Peitings Doppel-Torschütze: Nardo Nagtzaam (r.), hier im Zweikampf mit Riessersees Simon Mayr.
+
Peitings Doppel-Torschütze: Nardo Nagtzaam (r.), hier im Zweikampf mit Riessersees Simon Mayr.

Eishockey

Peitings Verteidigung verteidigt wieder - und der SC Riessersee bekommt das zu spüren

  • Andreas Mayr
    vonAndreas Mayr
    schließen

Am Freitag noch bot der EC Peiting ein „vogelwildes“ Spiel, kassierte gegen Weiden neun Tore. Am Sonntag zeigte der Eishockey-Oberligist eine ganz andere Seite. Und das beim Derby in Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen – Für den Wahnsinn, der sich Freitag gegen Weiden ereignet hat, gab es auch zwei Tage später nur ein Wort: „Vogelwild“, nannte es Sebastian Buchwieser, Trainer des EC Peiting. Es ist schon erstaunlich, was zwei Tage Abstand zu diesem 8:9, diesem Ergebnis-Unikum in der Eishockey-Oberliga, mit einem Team anstellen können. Denn in Garmisch-Partenkirchen stand wieder eine Verteidigung auf dem Eis, die ihre Jobbeschreibung erfüllte, die wirklich das eigene Tor beschützte, als wäre es eine Ritterburg. Nur einen Treffer kassierten die Peitinger beim SC Riessersee und gewannen 3:1. Da muss doch irgendetwas passiert sein, oder?

Sebastian Buchwieser nahm die Zuhörer in der Pressekonferenz kurz mit in die Kabine vor dem Derby. Er sagte zwei sehr entscheidende Dinge: Zum einen mahnte er zur Disziplin. Über 60 Minuten wollte er Spieler sehen, die zumindest eines nicht machen: Fehler, wie es sie in Weiden in Massen gegeben hatte. Zum anderen warnte er vor den „Poisen Pills“, den Giftpillen. Und damit war ein Blick auf den Gegner gemeint, bei dem – um bildlich zu sprechen – alle scharfen Messer beim Wetzen sind. Die Top-Stürmer Florian Vollmer und Eetu Ville Arkiomaa (und noch eine Handvoll mehr) fielen verletzt aus. Vom dreiköpfigen Monster, manche sagen der beste Block der Liga, verblieb nur Ulrich Maurer, der Uli. Die Peitinger schluckten die Pillen nicht, sie nahmen Riessersee ernst.

Peiting in Unterzahl stark

Abschnitt eins diente der Konsolidierung. Zwei starke Unterzahlspiele, in denen die Werdenfelser nicht einmal gefährlich auf den Kasten schossen, waren wie ein Serum für Selbstvertrauen. Peiting verteidigte sich warm. Mit dem 1:0 (18.) lenkte der ECP die Partie in eine Richtung, die Buchwieser gefiel. Im ersten Powerplay setzte der ECP nach, bis Simon Maier den Puck über die Linie drückte. Riessersee wirkte zu diesem Zeitpunkt bereits bedauernswert planlos – ein Kompliment für die Peitinger Defensive und den Forecheck. „Die Mannschaft hat ein Zeichen gesetzt“, lobt auch der Coach.

In Drittel zwei baute Peiting seine Führung auf 3:0 aus. Beide Treffer waren ein Mix aus Nardo Nagtzaams Torriecher und Riesserseer Fehlern, die man ja bislang von Peiting kannte. Aber das ist Geschichte. Zweimal verlor der SCR den Puck im Gefahrenbereich in der Mitte des Spielfelds. Da kann man so lange Video schauen, wie man will – und Buchwieser verriet, dass er manchmal bis in die Nachtstunden hinein analysiert –, gegen solche Fehler vermag ein Trainer nichts auszurichten.

Ein Gegentor im letzten Drittel

Entsprechend sprach George Kink vom SCR auch von einem „ganz schlechten Aufbauspiel“. Für sein Team seien das „harte Tage“ gewesen. Viele Spiele, viele Verletzte. „Peiting konnte sich ausruhen“, glaubt Kink. Und bot obendrein vier ganze Reihen auf. Gerade die sieben Verteidiger „waren eine Entlastung“, erklärt Buchwieser.

Im letzten Durchgang taten die Gäste nur noch, was nötig war. Die Riesserseer trafen einmal. „War klar, dass sie sich nicht abfieseln lassen“, sagt Buchwieser. Für ihn war die Erkenntnis wichtig, dass seine Mannschaft das mit dem Verteidigen doch sehr ernst nehmen kann. Weniger Fehler, nicht mehr diese Zockerei (Gambling, also Glücksspiel, sagen die Eishockey-Profis), die allzu oft schief geht. „War schon ein verdienter Sieg“, sagt Buchwieser – und obendrein der erste gegen den SCR in dieser Saison.

Statistik

SC Riessersee - EC Peiting 1:3
(0:1, 0:2, 1:0)
1. Drittel: 0:1 (17:16) Maier (Morris/Ehliz/5-4). 2. Drittel: 0:2 (24:20) Nagtzaam (Reichert), 0:3 (36:41) Nagtzaam (4-5). 3. Drittel: 1:3 (42:51) Soudek (Eckl/Maurer). Strafminuten: Riessersee 12, Peiting 10. Schiedsrichter: Erdle, Gossmann; Blandin, Loosley. Zuschauer: keine.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare