Eishockey-Spieler Daniel Reichert vom EC Peiting beim Schuss aufs Tor.
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Daniel Reichert (re., hier eine Archivaufnahme) erzielte das so wichtige zweite Tor für den EC Peiting.

Eishockey: Oberliga

EC Peiting gelingt bei den „Starbulls“ die Revanche

  • Paul Hopp
    vonPaul Hopp
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Der EC Peiting hat seine Chancen auf die direkte Play-off-Teilnahme deutlich erhöht. Bei den „Starbulls Rosenheim“ gelang ein Auswärtssieg - auch wegen eines frühen „Wirkungstreffers“.

Rosenheim – Nardo Nagtzaam ballte die behandschuhten Hände zu Fäusten und schüttelte sie energisch. Die Geste vereinte Erleichterung und Genugtuung zugleich. In den 58 Spielminuten davor hatte der Kontingentspieler des EC Peiting zahlreiche hochkarätige Chancen nicht genutzt. Doch als es im Oberliga-Auswärtsspiel gegen die „Starbulls Rosenheim“ wirklich drauf ankam, war der Niederländer zur Stelle. Die Gastgeber hatten alles auf eine Karte gesetzt, wollten mit sechs Feldspielern den Ausgleich und die Overtime erzwingen. Nagtzaam eroberte die Scheibe und schoss sie zum 3:1-Endstand ins verwaiste Tor.

Mit dem Erfolg am Dienstagabend erhöhte der ECP seine Chancen auf den direkten Einzug in die Play-offs. „Der Schlüssel zum Sieg war, dass wir schon im ersten Drittel präsent waren“, sagte ECP-Trainer Sebastian Buchwieser. Vor gut zwei Wochen hatte Peiting in Rosenheim mit 2:4 verloren – und damals im ersten Spielabschnitt vier Treffer kassiert. Diesmal stoppten die Gäste den „Starbulls“-Angriffswirbel schnell. Ty Morris nutzte die erste Chance zum 1:0 (2.). Das Tor „war wohl ein Wirkungstreffer für Rosenheim“, so Buchwieser.

Peiting agierte in der Folge diszipliniert, zur Entfaltung kamen die „Starbulls“ (immerhin das Team mit den meisten Toren) nur selten. Und wenn doch einmal ein gefährlicher Schuss gelang, so wie Florian Krumpe (8.), war Torwart Florian Hechenrieder (in diesem Fall mit einem starken Save) zur Stelle. Die Peitinger hätten zur ersten Drittelpause sogar höher führen können: Nagtzaam scheiterte gleich dreimal in aussichtsreicher Position (4., 7., 15.), Manuel Bartsch verbuchte zwei gefährliche Aktionen (14., 19.).

EC Peiting im ersten Drittel mit vielen Chancen

Das Mitteldrittel startete mit zwei hochkarätigen Rosenheimer Chancen durch Curtis Leinweber (21.) und Tobias Meier (22.). In der Folge ergaben sich auf beiden Seiten zahlreiche Offensivaktionen. Dabei zeichneten sich die Torhüter aus – Hechenrieder für Peiting und Andreas Mechel für Rosenheim. Auf ECP-Seite verbuchten Morris (23.), Daniel Reichert (24.), Simon Maier im Powerplay (31.) und Nagtzaam (34.) die besten Möglichkeiten. Ein Tor erzielten in diesem Spielabschnitt aber nur die „Starbulls“: Kurz, nachdem ein Rosenheimer Powerplay verstrichen war, traf Leinweber im Nachsetzen zum verdienten 1:1 (30.). Davor waren Dennis Schütt (25.) und Kyle Gibbons bei einem Alleingang (28.) noch knapp gescheitert.

Im Schlussabschnitt lebte die Partie von der Spannung, wer denn das so wichtige zweite Tor erzielen würde. Nagtzaam war zweimal (46., 47.) knapp dran. Auch Elias Maier (45.) und Daniel Reichert (52.) hatten Einschussmöglichkeiten. Der ECP musste zwei Unterzahlsituationen überstehen (43., 47.). Beim zweiten Mal hatte Rosenheims Tobias Draxinger zwei Top-Chancen. Letztlich brachte ein Powerplay den ECP auf Siegeskurs. Morris erzwang ein Foul, in der folgenden Überzahl erzielte Reichert nach toller Finte mit maßgenauem Schlenzer das 2:1 (54.). Die „Starbulls“ nahmen danach früh den Torwart für einen Feldspieler vom Eis – Nagtzaam machte mit seinem Tor alles klar. Rosenheim kam danach (erneut mit sechs Feldspielern) nur noch zu einer Chance von Gibbons.

Buchwieser lobte die „geschlossene Mannschaftsleistung“ seiner Truppe, die „sehr, sehr engagiert“ aufgetreten sei. „Wir waren auch spielerisch auf der Höhe“, so der ECP-Coach. Rosenheims Trainer John Sicinski war nach der dritten Niederlage in Folge – ein Novum für die „Starbulls“ in dieser Saison – enttäuscht: „Ich will die Leistung von Peiting nicht schmälern, aber am Ende war es von uns zu wenig.“

Statistik: 1. Drittel: 0:1 (1:16) Morris (Heger, Feuerecker). 2. Drittel: 1:1 (29:17) Leinweber (Draxinger, Daxlberger). 3. Drittel: 1:2 (53:58) Reichert (Nagtzaam, Feuerecker/5-4), 1:3 (58:03) Nagtzaam (Feuerecker, Mazanec/empty-net). Strafminuten: Rosenheim 10, Peiting 8. Schiedsrichter: Kapzan, Polaczek; Kociol, Sauer. Zuschauer: keine.

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