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Musste flexibel bleiben: Trainer Sebastian Buchwieser fehlten immer wieder wichtige Spieler. 

Überzeugende Neuzugänge, aufstrebende Youngster und vier Babys: die Saisonbilanz des EC Peiting

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  • Katrin Kleinschmidt
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Platz sechs belegte der EC Peiting heuer in der Eishockey-Oberliga. Trainer Sebastian Buchwieser sagt trotzdem: Sein Team war besser als in der Meister-Saison.

Peiting – Auf Platz sechs beendet der EC Peiting die Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd – und da die Play-offs ausgefallen sind, damit auch die komplette Saison. Ein Rückblick auf das, was die Mannschaft in dieser Saison geleistet – und auch, was sie bewegt – hat.

Saisonfazit

Die Messlatte lag hoch. Vor einem Jahr belegte der ECP in der Meisterrunde Rang eins. Und doch ist Trainer Sebastian Buchwieser mit dem Abschneiden heuer mehr als zufrieden. „Mit dem Kader und den Ausfällen waren wir taktisch und kämpferisch in dieser Saison besser als vor einem Jahr“, sagt er. „Viele Spiele haben wir nur knapp verloren. Die Saison war insgesamt überragend, unsere Spieler haben sich stark entwickelt.“

Die Verletztenmisere

Einige von ihnen mussten auch über sich hinauswachsen – denn immer wieder fielen Leistungsträger aus, die ersetzt werden mussten. Verletzungen zogen sich wie ein roter Faden durch die Saison. Ein Ausfall reihte sich an den anderen. Nur Thomas Heger, Maximilian Schäffler, Fabian Weyrich, Alexander Winkler und Torwart Andreas Magg standen bei allen 50 Partien der Haupt- und Meisterrunde im Kader.

Nardo Nagtzaam, Ty Morris, Martin Mazanec, Simon Maier und Andreas Feuerecker, die zusammen eine ziemlich starke Reihe abbilden würden, bringen es addiert auf 76 verpasste Saisonspiele. Von Brad Miller, der quasi die ganze Spielzeit ausfiel, sowie den Langzeitverletzten Manuel Bartsch und Wayne Lucas ist da noch gar nicht die Rede. Die Not machte erfinderisch: Trainer Sebastian Buchwieser stellte immer wieder die Reihen um, gab den jungen Spielern viel Eiszeit. „Wir haben nicht fünf, sechs neue Spieler verpflichtet, sondern auf unsere Leute gesetzt“, sagt Buchwieser. Das habe zwei Vorteile: „Wir sind finanziell nicht in Schwierigkeiten, nachdem die Play-offs ausgefallen sind. Und einige Spieler haben Riesensprünge nach vorn gemacht.“

Die Youngster

Hat überzeugt: Nachwuchsspieler Pius Seitz.

Einer davon ist Thomas Heger, dessen Leistungskurve weiter steil nach oben zeigt. Der 22-jährige Stürmer war drittbester Scorer, hat 21 Tore erzielt. Auch den 23-jährigen Manuel Bartsch hebt Buchwieser hervor. Und Daniel Reichert (23), der vor der Saison vom SC Riessersee nach Peiting wechselte. „Anfangs hat er sich noch schwer getan, dann hat er stark gespielt“, sagt Buchwieser.

Ebenfalls zunehmend Verantwortung übernommen hat in der Verteidigung Alexander Winkler. „Er ballert die Scheiben nicht einfach raus, sondern tut auch was für den Spielaufbau.“ Große Hoffnungen setzt der Trainer auch auf Stürmer Pius Seitz. Der 20-Jährige habe gezeigt, „dass er ein Führungsspieler werden kann“.

Die Leistungsträger

In dieser Saison waren die Leistungsträger aber noch andere. An erster Stelle sind hier Topscorer Nardo Nagtzaam und Routinier Morriszu nennen. Und auch Heger. Der 22-Jährige ist aus den ersten beiden Reihen nicht mehr wegzudenken.

Einen starken Rückhalt bot wie schon in den vergangenen Jahren Florian Hechenrieder. Er stand von allen Goalies in der Oberliga Süd die meiste Zeit auf dem Eis und weist mit 88,5 Prozent eine hervorragende Fangquote auf.

