Eine umkämpfte Partie lieferten sich die Peitinger (in Rot, Bild vom Heimspiel am Freitag) mit Rosenheim. Zwei Tore von Ty Morris (Mitte) reichten aber nicht.
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Eine umkämpfte Partie lieferten sich die Peitinger (in Rot, Bild vom Heimspiel am Freitag) mit Rosenheim. Zwei Tore von Ty Morris (Mitte) reichten aber nicht.

Eishockey

Dritte Niederlage in den Play-offs: Peiting verabschiedet sich in die Sommerpause

  • vonKatrin Kleinschmidt
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Der EC Peiting war auf einem guten Weg: Ein Sieg im dritten Spiel des Play-off-Viertelfinales war zum Greifen nah. Dann endete die Saison doch abrupt.

Peiting – Es ist Sonntag, 19:56 Uhr, als die Saison des EC Peiting ganz offiziell endet. Da zieht Kyle Gibbons ab, knallt den Puck erbarmungslos in die Maschen. Es ist der Treffer zum 5:4, die Partie ist bereits in der Verlängerung. Gibbons besiegelt den dritten Rosenheimer Sieg in Folge. Damit haben die „Starbulls“ das Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberligisten für sich entschieden. Peiting ist raus. Doch der Abend hätte anders ausgehen können. Wäre da nicht so manch’ Strafminute gewesen.

Aber von vorn. Denn die Partie hatte so einige berichtenswerte Spielabschnitte. Nicht immer standen dabei Sieg oder Niederlage im Fokus. Es waren sechseinhalb Minuten gespielt, da begannen bange Momente. Plötzlich herrschte Ruhe auf dem Eis, besorgte Blicke gingen zur Bande. Tobias Draxinger war nach einem Check noch vom Eis gefahren und dann zusammengebrochen. Während der Verteidiger der Rosenheimer behandelt wurde, unterbrach der Schiedsrichter die Partie, die Teams verschwanden in den Kabinen. Nach kurzer Zeit gab’s eine erste Entwarnung: Draxinger saß wieder, die Partie war für ihn trotzdem beendet – er wurde durchgecheckt.

Rosenheimer Spieler bricht zusammen: Bange Minuten zum Spielbeginn

Für die restlichen Spieler ging’s weiter. Beim Stand von 1:0 für Rosenheim. Die Führung hatten die „Starbulls“ zu diesem Zeitpunkt nicht ganz unverdient inne. Denn nach Spielbeginn hatte es gerade einmal 16 Sekunden gedauert, bis Peitings Verteidiger Fabian Weyrich seinen Stock vors Gesicht von Tobias Meier hielt – dafür musste er für zwei Minuten vom Eis. Der ECP überstand die Unterzahl unbeschadet, war aber nicht lange zu Fünft – denn nach knapp drei Minuten ging Maximilian Söll wegen Spielverzögerung auf die Strafbank. Rosenheim war nun konsequenter – Maximilian Vollmayer traf im Powerplay völlig alleinstehend zur Führung. „Das waren zwei unnötige Strafzeiten“, sagte ECP-Kapitän Andreas Feuerecker nach dem ersten Drittel im SpradeTV-Interview. „Unser Start war trotzdem ganz okay.“

Vor allem jener Teil nach der Unterbrechung. In der 13. Minute baute Peiting im ersten Überzahlspiel Druck auf, Martin Mazanec, Simon Maier und Feuerecker scheiterten aber noch. Ihr zweites Powerplay nutzten die Gäste dann. Schnell ging’s nach vorn – Pass, Pass, Pass, dann landete der Puck bei Ty Morris: Zack, 1:1. Peiting war zurück im Spiel.

Führung im letzten Drittel - doch dann fällt das 4:4

Im zweiten Drittel agierte der ECP weiter spritzig, engagiert. Alexander Winkler brachte sein Team mit einem Schuss von der blauen Linie in Führung. Der Held des Drittels war aber ein anderer Peitinger: Florian Hechenrieder. Der Goalie brachte die Rosenheimer mit seinen Rettungstaten schier zum Verzweifeln. Als Nardo Nagtzaam dann auch noch Martin Hlozek perfekt bediente, baute der die Peitinger Führung auf 3:1 aus. Doch dann kassierte der ECP innerhalb von wenigen Sekunden zwei Strafminuten, das Team schwächte sich selbst. Drei Peitinger hatten fünf Rosenheimern wenig entgegenzusetzen. Gibbons verkürzte mit der Vorhand auf 2:3.

Im Schlussabschnitt baute Morris nach knapp vier Minuten die Peitinger Führung auf 4:2 aus. Rosenheims SpradeTV-Kommentatoren stellten sich da schon auf ein viertes Viertelfinal-Spiel ein. Doch Schlussminuten können lang sein – vor allem, wenn man wie Peiting nicht einmal drei vollständige Reihen aufbieten kann. Vielleicht rutschte deshalb der Schuss von Alexander Höller in der 52. Minute durch – und landete zum 3:4 im Peitinger Kasten. Nur mit Erschöpfung ist allerdings nicht zu erklären, warum Martin Mazanec seinen Gegenspieler kurz vor Schluss mit dem Schläger bearbeitete – und sein Team knapp vor dem Ziel, dem Sieg, erneut in Unterzahl zwang. Es passierte, was eben passiert, wenn’s um alles geht: Enrico Henriquez Morales schoss den Ausgleich, das vierte Rosenheimer Tor – das dritte in Überzahl. Und führte sein Team in die Verlängerung. Jene, in der Peiting in die Sommerpause verabschiedet wurde.

Statistik

Starbulls Rosenheim - EC Peiting n.V. 5:4
(1:1, 1:2, 2:1, 1:0)
1. Drittel: 1:0 (3:36) Vollmayer (Daxlberger/Gibbons/5-4), 1:1 (17:07) Morris (Nagtzaam/Hlozek/5-4). . 2. Drittel: 1:2 (27:05) Winkler (Feuerecker), 1:3 (32:24) Hlozek (Nagtzaam), 2:3 (33:34) Gibbons (Vollmayer/Baindl/5-3). 3. Drittel: 2:4 (44:00) Morris (Feuerecker/Heger/5-4), 3:4 (51:42) Höller (Krumpf/Baindl), 4:4 (58:22) Henriquez Morales (Baindl/Gibbons/5-4). Verlängerung: 5:4 (64:36) Gibbons (Meier/Frank) Strafminuten: Peiting 10, Rosenheim 10. Schiedsrichter: Harrer, Kapzan; Blandin, Wagner. Zuschauer: keine.

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