+
Neville Rautert hat schon mehrere Gehirnerschütterungen einstecken müssen

"Die Zeit heilt alle Wunden. Eigentlich …"

München - Bei der Pleite in Wolfsburg wurde EHC-Stürmer Neville Rautert brutal gefoult. Es könnte das Karriereende zur Folge haben. Darüber sprach die tz mit Manager Christian Winkler.

Eigentlich sollte allgemeine Zufriedenheit herrschen: Der EHC München konnte nach drei Niederlagen in Folge wieder einen Sieg einfahren. Trotzdem war nach dem 4:2 gegen Krefeld an Jubelstimmung nicht zu denken. Denn wie berichtet wurde Top-Stürmer Neville Rautert (28) am Sonntag beim 0:3 in Wolfsburg brutal gefoult, nach Aussage von Teamarzt Robert Kilger könnte dies sogar ein Karriere­ende bedeuten.

Der Grund: Es ist die zweite Gehirnerschütterung innerhalb von zwei Monaten und die vierte innerhalb von zwei Jahren. Trainer Pat Cortina sprach am späten Dienstagabend vom „Schlimmsten, was uns in dieser Saison bisher passiert ist.“

Der Stürmer selbst lief zutiefst betrübt durch die Halle, sein Kopf dröhnte immer noch und er sagte: „Meine Frau, aber auch der Verein, besonders die Trainer und Christian (Winkler, Manager, d.Red.) stehen voll hinter mir und bauen mich auf.“ Die tz sprach mit Manager Christian Winkler.

Herr Winkler, wie kam es zu der Verletzung?

Winkler: Neville ist mit dem Gesicht zur Bande gestanden und wurde von hinten von Blake Sloan gecheckt. Das Fiese an so einem Check ist, dass man damit nicht rechnet. Und dann geht alles zu schnell. Neville ist mit dem Kopf in die Bande geknallt. Das kann auch noch ganz anders ausgehen, wenn das Genick in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ihr Teamarzt spricht davon, dass eine wiederholte Gehirnerschütterung das Karriereende bedeuten kann…

Winkler: Ich bin kein Mediziner, aber wir haben hier nach allem was ich weiß, eindeutig einen Worst Case.

Wie geht man als Manager damit um?

Winkler: Ich habe zuerst ein langes Gespräch mit Neville geführt und ihm eines ganz klar gemacht: Wir werden ihn nicht fallen lassen.

Hat er Zukunftsängste?

Winkler: Er gehört zur EHC Familie. Sollte für ihn persönlich tatsächlich dieser Worst Case eintreffen, dann werden wir ihn hier im Verein schon unterbringen. Er braucht sich keine Zukunftsängste machen. Genau das habe ich ihm gesagt. Für mich steht die Gesundheit des Spielers im Vordergrund, ich will ja, dass dieser Mensch auch nach seiner Karriere vernünftig arbeiten kann und keine Langzeitschäden erleidet.

Was hatten Sie für einen Eindruck von ihm?

Winkler: Es hat sich klar gezeigt, dass ihm dieses Gespräch gut getan hat. Klar geht der dann nicht raus und jubelt, aber es war schon zu sehen, dass es ihm gutgetan hat, dass wir ihm erklärt haben, dass wir zu hundert Prozent zu ihm stehen.

Eine Frage die gestellt werden muss: Sehen Sie sich nach Ersatz um? Neville Rautert ist nicht irgendein 13.Stürmer den man leicht ersetzen kann…

Winkler: Momentan besteht dazu keine Veranlassung. Wir haben einen tiefen Kader, zudem kommen immer wieder Förderlizenzspieler. So wie gegen Krefeld Marius Möchel aus Rosenheim. Der hat seine Sache ausgezeichnet gemacht.

Glauben Sie, dass die Fans Neville Rautert diese Saison nochmals im EHC-Trikot auf dem Eis sehen werden?

Winkler: Ich gehe nicht davon aus, dass er nochmals spielen wird. Andererseits soll man niemals nie sagen. Und ein weiterer Spruch lautet bekanntlich: Die Zeit heilt alle Wunden. Eigentlich.

Interview: Patrik Malberg

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EHC unterliegt bei Ehliz-Debüt dem Tabellenletzten - trotz Führungstreffers 62 Sekunden vor dem Ende
Der EHC Red Bull München verliert beim Debüt von Yasin Ehliz überraschend nach Verlängerung beim Tabellenletzten Schwenninger Wild Wings.
EHC unterliegt bei Ehliz-Debüt dem Tabellenletzten - trotz Führungstreffers 62 Sekunden vor dem Ende
Red Bulls zurück im Liga-Alltag – Ehliz gibt sein Debüt
Die Deutschland-Cup-Pause ist rum. Der EHC Red Bull München startet am Donnerstag wieder in den Liga-Alltag. Für Neuzugang Yasin Ehliz ist es das Debüt im Dress der …
Red Bulls zurück im Liga-Alltag – Ehliz gibt sein Debüt
Neue Arena im Olympiapark: So könnte die neue Heimat von EHC und Bayern-Basketballer aussehen
Die beiden Final-Entwürfe, wie die neue Arena im Olympiapark, die ab 2021 neue Heimat des EHC Red Bull München und des FC Bayern Basketball werden soll, stehen fest.
Neue Arena im Olympiapark: So könnte die neue Heimat von EHC und Bayern-Basketballer aussehen

Kommentare