Vor den Toren des EC Peiting – hier im Bild – und der Blue Devils Weiden ging’s am Freitagabend rund.
+
Vor den Toren des EC Peiting – hier im Bild – und der Blue Devils Weiden ging’s am Freitagabend rund.

Eishockey-Oberliga

17 Tore im ECP-Stadion: Peitings wilder Kampf mit Weiden

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
    schließen

Wow, was für ein Abend. Der EC Peiting und die Blue Devils Weiden schenkten sich am Freitag nichts. Beim Stand von 8:8 ging die Eishockey-Oberliga-Partie in die Overtime.

Peiting – Wie oft wären wohl die Hände über den Kopf geflogen. Wie oft hätten die Fans vor Freude geschrien – und aus Ärger geflucht. Wie oft hätten sich die Fans wohl in den Armen gelegen und gemeinsam angefeuert. In einer normalen Saison hätte das, was der EC Peiting und die Blue Devils Weiden am Freitagabend boten, wohl ein Feuerwerk an Emotionen entfacht – und so manchen Eishockey-Fans einen unschlagbaren gemeinsamen Abend verschafft.

Aber es ist keine normale Saison. Und so blieb den Zuschauern auch an jenem Abend der Zutritt zum Peitinger Eisstadion verwehrt. Die Anhänger konnten das Geschehen stattdessen wie gehabt am Bildschirm verfolgen. Immerhin: Wer das tat, hatte zumindest eine aufregende Zeit vor dem Fernseher beziehungsweise Computer – sogar zur besten Sendezeit. Mit 17 Toren. Und einer Entscheidung in der Verlängerung.

Höhepunkt reiht sich an Höhepunkt

Normalerweise hat ja jedes Spiel so seine Höhepunkte. Und Tiefen. Doch diese Oberliga-Partie am Freitag liefert zuverlässig rund um die Uhr Highlights. Martin Mazanec bringt die Peitinger in der sechsten Minute in Führung. Und leitet den Torreigen ein. Allerdings anfangs nicht für den ECP. Die zweite Reihe der Weidener hat in der Anfangsphase ihre ganz besonders effektiven vier Minuten. Dennis Thielsch umkurvt Peitings Goalie Florian Hechenrieder (8.). Martin Heinisch knallt den Puck von der linken Seite kommend oben rechts in den Kasten (9.) und zieht bei angezeigter Strafe für die Peitinger durch (12.). Zack, Spiel gedreht. Weiden führt 3:1. Daniel Reichert gelingt zwar der Anschlusstreffer, aber nur 32 Sekunden später schießt Edgars Homjakovs das 4:2 für Weiden. Den Schlusspunkt dieses irren ersten Drittels setzt Ty Morris: Im Fallen schiebt er den Puck ganz knapp über die Linie – sagt der Schiedsrichter, die Weidener sehen’s anders. Wie auch immer – der Treffer zählt. Bei einer 5:3-Überzahl legt der Peitinger Stürmer noch den Ausgleich nach. Und so haben vor der ersten Pause beide Teams vier Mal getroffen – und sind trotzdem nicht in Führung.

Das zweite Drittel beginnt wie das erste: Peiting trifft. Simon Maier verwertet einen Pass von Morris. Und wieder gleicht Weiden nur kurze Zeit später aus. Heinisch macht das 5:5. Es ist das erste Powerplay-Tor der Gäste. Und das ist auch der Vorteil der Peitinger in dieser Partie: Sie stehen in Unterzahl besser, treffen in Überzahl zuverlässig. Das zahlt sich zwischenzeitlich aus. Denn Weiden leistet sich im Mittelabschnitt zwei Zwei-Minuten-Strafen – und bezahlt sie teuer mit Gegentoren. Erst nutzt ECP-Kapitän Andreas Feuerecker den Vorteil aus, dann Martin Hlozek. Und so geht’s mit einer 7:5-Führung für die Peitinger ins letzte Drittel.

Der wichtige Ausgleich im Powerplay - mal wieder

Da beschert Dennis Palka den Weidenern mit einem Doppelpack den Ausgleich. So lückenhaft die Abwehrreihen beider Teams sind, so effektiv glänzen die Stürmer an diesem Tag. Und so wundert es nicht, dass Thielsch die Gäste mit 8:7 in Führung schießt, als ihn die Peitinger ganz allein vorm Kasten stehen lassen. Doch soll’s das sieben Minuten vor Schluss gewesen sein? Freilich nicht. Denn Peiting hat ja Ty Morris, diesen Kämpfer mit Biss. Und der zieht beim Überzahlspiel kräftig ab, trifft erst Mitspieler Aziz Ehliz und dann das Tor. 8:8. Wahnsinn. Drei Mal rettet Hechenrieder in den letzten zwei Spielminuten. Die Fans werden es ihm danken. Denn dadurch geht’s in die Overtime – mehr Zeit für den Fan-Genuss. Dort aber ist nach 3:51 Minuten wirklich Schluss. Ralf Herbst beschert Weiden den Sieg. Und Peiting die bittere Erkenntnis, dass manchmal selbst acht Tore nicht für einen Erfolg reichen.

Statistik

EC Peiting - Blue Devils Weiden 8:9
(4:4, 3:1, 1:3, 0:1)
1. Drittel: 1:0 (5:38) Mazanec (Nagtzaam/Reichert/5-4), 1:1 (7:12) Thielsch (Homjakovs/Heinisch), 1:2 (8:46) Heinisch (Rubes/Schreyer), 1:3 (11:18) Heinisch (Müller/Thielsch), 2:3 (14:16) Reichert (Hlozek/Nagtzaam), 2:4 (14:48) Homjakovs (Pronath/Palka), 3:4 (17:12) Morris (Heger/Hlozek), 4:4 (18:25) Morris (Mazanec/Nagtzaam/5-3). 2. Drittel: 5:4 (22:09) S. Maier (Morris/Heger), 5:5 (26:52) Heinisch (Müller/Rubes/5-4), 6:5 (31:51) Feuerecker (Heger/Morris/5-4), 7:5 (38:45) Hlozek (Nagtzaam/Reichert/5-4). 3. Drittel: 7:6 (45:56) Palka (Homjakovs(Jakob), 7:7 (49:54) Palka (Jakob/Homjakovs), 7:8 (53:50) Thielsch (Müller/Rubes), 8:8 (56:19) Ehliz (Morris/Feuerecker/5-4). Overtime: 8:9 (63:50) Herbst (Homjakovs/Thielsch). Strafminuten: Peiting 6, Weiden 12. Schiedsrichter: Erdle, Rajic; Blandin, Koziol. Zuschauer: keine.

Mehr vom EC Peiting:
Das Coronavirus sorgt in der Oberliga für Turbulenzen, denn die Terminplanung geriet durcheinander. Die Vereine haben sich jüngst auf eine Modus-Anpassung geeinigt, Peter Gast vom EC Peiting bezieht dazu Stellung.
Die Gäste waren der Favorit, doch am Ende jubelte der EC Peiting:Das Team von Coach Sebastian Buchwieser gewann gegen die Eisbären Regensburg. Die Torhüter standen dabei im Mittelpunkt.
Der EC Peiting ist in Fahrt gekommen: Gegen den EV Füssen gelang dem Team ein klarer Derbysieg. Ein Routinier präsentierte sich in Gala-Form.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare