Colton Fretter (r.) auf einem Twitter-Foto

EHC-Probespieler im Interview

Fretter: "Ich würde gerne bleiben"

München - Probespieler Colton Fretter würde gerne länger beim EHC München bleiben. Ob es klappt? Im Interview spricht er über seine Zukunft und das System von Pierre Page.

Unten auf dem Eis trainiert die Mannschaft des EHC München, drumherum herrscht mächtig Betrieb. Dutzende Handwerker sind in und an der Eishalle tätig und renovieren das Gebäude aus den 1960er- Jahren. Neue Sitzschalen, neue Kabineneinrichtungen, neue Presseräume. Red Bull lässt für den Umbau knapp drei Millionen Euro springen, alles soll erstklassig sein, wenn die Eishockey-Saison Mitte September beginnt. Ob Colton Fretter noch für den EHC München spielt, wenn die Umbaumaßnahmen fertig sind? Die tz hat sich mit dem Stürmer über seine Probezeit unterhalten.

Herr Fretter, welche Gefühle verbinden Sie mit dem 31. August?

Fretter: Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen nervös. Mein Probevertrag läuft dann aus, und ich würde wirklich gerne bleiben. In der Mannschaft, in der Stadt – ich fühle mich wirklich gut aufgehoben. Ich hoffe, die Trainer mögen mich.

Es gibt mit dem Slowenen Jan Urbas einen weiteren Probespieler beim EHC. Auch er ist Stürmer, auch er kämpft um einen Vertrag über das ganze Jahr. Wie gehen Sie mit der Rivalität um?

Fretter: Ich sehe ihn nicht als Rivalen. Wir haben zeitweise in der gleichen Reihe gespielt. Da ist es besser, sich gegenseitig zu helfen anstatt sich zu schneiden. Und wir waren zuletzt auswärts auch Zimmerpartner. Da wäre es alles andere als gut, sich wie Gegner zu behandeln. (lacht)

Wo sind Sie derzeit in München untergebracht?

Fretter: In einem Hotel. Für die Ernährung ist das nicht immer das Beste. (lacht) Aber wenn ich einen Vertrag hier in München bekomme, kriege ich auch eine eigene Wohnung. Das ist mein Ziel. Dann kann ich auch wieder selbst kochen.

Damit das klappt, müssen Sie noch eine Woche Vollgas geben, darunter bei den EHC-Spielen in der Schweiz.

Fretter: Stimmt. Ich werde mein Bestes geben. Aber meine Sicht ist sowieso: Man muss jede Woche Vollgas geben. Nur so verbessert man sich.

Hat man sich mit Ihnen schon unterhalten, was Sie gut machen, was Sie verbessern sollen?

Fretter: Noch nicht bis ins Detail, nein. Die Trainer haben mir Kleinigkeiten gesagt, worauf ich achten soll.

Zum Beispiel?

Fretter: Na ja, zum Beispiel, wie die Systeme genau zu spielen sind.

Das System von Pierre Page basiert darauf, Druck auf den Gegner auszuüben.

Fretter: Genau mein Ding! Mir kommt es entgegen, wenn wir auf das gegnerische Tor drängen. Ich bin Stürmer und versuche, zu scoren.

Apropos: In den bisherigen Tests haben Sie zwei Tore geschossen und eine Vorlage gegeben. Damit sind Sie nach Darren Haydar zusammen mit anderen der bisher zweitbeste Scorer im Kader. Eine gute Empfehlung für eine Vertragsverlängerung.

Fretter: Wenn es geht, würde ich darum wirklich gerne bleiben. Ich finde, wir beim EHC sind eine gute Truppe. Mir gefällt es richtig in Deutschland, und ich weiß, dass ich in der DEL scoren kann. Das habe ich vor zwei Jahren in Iserlohn gezeigt. Das Wichtigste aber bleibt, dass wir als Team Erfolg haben. Mit Haydar zum Beispiel habe ich bereits zusammengespielt. Er ist ein talentierter und schlauer Spieler. Er kann das Spiel richtiggehend lesen. Abseits des Eises ist er ein netter und sehr höflicher Mensch. Ein echter Kanadier. (lacht)

Interview: Martin Wimösterer

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