Ty Morris, Eishockeyspieler des EC Peiting, in einem Oberliga-Spiel.
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Der Antreiber wird vermutlich fehlen: Ty Morris verletzte sich am Mittwoch gegen Deggendorf und muss dieses Wochenende wohl pausieren.

EISHOCKEY: Oberliga Süd

EC Peiting: Vorsicht vor bissigen Alligatoren!

  • vonRoland Halmel
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  • Paul Hopp
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Schlag auf Schlag geht es beim EC Peiting in der Oberliga: Nun geht es gegen Höchstadt (auswärts) und Passau (zu Hause). Ob Leistungsträger Ty Morris mitspielen kann, ist äußerst fraglich.

Peiting – Auch wenn der EC Peiting das Heimspiel gegen Deggendorf am vergangenen Mittwoch deutlich verlor (2:7), eroberte er sich in einer anderen Kategorie die Spitzenposition. Nur zwei Strafzeiten gegen die Niederbayern brachten der Mannschaft von Trainer Sebastian Buchwieser den Sprung auf Platz eins in der Fairness-Tabelle der Oberliga Süd. In 19 Spielen sammelten die Peitinger Spieler 164 Strafminuten (im Schnitt 8,63 pro Spiel).

Peitings Gegner Höchstadt ist im absoluten Höhenflug

Zusammen mit Rosenheim (ebenfalls 164 Strafminuten, allerdings in 22 Partien) kommend die Peitinger damit auf den niedrigsten Wert der Oberliga Süd. Buchwieser will dieses Thema aber nicht überbewerten. „Das ist eine zweischneidige Sache. Zu viel körperbetont spielen kann dir Strafzeiten bringen, zu wenig, bringt dem Gegner Vorteile“, so der ECP-Coach.

Sein Blick richtet sich verstärkt auf die kommenden Gegner. Besonders der Höchstadter EC, wo die Peitinger am heutigen Freitag gastieren, dürfte eine ziemlich harte Nuss werden, die es zu knacken gilt. Insbesondere zu Hause zeigten die „Alligators“ in dieser Saison bislang ihre Bissigkeit. Lediglich Spitzenreiter Selb schaffte es, die Höchstadter in deren Halle zu bezwingen. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe, da müssen wir voll dagegenhalten“, so Buchwiesers Einschätzung des Gegners, bei dem er selbst einst drei Jahre lang, von 2008 bis 2011, in der Bayernliga die Schlittschuhe geschnürt hatte.

Zwiespältige Gefühle hat er vor allem, was das Wiedersehen mit Milan Kostourek betrifft. Zum einen freut sich Buchwieser auf die Begegnung mit dem Tschechen, dessen Trainer er in Peiting für drei Jahre war (2016 bis 2019). Zum anderen dürfte dem ECP-Trainer nicht ganz wohl sein, denn mit seinen mittlerweile 38 Jahren blüht Kostourek in seiner zweiten Saison in Höchstadt bei den Mittelfranken regelrecht auf. Der Tscheche ist mit 17 Treffern der erfolgreichste Torschütze in seinem Team, in der Scorerliste der Oberliga Süd rangiert er momentan auf Platz fünf. Mit seinen Toren hat er großen Anteil am derzeitigen Höhenflug der „Alligators“, die von den vergangenen acht Partien sieben gewannen. In der Tabelle haben sich die Mittelfranken damit auf Platz vier vorgearbeitet.

Heimspiel-Gegner Passau ist langsam in Tritt gekommen

Deutlich weiter hinten im Klassement auf Rang elf reihen sich dagegen die Passau Black Hawks ein, die am Sonntag zu Gast in Peiting sind. Der Aufsteiger aus der Drei-Flüsse-Stadt brauchte etwas Zeit, um in der neuen Liga in Tritt zu kommen. Mit zwei neuen Kontingentspielern ging es bei den Passauern aber langsam bergauf. Liam Blackburn, der vom Bayernligisten Pfaffenhofen kam, hat in nur zwölf Spielen 24 Scorerpunkte gesammelt. Jeff Smith, der wegen eines Armbruchs jedoch ausfällt, kommt auf 13 Punkte. „Um gegen Passau punkten zu können, müssen wir unsere beste Leistung abrufen“, so Buchwieser. Er erwartet alles andere als einen Spaziergang für seine Schützlinge. Den 5:0-Erfolg im ersten Aufeinandertreffen mit den Black Hawks Anfang Dezember will er nicht überbewerten. „Damals haben wir kein so gutes Spiel gemacht“, erinnert sich der Peitinger Coach. Letztlich sei es der überragende Torhüter Florian Hechenrieder gewesen, der dem ECP den letztlich deutlichen Sieg gebracht habe.“

Was den Kader für das kommende Wochenende betrifft, muss sich Buchwieser auf einen herben Rückschlag einstellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit fällt Ty Morris aus, der sich im Nachholspiel am Mittwoch gegen Deggendorf verletzte. „Da müssen wir aber noch abwarten, was er genau hat“, so Buchwiesers Aussage zum drohenden Ausfall seines Antreibers, dessen Formkurve zuletzt deutlich nach oben gezeigt hat. Definitiv nicht dabei sein wird Alex Winkler, den weiterhin muskuläre Probleme plagen.

Die Gegner im Überblick:

Höchstadter EC: Freitag, 29. Januar, 20 Uhr, Eisstadion Höchstadt am Kieferndorfer Weg. Zum Gegner: Vom Prügelknaben zur Mannschaft der Stunde – die „Alligators“ haben eine erstaunliche Wandlung hingelegt. Am Saisonbeginn stotterte der Motor bei den Mittelfranken noch gewaltig, auch wegen diverser Corona-Fälle. Sechs Spiele, vier Niederlagen, so lautete die Bilanz zum Start. Erinnert sei dabei auch an die 3:13-Niederlage beim EC Peiting. Derzeit sind die Höchstadter aber gewaltig in Form. Aus den vergangenen acht Spielen holten sie 20 Punkte, nur eine Partie ging verloren (2:5 gegen Deggendorf). Topscorer sind der Ex-Peitinger Milan Kostourek mit 35 Punkten (17 Tore/18 Assists) und Anton Seewald mit 34 Punkten (16 Tore/18 Assists).

EHF Passau: Sonntag, 31. Januar, 17 Uhr, Eisstadion Peiting an der Alfons-Peter-Straße. Zum Gegner: Nach katastrophalem Start (acht Niederlagen am Stück) hat sich der Aufsteiger aus Niederbayern gefangen. Wegen Corona mussten die „Black Hawks“ kürzlich pausieren, zwei Wochen lang blieb das Team ohne Spiele. Seit vergangenem Sonntag haben die Passauer zwei Partien absolviert. Gegen die Überflieger aus Höchstadt (2:6) und das Top-Team Regensburg (1:4) gab es jeweils eine Niederlage. Der EC Peiting traf bisher einmal auf Passau und gewann zu Hause mit 5:0. Topscorer ist der Kanadier Liam Blackburn (24 Punkte/12 Tore/12 Assists). Im Tor wechseln sich die Keeper Clemens Ritschel und Daniel Filimonow bei den Einsätzen regelmäßig ab. Im Powerplay haben die Passauer mit der Quote von 11,1 Prozent den schlechtesten Wert aller Süd-Teams. In 90 Überzahlspielen gelangen nur zehn Treffer. Dafür funktioniert das Penaltykilling (85,4 Prozent/3. Platz in der Liga) recht gut.

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