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Richtig Spaß hat Anton Saal (Mitte) mit Lukas Gohlke (links), Thomas Heger (rechts) und dem ganzen EC Peiting. Trotzdem bleibt’s dabei: Diese Saison ist seine letzte in der Oberliga.
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„Servus, Toni!“ steht auf extra angefertigten Fan-Pullovern (Ausschnitt auf dem Bild) sowie auf allen Play-off-Trikots der Peitinger.

Eishockey: Oberliga-Play-offs

Die ganz besonderen Play-offs des Anton Saal

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Anton Saal hat schon viele Play-offs mitgemacht. Aber diesmal fühlen sie sich anders an. Es sind die letzten für den Kapitän des EC Peiting. Und die sollen noch nicht enden.

Peiting– Die ganze Saison schon schwebt er über dem EC Peiting. Erst stand er nur auf dem Trikot mit der Nummer 21, mittlerweile schmückt er die Zahlen aller Play-off-Trikots und sogar 40 eigens angefertigte Fan-Hoodies. In goldener Schrift auf schwarzem Grund steht er da, der Abschiedsgruß: „Servus, Toni!“. Zwei Worte, die zeigen, dass mit Anton Saal nicht irgendein Spieler sein Karriereende angekündigt hat, sondern das Herz des EC Peiting, der Anführer, der Kapitän.

Im Sommer schon hatte der Eishockeyspieler Klarheit geschaffen, gesagt, dass es die letzte Saison wird. Nun laufen seine letzten Play-offs. Seine ersten hatte er mit dem SC Riessersee. 2006 war’s – danach folgten viele weitere. „Eigentlich fast jedes Jahr“, sagt der 33-Jährige, der die Rückennummer 21 trägt. „Ich habe alle Play-offs genossen, aber diese genieße ich noch ein bisschen mehr. Es macht einfach Spaß.“

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Kein Wunder, mit drei Siegen gegen Duisburg ist der ECP perfekt in den Wettbewerb gestartet. Nun wartet im Viertelfinale Herne. „Mir ist das wurscht, gegen wen wir spielen“, sagt Saal. „Man muss den Gegner sowieso nehmen, wie er kommt. Bei den letzten Acht ist kein leichter Gegner dabei.“ Dass Herne die Eisbären Regensburg mit drei Siegen aus den Play-offs warfen, „spricht für ihre Qualität“.

Das Team kennt Saal kaum. Es sei ewig her, dass er mal gegen den Verein gespielt habe. Klar, ein paar Namen sind ihm bekannt. „Aber ich habe mit keinem der Spieler zusammengespielt.“ Nur mit dem Trainer, Danny Albrecht, stand er in der Saison 2005/2006 gemeinsam in Bremerhaven auf dem Eis. „Das ist ein guter Typ.“ Saal freut sich auf das Wiedersehen – „und ich hoffe, nach dem Spiel freue ich mich noch mehr“, sagt er und grinst.

Klar, zum Abschluss ist der Bad Bayersoier heiß auf mehr. Der ECP ist hervorragend in Form. „Dass es so für uns läuft, war vor der Saison nicht abzusehen.“ Seinen Beschluss bereut er trotzdem nicht. „Ich höre lieber auf, wenn’s gut läuft, als dass ich den Moment verpasse und die Zuschauer sagen: ,Anton, jetzt wird’s aber Zeit.´“

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Das würde in dieser Saison wahrlich keiner sagen. Saal bildet mit Simon Maier und Milan Kostourek die erste Sturmreihe, hat mit 19 Toren und 58 Assists großen Anteil am ersten Platz in der Meisterrunde der Oberliga Süd. Süd-Meister zu werden „war schön“, sagt er. Aber jetzt in den Play-offs zählt das nicht mehr viel – abgesehen davon, dass der EC Peiting eben als Favorit in die Partien geht. „Der Druck liegt eher bei uns als bei Herne.“

Aber Saal kennt den ja schon. 2004 war seine erste Oberliga-Saison mit Riessersee, ein paar Jahre spielte er sogar in der zweiten Liga. Seit 2012 steht er für den ECP in der Oberliga auf dem Eis. „Gute Play-offs bedeuten, mehr als die ersten Runden zu schaffen“, sagt er. Saal hatte schon gute Play-offs. Allerdings noch nie perfekte. „Meister bin ich noch nie geworden.“ Eine Chance hat er ja noch.

Auftakt des Viertelfinales

Spielbeginn: am Freitag, 29. März, um 19.30 Uhr in der Eishalle Peiting und am Sonntag um 18.30 Uhr in der Hannibal-Arena in Herne.

Zum Gegner: Herne hat die Oberliga Nord auf dem sechsten Tabellenplatz (28 Siege/20 Niederlagen) abgeschlossen. Topscorer des EV ist in dieser Saison der 31-jährige Brad Snetsinger aus Kanada. Er erzielte in 47 Oberliga-Partien 22 Tore. Insgesamt kommt er auf 66 Scorerpunkte. Im Play-off-Achtelfinale traf der Herner EV auf die Eisbären Regensburg, die in der Oberliga Süd Dritter geworden waren. Herne brauchte nur drei Spiele für den Viertelfinaleinzug, gewann 5:1, 6:1 und 4:3. Snetsinger, Marcus Marsall und Patrick Asselin trafen jeweils drei Mal. Topscorer in den drei Partien war für Herne aber Nils Liesegang, der mit einem Tor und sechs Assists bereits sieben Scorerpunkte auf dem Konto hat.

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