Beisitzer: Gordon Borberg, Thomas Krabbat, Sabine Wohlhaupter, Rainer Hirschvogel.

Darüber hinaus wurden Mitglieder geehrt und mit Präsenten bedacht, die sich seit Jahren für den ECP engagieren und engagiert haben und nun zum Teil kürzertreten. Ausgezeichnet wurden Cordula Gast (Organisation, Controlling), Manfred Weninger (Förderverein, VIP-Raum und „einer, der immer da war, wenn etwas zu tun war“, so Gerhard Weyrich) und Rudolf Hans (Verwaltung, Schlüsseldienst für die Eishalle).

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