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Matt Stajan.

Neuer Topstar für die Red Bulls kommt aus Kanada

Neu-EHC-Star Stajan: „Ich hatte nie einen Plan B“

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Matt Stajan kommt mit der Empfehlung von über 1000 NHL-Spielen nach München. Die tz* hat ihn zum Interview getroffen.

München - Als der EHC Red Bull München vor knapp zwei Wochen die Verpflichtung von Matt Stajan offiziell bekannt gab, dürften viele Fans kurz gejubelt haben – der 34-jährige Kanadier ist ein echter NHL-Star mit 1020 Spielen auf dem Konto. Wo immer der Stürmer anheuerte, er wurde schnell zum Fan-Liebling, überzeugte mit Einsatz und Teamspirit. „Mir geht es nicht um persönliche Statistiken“, erklärt Stajan der tz. „Der Erfolg der Mannschaft steht bei mir immer an Nummer eins.“ Die neue Nummer 18 der Red Bulls weiß, worum es für seinen Verein ab Freitag (19.30 Uhr gegen Berlin) geht: „Wir haben die Möglichkeit, etwas Historisches zu schaffen und den Titel ein viertes Mal in Folge zu holen.“

Erste Station in Europa

München ist Stajans erste Station in Europa. Als sein Vertrag bei den Calgary Flames nach der vergangenen Saison nicht verlängert wurde, besprachen der 34-Jährige und seine Frau Katie die Möglichkeiten. „Es war immer unser Traum, einmal in Europa zu leben. Als es die Option gab, nach München zu gehen, hat es nicht lange gedauert, bis alles fix war. Ich freue mich auf alles, was auf uns wartet.“

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EHC-Profi Matt Stajan mit TZ-Redakteurin Lena Müller.

Gemeinsam mit seiner Frau Katie und den Söhnen Elliot (drei Jahre) und Dylan (sieben Wochen) ging es in die neue Heimat. „Wir haben sofort ein Apartment in Schwabing gefunden und sind begeistert. Es gibt so viel zu entdecken.“ Der Münchner Neuzugang freut sich zudem auf die neue Herausforderung. „Ich bin bereit, Neues dazuzulernen und mein Spiel anzupassen. Es ist ein Irrglaube, dass alles in der DEL einfacher ist. Wenn man so denkt, kann man nur verlieren. Ich werde alles dafür tun, meine Aufgaben zu erfüllen.“

Mit vier Jahren zum ersten Mal auf dem Eis

Stajans Leidenschaft für den Sport wurde früh geweckt. Im Alter von vier Jahren stand der Stürmer zum ersten Mal auf dem Eis. „In Kanada ist das normal“, lacht Stajan. „Meine Eltern haben mich unterstützt, und ich wurde immer besser. Ich durchlief mehrere Jugendauswahlen, und plötzlich hat es geklappt. Der Sprung in die NHL war das Größte für mich.“ Stajan wurde 2002 in der zweiten Runde an 57. Position von den Toronto Maple Leafs ausgewählt. Was er machen würde, wenn es nicht zum Eishockeyprofi gereicht hätte? „Ganz ehrlich?“, antwortet der EHC-Profi. „Ich weiß es nicht. Ich habe nie darüber nachgedacht. Es gab für mich keine Alternative, keinen Plan B. Vielleicht war das das Geheimnis, warum es geklappt hat.“

Wenn seine Söhne einmal in seine Fußstapfen treten wollen, will Stajan sie so unterstützen, wie seine Eltern es bei ihm getan haben. „Kinder sind das größte Geschenk. Ich will der beste Vater sein, der ich sein kann.“ Er und seine Ehefrau Katie mussten das Schlimmste erleben, das Eltern geschehen kann. 2014 verloren sie ihren ersten Sohn Emmerson kurz nach dessen Geburt. Stajan zog sich zwei Wochen zurück, widmete danach sein erstes Tor seinem verstorbenen Sohn. Den Puck hat er noch heute. Mittlerweile helfen die Stajans betroffenen Eltern bei der Trauerbewältigung. „Dieser Schicksalsschlag hat mich noch einmal verändert. Das sind die Momente, in denen dir das Leben aufzeigt, was wirklich wichtig ist und worum es wirklich geht“, sagt Stajan.

Lena Meyer

*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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