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"Ich hasse es zu verlieren!"

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Von: Lena Meyer

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Eisbären Berlin - EHC München
Mads Christen (Mitte) und seine Kollegen in Berlin © dpa

München - Er könnte in dieser Saison seinen zehnten Meistertitel feiern. EHC-Star Mads Christensen spricht im Interview über Titelkämpfe, Nürnberg und sein Problem mit Niederlagen.

Für Mads Christensen war das Duell am Freitag in Berlin eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Von 2010 bis 2014 war der Stürmer des EHC Red Bull bei den Eisbären unter Vertrag. Im tz-Interview spricht Christensen über Siege, sein Problem mit Niederlagen und den möglichen, persönlichen Titelrekord.

Herr Christensen, Sie haben einmal über sich gesagt, dass Sie ein ganz schlechter Verlierer sind…

Christensen:

Das stimmt (lacht). Zum Glück ist es mittlerweile etwas besser geworden. Als Kind war es ganz schlimm. Ich erinnere mich, dass ich nach einer Niederlage – damals habe ich noch Fußball gespielt – stundenlang mit niemandem sprechen wollte und mich an einen ruhigen Ort verdrückt habe. Meine Eltern haben mich dann für einige Zeit nicht mehr zu Gesicht bekommen. Allerdings hat das immer nur den Sport betroffen. Bei Gesellschaftsspielen, zum Beispiel, hatte ich nie ein Problem.

Wie sieht es heute aus?

Wie sieht es heute aus?

Christensen:

Ich hasse es noch immer zu verlieren. Siege sind schön und gut, aber ich gebe noch viel mehr, um Niederlagen zu vermeiden. Es ist also nach wie vor so, dass ich nach einem verlorenen Spiel ein wenig Zeit für mich brauche. Aber ich kann besser damit umgehen und richte den Blick schnell auf die zukünftigen Aufgaben.

Der Januar beim EHC dürfte trotzdem nicht einfach für Sie gewesen sein.

Christensen:

Stimmt, wir haben uns nicht so präsentiert, wie wir uns das vorstellen und einige wichtige Spiele verloren. Das Gute ist aber, dass das alle anderen Spieler genauso geärgert hat wie mich. Die Einstellung der Mannschaft ist sehr gut. Und so können wir auch unsere Lehren aus den Niederlagen ziehen. Vielleicht ist es auch ganz gut, dass wir vor den Playoffs noch einmal vor Augen geführt bekommen haben, dass wir nicht unschlagbar sind.

Für Sie geht es in dieser Saison um einen Rekord. Sollten Sie die Meisterschaft holen, wäre es Ihr zehnter Titel!

Christensen:

Stimmt, es wäre der Zehnte. Aber soll ich ehrlich sein? Persönliche Rekorde bedeuten mir nicht so viel. Es geht jede Saison aufs Neue darum, die Meisterschaft zu gewinnen. Das ist immer das Ziel. Ob es sich dann um den achten, neunten oder zehnten Titel handelt, ist absolut zweitrangig.

Einer Ihrer größten Konkurrenten wird Nürnberg sein. Bisher konnten Sie und Ihre Kollegen kein einziges Spiel gewinnen. Was fehlt?

Christensen:

Ich weiß, dass wir auch Nürnberg schlagen können – ohne Frage. In den bisherigen Spielen war es oft sehr eng. Ich denke, dass wir, wenn wir wieder zu unserer Linie zurückfinden, schneller spielen und noch mehr Druck machen, das nächste Mal siegen werden. 

Interview: Lena Meyer

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