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Der neue Chef spricht: Der frisch-gewählte EC Peiting-Vorsitzende Thomas Zeck (r.) gibt im Interview mit SN-Sportredakteur Thomas Fritzmeier erste Einblicke in seine Pläne für den Verein. 

ECP-Vorsitzender Thomas Zeck im Interview

Thomas Zeck: Vom Spieler zum Chef

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Als Spieler war er eine Institution, stand 15 Jahre für den EC Peiting auf dem Eis. Seit zwei Wochen steht Thomas Zeck (37) nun in der ersten Reihe des Oberligisten, ist als Vorsitzender der neue Chef des ECP. Im Interview mit der Heimatzeitung spricht der gebürtige Landsberger über komische Gefühle, seine Pläne mit dem Club und das schmerzhafte erste Eistraining in ein paar Wochen.

-Herr Zeck, vor eineinhalb Jahren waren Sie noch Spieler beim ECP, saßen mit einem Großteil der Mannschaft tagtäglich in der Kabine. Jetzt sind Sie der Chef Ihrer Ex-Kollegen. Wie fühlt sich das an?

Komisch. Richtig komisch. Daran denkt man im Vorfeld ja nicht. Das wird einem erst richtig bewusst, wenn man gewählt ist. Bei der ersten Begegnung mit den Spielern und den Trainern habe ich auch festgestellt, dass ich jetzt nicht mehr fixer Teil der Mannschaft bin. Sondern der erste Vorsitzende. Es ist jetzt einfach anders. Nicht unangenehm. Aber anders. Daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Das ist aber nichts schlechtes. Im Gegenteil.

-Hat sich der Umgangston schon verändert?

Nein. Ich rede mit allen ganz normal. Schließlich habe ich ja mit 90 Prozent des Teams noch zusammengespielt. Die Spieler freuen sich auch, dass ich das Amt übernommen habe. Aber noch mal: Es ist jetzt einfach ein bisserl anders.

-Sie sind jetzt ja nicht nur Chef Ihrer ehemaligen Mitspieler, sondern auch Ihrer ehemaligen Bosse.

Es ist ja so: Als Spieler ist man Angestellter. Jetzt bin ich irgendwie in der Vorgesetzten-Situation. Aber ganz ehrlich: Es fühlt sich noch nicht so an.

-Mal Hand aufs Herz: Warum tut man sich so einen Posten, der viel Zeit in Anspruch nehmen wird, überhaupt an?

Der Verein liegt mir einfach sehr am Herzen. Letztlich war ich auch der, der nach intensiver Suche übrig geblieben ist. Aber es war nicht mein ursprünglicher Plan. Eigentlich wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen.

-Daraus ist wohl nichts geworden.

Als Gerhard Weyrich vor einem Jahr gesagt hat, er hört auf, habe ich, wie viele andere auch, meine Fühler ausgestreckt, versucht einen Nachfolger zu finden. Aber die Suche war sehr schwierig. Niemand wollte es machen. Ich selbst habe ja damals noch aktiv gespielt, stand in Landsberg unter Vertrag. Der Posten war also keine Alternative für mich.

-Was hat Sie zum Umdenken bewegt?

Im Dezember habe ich mich dann schwer verletzt (Wadenbeinbruch und zwei Bänderrisse). Danach stand für mich fest, dass ich in Zukunft nicht mehr aktiv spielen werde. Gerhard Weyrich ist dann noch mal auf mich zugekommen, hat mich gefragt, ob ich nicht sein Nachfolger werden möchte. Nach drei, vier Gesprächen habe ich dann, unter gewissen Voraussetzungen, zugesagt.

-Wie sehen die aus?

Es war extrem wichtig für mich, dass Gerhard Weyrich und der Rest der Vorstandschaft an Bord bleibt, mich unterstützt. Hätte er gesagt, er hört auf und ist einfach weg, wäre der Job keine Option für mich gewesen. Die Aufgaben sind einfach extrem vielfältig. Ohne Unterstützung beziehungsweise Einarbeitungszeit geht es einfach nicht.

-Klären Sie uns auf: Was sind die Aufgaben eines ECP-Vorsitzenden?

