Der Ruhepol des EC Peiting: Florian Hechenrieder hütet seit gut zehn Jahren den ECP-Kasten und zählt zu den besten Goalies der Oberliga.
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Der Ruhepol des EC Peiting: Florian Hechenrieder hütet seit gut zehn Jahren den ECP-Kasten und zählt zu den besten Goalies der Oberliga.

Eishockey

Hechenrieder im Interview: „Zusammenarbeit könnte nicht besser sein“

  • Phillip Plesch
    vonPhillip Plesch
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Er zählt zu den Leistungsträgern beim EC Peiting und hat vor Kurzem seinen Vertrag verlängert. Jetzt spricht Goalie Florian Hechenrieder im Interview. 

Peiting – Seit mehr als zehn Jahren hütet Florian Hechenrieder das Tor des Eishockey-Oberligisten EC Peiting. 2009 kehrte er vom ESV Kaufbeuren zu seinem Jugendverein zurück. Zuvor war der 33-Jährige kurzzeitig außerdem für die Nürnberg Ice Tigers und den SC Riessersee in der DEL beziehungsweise DEL 2 aktiv. Im Interview spricht der Goalie über die Saison-Vorbereitung, die vergangene Spielzeit und die Zusammenarbeit mit seinem Back-up Andreas Magg.

Herr Hechenrieder, vor Kurzem begann beim EC Peiting das Sommertraining. Wie bereiten Sie sich auf die kommende Spielzeit vor?

Wir haben unseren Ein- und Ausgangstest. Ansonsten trainiere ich eher alleine. Ich gehe Laufen, mache Gymnastik und Dehnübungen. Denn für uns Torhüter ist es wichtiger, gelenkig zu sein als kräftig. Daher lege ich den Fokus auf die Beweglichkeit, wobei mir die Übungen mit der Mannschaft auch nicht schaden.

Wann die nächste Saison beginnen kann, ist aufgrund der Corona-Pandemie noch unklar. Wie verfolgen Sie die Entwicklungen?

Im Endeffekt können wir eh nichts machen. Die News bekommen wir genauso wie jeder Fan aus dem Internet. Ich bin gelassen und hoffe, dass wir Mitte Oktober mit der Saison beginnen können. Das Trockentraining geht dieses Jahr etwas länger. Klar ist aber auch, dass jeder Spieler so schnell wie möglich aufs Eis möchte.

Vergangene Woche wurde Ihre Vertragsverlängerung bekannt gegeben. Haben Sie darüber nachgedacht, den ECP zu verlassen?

Andere Vereine sind für mich nicht in Frage gekommen. Ich bin in Peiting ortsansässig und möchte keine großen Sprünge mehr machen. Für mich war eher die Überlegung, wie lange ich noch weiterspielen möchte. Ich werde das in Zukunft von Jahr zu Jahr entscheiden.

Gab es in der Vergangenheit Angebote anderer Vereine, auch aus höheren Klassen?

Vor fünf Jahren war es mal ein Thema, innerhalb der Oberliga Süd nach Regensburg zu wechseln. Für mich lassen sich Job und Eishockey in Peiting aber am besten vereinbaren. Höherklassig ist es eher schwierig. Da hast du meistens einen Ausländer vor dir und bekommst wenig Spielzeit. In der Situation war ich schon mal.

In Peiting zählen Sie zweifelsohne zu den Leistungsträgern. Welchen Einfluss haben Sie auf die Mannschaft?

In der Kabine bin ich eher der ruhige Typ. Das hat den Vorteil, dass alle zuhören, wenn ich dann mal was sage. Auf dem Feld versuche ich, mein Team im Spiel zu halten und durch Paraden, Akzente zu setzen. Die Feldspieler sollen, auch wenn es schlecht läuft, sehen: Unser Torwart ist da. Aber alleine geht es natürlich nicht.

Auch wenn sie schon etwas zurückliegt, wie fällt Ihr sportliches Fazit zur abgelaufenen Saison aus?

Wir haben gut begonnen, danach hatte die Saison ihre Höhen und Tiefen. Wir hatten viele Verletzte und wussten nicht genau, wo wir stehen. Fakt ist aber, dass wir jeden Gegner in der Liga mal geschlagen haben. Zu den Play-offs wären wir komplett gewesen. Es ist richtig schade, dass die Saison dann vorbei war, denn ich denke, wir hätten uns zu einer richtigen Play-off-Mannschaft entwickeln können.

Wie bewerten Sie Ihre eigenen Leistungen?

Die hatten auch ihre Höhen und Tiefen, insgesamt habe ich aber eine solide Saison gespielt.

In den vergangenen Jahren lagen Sie in den Torhüter-Statistiken der Oberliga-Süd meist in der Spitzengruppe. Mehrmals wurden sie zum „Torhüter des Jahres“ gewählt. Ist Ihnen so etwas wichtig?

Solche Auszeichnungen sind natürlich etwas Schönes und ich freue mich darüber. Ich nehme das aber eher so nebenbei mit. Der Gegentorschnitt ist wichtig. Liegt er niedrig, war die Saison gut. Ein Torwart lebt aber von den Leistungen der Mannschaft.

Mit Andreas Magg hat auch Ihr Back-up auf der Torhüterposition verlängert. Wie klappt zwischen Ihnen die Zusammenarbeit?

Die klappt überragend und könnte nicht besser sein. Wir unternehmen auch privat viel zusammen. Es ist wichtig, einen guten Back-up zu haben und nach Andi würden sich andere Vereine in der Liga die Finger lecken. Wir müssen schauen, dass er in Zukunft mehr Spielzeit bekommt, um sich weiterzuentwickeln und aufgebaut zu werden. Gut genug ist er auf jeden Fall. Und wenn seine Leistung stimmt, sollte er auch spielen. Es ist aber nicht so, dass ich jetzt jedes Spiel abgebe. Ich sehe uns ganz klar als Torwart-Team und es ist schön zu sehen, wie ein junger Spieler besser wird.

Welche Ziele haben Sie mit dem EC Peiting noch?

Ein Traum wäre es, einmal die Oberliga-Play-offs zu gewinnen. Am liebsten schon in der kommenden Saison.

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