Später Einstieg: Markus Schweiger (rechts, hier im Viertelfinalspiel gegen Russland) durfte aufgrund einer Corona-Infektion in den ersten drei Spielen nicht mitmachen. In den verbleibenden zwei Partien zeigte er dann ansprechende Leistungen.
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Später Einstieg: Markus Schweiger (rechts, hier im Viertelfinalspiel gegen Russland) durfte aufgrund einer Corona-Infektion in den ersten drei Spielen nicht mitmachen. In den verbleibenden zwei Partien zeigte er dann ansprechende Leistungen.

Eishockey: Peitinger Duo feiert mit U20-Auswahl des DEB historischen Erfolg

Glötzl und Schweiger ziehen positives WM-Fazit

  • vonRoland Halmel
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Im Vorfeld dieser WM wütete im deutschen U20-Team das Coronavirus. Schlussendlich waren die Wettkämpfe in Edmonton für die beiden Peitinger Maximilian Glötzl und Markus Schweiger ein gelungenes Abenteuer.

Peiting – Eine absolut überzeugende Leistung lieferte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der U20-Weltmeisterschaft in Edmonton ab. Dabei hatte das Team von Trainer Tobias Abstreiter heftig mit dem Coronavirus zu kämpfen: Gleich neun Spieler wurden positiv getestet und verpassten dadurch einige Spiele. Trotz all dieser Widrigkeiten gelang es dem dezimierten deutschen Nachwuchs, dem auch die beiden Peitinger Maximilian Glötzl (Kölner Haie/EC Bad Nauheim) und Markus Schweiger (ESV Kaufbeuren) angehörten, sich bis ins Viertelfinale zu kämpfen. Dort war dann aber Endstation: Gegen den Vorjahresfinalisten und haushohen Favoriten Russland musste sich die DEB-Auswahl knapp mit 1:2 geschlagen geben. Insgesamt aber war das Abschneiden des deutschen Nachwuchsteams sehr erfreulich: Obwohl coronabedingt in den meisten Partien personell dezimiert, erreichte es erstmals die K.o.-Runde.

Eishockey: Nach Corona-Zwangspause wächst deutsche Mannschaft zu einer Einheit zusammen

„Wir hatten vier Tage vor dem Auftaktspiel nur sechs Spieler im ersten Eistraining“, berichtete Maximilian Glötzl. Einen Tag vor Turnierbeginn seien immerhin schon 14 gewesen, so der 18-Jährige. Er bescheinigte denjenigen Spielern, die erst mit Verspätung ins Training einsteigen durften, einen Raketenstart: „Die waren von Null auf Hundert innerhalb kürzester Zeit. Ihr Wille und Leistung nötigt mir großen Respekt ab“, so Glötzl. Die Zwangspause bei einem Teil des Teams hatte laut dem Peitinger aber auch einen positiven Effekt: „Die gesamten Umstände haben einen einzigartigen Teamspirit entstehen lassen, und ich bin sehr stolz, ein Teil dieses Teams gewesen zu sein“, so Glötzl. Er zog nach dieser aus seiner Sicht historischen WM ein positives Fazit. Ein großes Lob vom Deutschen Eishockey-Bund gab es aber auch für Glötzl und seinen Teamkollegen Simon Gnyp von den Kölner Haien, mit dem er die zweite Verteidigungsreihe bildete. „Das war stabiles, defensivstarkes Paar bei dem es wünschenswert wäre, wenn sie dies auch in der DEL zeigen dürfte“, schreibt DEB auf seiner Homepage.

Aus der Traum: Nach der 1:2-Niederlage gegen Russland im Viertelfinale war für Maximilian Glötzl (links) und das deutsche U20-Team die WM beendet.

Eishockey: Markus Schweiger verpasste wegen Corona-Infektion die ersten drei Spiele

Einer derjenigen, der unter Corona erheblich zu leiden hatte, war Glötzls Peitinger Teamkamerad Markus Schweiger. Der 18-Jährige infizierte sich kurz vor Turnierbeginn mit dem Virus, musste sich darauf in Quarantäne begeben und verpasste somit die ersten drei Partien in Edmonton. Erst im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz, das mit 5:4 gewonnen wurde, feierte der Stürmer seine WM-Premiere. Gegen die Schweiz kam er auf 15:11 Minuten Einsatzzeit, gegen die Russen im Viertelfinale stand er 14:08 Minuten auf dem Eis. „Ich denke, es war ein sehr gutes Spiel von uns gegen die Russen. Wir haben gut gekämpft und mit ein bisschen mehr Glück auf unserer Seite hätten wir auch gewinnen können“, so Schweigers Einschätzung nach dem denkbar knappen Viertelfinal-Aus. Wie bei Glötzl fällt auch bei ihm das Fazit durchaus positiv aus: Obwohl durch Corona die Bedingungen alles andere als ideal gewesen seien, „haben wir eine starke und erfolgreiche WM gespielt“, so Schweiger. „Ich will jetzt versuchen, den Jetlag so gut und schnell wie möglich in den Griff zu bekommen und dann wieder zeitnah ins Trainings- und Spielgeschehen einzugreifen“, berichtet Schweiger. Er will so schnell es geht wieder bei seinem Klub, dem DEL2-Team ESV Kaufbeuren, mitmischen. Gleiches gilt auch für Glötzl, der nach ein paar Tagen bei seiner Familie in Peiting wieder nach Köln reisen wird.

Beim DEB richtet sich indessen der Blick bereits in die Zukunft auf die nächste U20- Weltmeisterschaft, die in einem Jahr erneut in Edmonton ausgetragen wird. Ursprünglich war geplant, diesen Wettbewerb in Göteborg (Schweden) auszutragen. Da wegen der Pandemie beim aktuellen Turnier keine Zuschauer zugelassen waren, tauschten Kanada und Schweden das Austragungsrecht für 2022 und 2024. Daher wird Edmonton zweimal in Folge Gastgeber sein.

Eishockey: Bei der nächsten WM dürfen Glötzl und Schweiger wieder mitspielen

Für die nächste WM plant der DEB sowohl mit Glötzl in der Verteidigung als auch mit Schweiger in der Offensive, da beide Jahrgang 2002 sind und weiterhin für die U20 spielberechtigt sind. Bis dahin hofft der Eishockey-Verband auf viel Eiszeit für die beiden Peitinger Youngster in der höchsten deutschen Liga. „Die jungen Spieler müssen in den Profiteams eingesetzt werden und eine ausreichende Spielpraxis erhalten. Dabei kommt es auf die Bereitschaft der DEL-Klubs an, auf den ein oder anderen Kontingentspieler zu verzichten und dafür junge U20-Spieler einzusetzen und diesen dann auch eine Perspektive zu bieten, wenn sie aus diesem Altersbereich rausfallen“, appellierte der DEB an die Vereins-Verantwortlichen, um gleich noch eine weitere Forderung an diese zu richten: „Eine deutliche Reduzierung der Kontingentstellen auf höchstens sechs Spieler je Team sollte der nächste logische Schritt sein. Genügend junge Spieler, damit dies umgesetzt werden kann, sind vorhanden“, stellte der Verband klar.

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