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Der aktuelle Hinterstocker der DEL: Martin, 23, München (rechts)

Der fünfte Hinterstocker, der dritte Martin

Wohlgefühl beim EHC München

München – Das Jahr 2012 ist mit zwei Niederlagen unerfreulich ausgeklungen für den EHC München, heute erfolgt mit dem Heimspiel gegen die Adler Mannheim (Olympia-Eishalle, 19.30 Uhr) der Einstieg in 2013.

Zielsetzung: mindestens Platz zehn in der DEL, Teilnahme an den Pre-Playoffs.

Als aktuell Neunter steht der EHC besser da, als die Umstände zu Saison-Beginn (lange Ungewissheit über die Zukunft, Straffung des Budgets) es hatten erwarten lassen. Die gute Position verdanken die Münchner sicher den beiden nach ihrem Weihnachtsurlaub ins Team zurückkehrenden NHL-Gaststars Blake Wheeler und Paul Stastny – doch auch so mancher reguläre Neuzugang liegt über den Erwartungen. Vor allem Stürmer Martin Hinterstocker.

Den 23-Jährigen hatte Manager Christian Winkler von der Düsseldorfer EG geholt und für diese Verpflichtung Kritik aus den eigenen Fan-Reihen bekommen: „Da sagten manche voraus, dass der Martl bei uns keinen einzigen Skorerpunkt machen wird.“ In fünf Jahren in der DEL hatte Hinterstocker nur drei Tore geschossen und 18 Vorlagen gegeben – für einen Stürmer nicht die Bilanz, die er in die Bewerbung schreiben möchte.

Doch in München gehört Martin Hinterstocker zu den produktivsten Akteuren: 32 Spiele, sechs Tore, neun Assists, macht 15 Punkte – gut. Und die Erklärung dafür, warum es so gekommen ist, hört sich einfach an. „In München habe ich eine andere Rolle, mit mehr Eiszeit und mehr Vertrauen.“ Zwar sagt Martin Hinterstocker, dass er in den fünf Düsseldorfer Jahren an seiner DEL-Tauglichkeit nicht grundlegend gezweifelt habe – doch nun hat er sie bestätigt bekommen. Sein Vereinstrainer Pat Cortina ist auch der Bundestrainer, kurz vor Weihnachten hat er den Außenstürmer Hinterstocker zum Nationalspieler gemacht. Womit dieser der dritte in seiner Familie ist, der es zu Länderspielehren gebracht hat.

Die Hinterstockers sind nämlich ein Eishockey-Clan, der auch Statistik-Datenbanken vor knifflige Aufgaben stellt. Vor allem in der Kategorie Martin: Es gibt drei. Neben dem jetzt in München aktiven noch den Cousin Martin und den Onkel Martin. Und es gibt den Hermann (Vater) und den Benjamin (noch ein Cousin).

Um das zu ordnen: In den 70er-Jahren waren die Brüder Martin und Hermann feste Größen im deutschen Eishockey. Martin senior erzielte in einer Bundesliga-Saison für den legendären Schlittschuh-Club mal 78 Tore. „Unvorstellbar heute“, sagt dazu sein Neffe Martin (der vom EHC), „es ist jetzt schon viel, wenn einer 30 Tore in einem Jahr schießt“. Der EHC-Martin ist aber nicht der Sohn vom Viele-Tore-Martin, sondern vom Hermann. „Mein Papa“, erzählt er, „hat 75 Länderspiele, musste aber wegen einer schweren Schulterverletzung früh aufhören.“ Schon mit 28 Jahren war die Karriere von Hermann Hinterstocker beendet. „Er hatte“, so Martin junior, „dann wenig mit Eishockey zu tun. Aber für mich ist er die wichtigste Person, der Ratgeber.“ Mehr als Onkel Martin, der hin und wieder eine Mannschaft trainiert, aber in Garmisch-Partenkirchen ein wenig ab vom Schuss ist.

Martin senior hat zwei Söhne: Benjamin, 33, der es in die Spitzenteams Hamburg und Berlin schaffte (bis 2007), und Martin junior, inzwischen 29, und nach den DEL-Hauptstationen Hamburg und Ingolstadt und einem Ausklangjahr in Bad Tölz (2010/11) nicht mehr aktiv. Nationalspieler wurden sie beide nicht.

Martin Hinterstocker, der Neffe vom Martin senior und Cousin vom Martin junior, fühlt sich beim EHC München, gut aufgehoben. Er ist gebürtiger Münchner („In den Statistiken steht immer Garmisch, aber das ist falsch“), und er hat es nicht weit nach Fischbachau, von wo er herkommt („Ich bin ein heimatverbundener Mensch“).

Aus dem Rundum-Wohlgefühl sollen noch viele weitere Treffer resultieren, denn auch wenn seine Statistik der ersten fünf DEL-Saisonen es nicht erahnen lässt: „Eigentlich bin ich ein Torjäger.“ Im Endjahrgang der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) war er beste Torschütze weit und breit. Echt Martin-Hinterstocker(senior)-mäßig.

Günter Klein

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