Hofft, den EC Peiting heuer noch auf dem Eis zu sehen: ECP-Geschäftsführer Peter Gast, hier auf einem Foto aus der vergangenen Saison.
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Hofft, den EC Peiting heuer noch auf dem Eis zu sehen: ECP-Geschäftsführer Peter Gast, hier auf einem Foto aus der vergangenen Saison.

EC Peiting und andere Vereine fordern Entscheidung der Politik

„Es ist 5 vor 12!“: Hilferuf der Eishockey-Oberligisten

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Der 16. Oktober rückt näher, an diesem Tag soll die Eishockey-Oberliga starten. Doch noch gibt‘s dafür kein „Go" aus der Politik. Die Vereine machen nun auf sich aufmerksam - unter dem Hashtag #hörtunsoderverliertuns.

Peiting – Peter Gast muss ständig daran denken. Wie wird es wohl weitergehen? Und wann? Und wird die Eishockey-Oberliga heuer überhaupt starten? Immer wieder schwirren dem Geschäftsführer des EC Peiting diese Fragen durch den Kopf. „Es ist belastend“, gibt er zu. Gäbe es keinen Spielbetrieb, „das wäre furchtbar“. Nicht nur, weil Gast Eishockey liebt. Weil er mitfiebern will. Sondern auch, weil so viel mehr an dem Sport hängt. Darauf haben der EC Peiting und die anderen 25 Vereine der Oberligen Süd und Nord mit einer gemeinsamen Erklärung aufmerksam gemacht. Sie ging auf den Internetseiten der Clubs und in den sozialen Medien am Sonntagnachmittag online. „Es ist 5 vor 12!“, schreiben die Vereine darin und versehen ihren Aufruf mit dem Hashtag #hörtunsoderverliertuns. Sie fordern eine Entscheidung von der Politik. Und finanzielle Unterstützung.

Die zentrale Nachricht der Clubs ist einfach: Sie stehen vor dem Aus – und damit sei nicht nur der Oberliga-Sport gefährdet. „Es steht viel mehr auf der Kippe“, sagt Gast. Die Oberligen Süd und Nord hätten zuletzt gemeinsam Umsätze in Höhe von rund 25 Millionen Euro erwirtschaftet (siehe Kasten). Davon profitierten auch Firmen wie Sicherheitsdienste, Ausrüster und Caterer. Die Vereine fordern wirtschaftliche Hilfen, wie sie für andere Sportarten sowie die DEL und die DEL2 bereits beschlossen wurden. Die Vereine der beiden ersten Eishockey-Ligen bekommen Zuschauerausfälle zu 80 Prozent ersetzt. Die Oberliga nicht, weil sie nur semiprofessionell ist. „Aber die Einnahmen sind für uns auch überlebensnotwendig“, sagt Gast.

Gefahr für Nachwuchsteams

Er verweist dabei nicht nur auf die wirtschaftliche Bedeutung. Sondern auch auf die gesellschaftliche. Rund 6410 Kinder und Jugendliche spielen in den Nachwuchsabteilungen der Oberligen. Rund 100 Kinder sind es in Peiting. „Es ist einfach ein toller Sport“, sagt Gast. „Die Kinder lieben ihn. Mein Enkel ist sieben und kann es kaum erwarten, dass er endlich wieder spielen kann. Er würde am liebsten mit den Schlittschuhen ins Bett gehen.“ Doch ohne die Oberliga-Einnahmen kann sich der Verein keine Nachwuchsarbeit leisten.

Deshalb hat der ECP viel Zeit in sein Hygienekonzept gesteckt. Doch neben all dem Wunsch nach Eishockey gibt es noch einen weiteren zentralen Punkt: „Die Gesundheit der Besucher ist uns wichtig. Wir haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Infektionsrisiko so gering wie möglich ist.“ 650 Besucher könnte der ECP laut seinem Konzept ins Stadion lassen. Ein paar Fans müssten also immer draußen bleiben. Der Zuschauerschnitt in der vergangenen Saison, in der es keine Play-offs gab, lag bei 717 Besuchern. Bei Top-Spielen waren es deutlich mehr Fans: Im Oktober sahen beispielsweise 1143 Gäste die Partie gegen den SC Riessersee.

Hoffen auf den 14. September

Gast hofft, dass er schon bald weiß, ob es noch heuer erneut zum Derby zwischen den beiden Oberligisten kommen kann. Am 14. September tagt das bayerische Kabinett. Wie die Fußballer erwarten dann auch die Eishockeyspieler Informationen dazu, wie es in ihrem Sport weitergehen kann. Ein Saisonstart am 16. Oktober, wie er derzeit geplant ist, wird mit jedem Tag ohne Entscheidung unwahrscheinlicher. Gast pocht gar nicht darauf, daran festzuhalten. „Wenn sie sagen, wir dürfen erst im November anfangen, dann machen wir das.“ Hauptsache, es werde überhaupt gespielt – vor Zuschauern.

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