Die Neuzugänge

Das gute Abschneiden hatte auch mit den Neuzugängen zu tun. Allen voran Nagtzaam. Der Niederländer, der vor der Saison aus Tilburg nach Peiting gewechselt war, erwies sich als Glücksgriff. Ein paar Partien brauchte der 29-Jährige, um reinzukommen, doch dann zündete er gewaltig. Mit 67 Punkten (21 Tore/ 46 Vorlagen) ist er Peitings Topscorer. „Es war schade, dass er lang verletzt war“, sagt Buchwieser. Ob Nagtzaam in Peiting bleibt, steht noch nicht fest. „Ich hoffe, er bleibt“, sagt Buchwieser. „Er ist ein Spieler, der heraussticht.“

Maximilian Schäffler (kam aus Kaufbeuren) entwickelte sich schnell zu einer Konstanten im Team, half notfalls auch mal als Verteidiger aus. „Er hat alles gegeben und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt“, sagt Buchwieser.

Glücksgriff: Verteidiger Martin Mazanec.

Mehr hervor stach allerdings Martin Mazanec. Der Tscheche kam in der Abwehr als zweiter Kontingentspieler in Vertretung für den erkrankten Brad Miller. Die Fußstapfen waren groß, doch Mazanec lieferte ab. „Er ist ein ganz anderer Spielertyp als Miller“, sagt Buchwieser. „Aber er war ein absoluter Glücksgriff. Er ist eine Bank für die Mannschaft. Einer, der seine Mitspieler besser macht.“ Von ihm habe auch Winkler profitiert. Mit 36 Scorerpunkten holte Mazanec mehr als seine Verteidigerkollegen Fabian Weyrich (17) und Winkler (9) zusammen.

Als Perspektivspieler hatte der ECP neben dem bei den Youngstern bereits erwähnten Reichert auch Liam Hätinen verpflichtet. Der 20-Jährige Verteidiger hat ein Tor geschossen und zwei Assists geleistet. Hätinen kam direkt vom Ingolstadter Nachwuchs. „Er hat anfangs viele Fehler gemacht, aber sehr schnell gelernt“, sagt Buchwieser. „Er hat die Verletztenmisere gut für sich genutzt, Eiszeit bekommen und einen Riesenschritt nach vorne gemacht.“

Wegen der vielen Ausfälle stieß während der Saison noch Verteidiger Thomas Schmid zum Team. „Er hatte es nicht leicht“, sagt der ECP-Trainer. Schmid kam vom Ligakonkurrenten Deggendorf, bei dem er kaum Eiszeit bekam, das kratzt am Selbstvertrauen. „Er hat sich unserem Spiel aber schnell angepasst und ist ein super Typ in der Kabine.“

Der Angstgegner

Gegen kein Team holte der EC Peiting so wenig Punkte wie gegen den Meister, die Eisbären Regensburg. Drei von vier Spielen verlor der ECP. Nur einmal ging er als Sieger vom Platz – beim 4:3 Anfang November schoss Simon Maier das entscheidende Tor.

Die Lieblingsgegner

Nur zwei Mal traf der EC Peiting in dieser Saison auf den Höchstadter EC, der es nicht in die Meisterrunde schaffte. Zweimal gewann der ECP – einmal 6:2, einmal 5:4 nach Verlängerung.

Ähnlich gut ist die Bilanz gegen zwei weitere Teams. Drei von vier Aufeinandertreffen mit den Blue Devils Weiden entschied das Buchwieser-Team für sich. Das vierte verlor es erst nach Penaltyschießen. Und auch die Starbulls Rosenheim lagen den Peitingern. Gegen sie gab es drei Siege – allerdings auch eine 1:7-Klatsche.

Der Babyboom

Über gleich vier ECP-Babys konnte sich das Team in dieser Saison freuen. Dominic Krabbat, Florian Hechenrieder, Simon Maierund Tim Rohrbachwurden Väter. „Das freut mich natürlich“, sagt Buchwieser. Auch, wenn es dann mal die ein oder andere Spielabsage der frisch gebackenen Väter gab. „Da gibt es dann eben Wichtigeres als Eishockey.“

Der Fanclub

In dieser Saison waren wieder vermehrt Trommelschläge und Fangesänge zu hören – der Verein hat sich um mehr Stimmung im Stadion bemüht und ein Fanprojekt ins Leben gerufen. „Finde ich gut, dass das angestoßen wurde“, sagt Buchwieser. „Wir brauchen einen Fanclub. Da wächst jetzt etwas heran, auch wenn es noch ein zartes Pflänzchen ist.“

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