Ich bin am Ende des Tages die Person, bei der alles zusammenläuft, die alles koordinieren muss. Das betrifft nicht nur die Belange des Oberliga-Teams, sondern auch des Nachwuchses, der Ordner, Sponsoren und so weiter. Natürlich auch alles, was die Verbände betrifft. Mein Job ist es, alle Termine im Auge zu haben, zu wissen, was läuft. Und ich bin Ansprechpartner nach außen. Ich bin sehr froh, dass ich ein kompetentes Team an meiner Seite habe, das mich unterstützt.

-Die sportliche Seite fehlt in Ihrer Aufzählung.

Im Prinzip werde ich mich aus dem sportlichen Bereich rund um die erste Mannschaft weitestgehend raushalten. Wir haben mit Gordon Borberg einen Teammanager, der seine Sache sehr gut macht. Gordon ist ein sehr guter Freund von mir. Wir kommunizieren sehr viel, er hält mich auf dem Laufenden. Sämtliche Entscheidungen werden dann aber gemeinsam getroffen. Aber ich verlasse mich zu 100 Prozent auf Gordon.

-Wie sehen Ihre Pläne mit dem EC Peiting aus?

Wir sind in der komfortablen Situation, dass in den vergangenen Jahren viel angeschoben wurde. Gerade im Nachwuchs mit dem 5-Sterne-Programm. In der Anfangsphase will ich mich in den Verein reinfinden, die Vorstands-Aufgaben genauer kennenlernen. Das betrifft vor allem die internen Abläufe. Danach kann man dann schauen, was man eventuell besser machen könnte. Aber wie gesagt: Wir sind in vielen Bereichen schon sehr gut aufgestellt.

-Eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre, dürfte der anstehende Umbruch sein. Viele Leistungsträger sind schon jenseits der 30, müssen mittelfristig ersetzt werden.

Das wird in der mittelfristigen Planung sicher ein großes Thema. Aktuell klafft zwischen DNL- und der Oberliga-Mannschaft noch eine Lücke. Es schaffen zwar immer wieder ein paar Spieler den Sprung nach oben, letztlich sind es aber noch zu wenige. Deshalb müssen wir Wege finden, um Abgänge wie den von Anton Saal am Ende der Spielzeit, zu kompensieren. Mit der Verpflichtung von Marko Babic, haben wir heuer schon einen ersten Schritt getan. Aber wenn man Spieler von außen holt, braucht man halt auch mehr Geld.

-Eine kostensparende Alternative wäre eine Kooperation mit einem Zweitligisten, wie zuletzt mit dem SC Riessersee.

Auf jeden Fall. Die Zusammenarbeit mit dem SCR war für alle Beteiligten sehr gut. Geradezu optimal. das wäre auch für die Zukunft wünschenwert. Aktuell haben wir aber mit noch keinem Zweitligisten gesprochen. Aber natürlich werden wir überlegen, wie und mit wem wir in Zukunft eine Kooperation aufbauen können.

-Ein leidiges Thema in Peiting sind fast schon traditionell die durchwachsenen Zuschauerzahlen. Haben Sie eine Idee, wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte?

Wenn man sich so umschaut, wird man feststellen, dass viele Sportveranstaltungen mittlerweile Event-Charakter haben. Nur das Spiel alleine reicht häufig nicht mehr. Man muss auch drumherum etwas bieten. Das ist etwas, über das wir nachdenken müssen. Unser Problem ist, dass das Stadion mitten im Wohngebiet liegt. Wir können nicht einfach nach dem Spiel Halligalli machen und zum Beispiel ein Event vor dem Stadion veranstalten, ohne die Anwohner zu stören. Aber wir werden uns etwas überlegen, um aus der Masse der Vereine, die es im direkten Umfeld gibt, hervorzustechen.

-Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für Ihre Amtszeit aus?

Oberste Priorität hat, den Verein in ruhigem Fahrwasser zu halten. Sportlich wollen wir immer das erreichen, was in unserem Rahmen möglich ist. Natürlich ist es schön, wenn wir nicht nur in die Play-offs, sondern auch mal bis ins Halbfinale oder sogar Finale kommen. Außerdem wollen wir weiterhin attraktiv für den Nachwuchs sein.

-In ein paar Wochen geht’s für das Team aufs Eis, Sie werden dann erstmals seit einer Ewigkeit nur von draußen zuschauen können ...

... das wird ganz schwierig für mich. Momentan geht’s noch. Aber spätestens wenn die ersten Eis-Einheiten anstehen, wird’s richtig schwer für mich. Vielleicht sollte ich einfach nicht hingehen (lacht).

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