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Gerhard Weyrich war elf Jahre Chef des EC Peiting. 

Gerhard Weyrich im Interview

„Selbstdarsteller sollen sich raushalten“

Peiting – Nach elf Jahren an der Spitze des EC Peiting übergab Gerhard Weyrich sein Amt bei der Hauptversammlung an Thomas Zeck. Der ehemalige Vereinschef, der den ECP als zweiter Vorsitzender erhalten bleibt, blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück. Im Interview spricht Weyrich über die Höhepunkte seiner Amtszeit, falsche Entscheidungen und seine Wünsche für den ECP.

-Herr Weyrich, wie fällt Ihre Bilanz nach über einem Jahrzehnt an der Spitze des ECP aus ?

Wir hatten in der Zeit durchaus einige Erfolge und sind unter dem Strich ganz gut durchgekommen. Das gilt auch finanziell. Wir hatten nie größere Probleme und haben gut gewirtschaftet. Das ist in Eishockey-Deutschland nicht überall so.

-Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte in Ihrer Amtszeit?

Sportlich waren das die Finalspiele in der Oberliga gegen Rosenheim und Kaufbeuren sowie mit den Junioren den Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft. Aber auch viele weite Reisen wie nach Tilburg oder den Hannover Indians sind positiv in Erinnerung geblieben. Nicht zu vergessen die vielen schönen Erlebnisse mit den Menschen rund ums Eishockey.

-Es gab bestimmt auch nicht so erfreuliche Geschichten. Welche bleiben da im Rückblick besonders hängen?

Besonders negativ war die Situation im Sommer vor zwei Jahren, als die Oberliga auf der Kippe stand, weil es nur noch neun Vereine gab. Da wussten wir nicht, ob und wie geht es weiter. Dann gab es natürlich immer mal wieder bei angespannten Finanzlagen intensive Diskussionen innerhalb der Vorstandschaft. Nicht schön waren auch die zum Teil persönlichen Angriffe aus dem Umfeld des Vereins von Leuten, die aber nicht bereit waren, Verantwortung zu übernehmen.

-Hätten Sie mit den späteren Kenntnissen Entscheidungen auch anders getroffen?

Eine Sache gab es da schon, die möchte ich aber nicht in der Zeitung lesen. Nur so viel. Bei einer Personalentscheidung habe ich zu lange zugeschaut. Da hätte ich früher reagieren müssen.

-Was wünschen Sie ihrem Nachfolger Thomas Zeck?

Ich wünsche ihm eine glückliche Hand bei den Entscheidungen. Er braucht bestimmt gute Nerven und Kraft. Ich denke, er wird den eingeschlagenen Weg weitergehen, auch wenn er seine eigenen Akzente setzen wird. Wir bleiben als Team zusammen. Beim ECP ist es ja keine „One-Man-Show“.

-Gibt es einen Wunsch für das Deutsche Eishockey im Gesamten?

Seit ich dabei bin, wird geredet, was alles für den Nachwuchs gemacht wird. Man macht inzwischen auch schon einiges, aber derzeit gibt es wieder Tendenzen, einen Konzentrationsprozess hin zu den großen Vereinen, die gefallen mir nicht. Ansonsten wünsche ich mir, dass die Selbstdarsteller, die es im Eishockey leider immer gibt, ihre Finger raushalten.

-Und für den ECP?

Ich wünsche dem Club, dass er in der Oberliga weiter gut dabei ist und die großen Vereine ärgern kann, und dass im Nachwuchs weiterhin gute Arbeit geleistet wird, die dann auch Anerkennung findet.

Interview: Roland Halmel

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