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Franz Jüttner in seinem Club, dem 8seasons

Zusammenbruch nach Eishockey-Training

Das Herz! Party-König Franz Jüttner ist tot

München - Schock für die Münchner Partyszene und den EHC. Im Alter von 51 Jahren ist Franz Jüttner gestorben. Der ehemalige P1-Chef brach nach dem Eishockey-Training in der Kabine zusammen.

Seine Prophezeiung: Sie hat sich viel zu früh erfüllt. Franz Jüttner hat immer gesagt: „Wenn ich einmal sterben muss, dann bitte beim Eishockey.“ Jetzt ist Jüttner – Ex-Eishockey-Profi, Ex-P1-Chef und 8seasons-Boss – tot. Im Alter von nur 51 Jahren brach er am Montagabend nach dem Eishockey-Training zusammen. Das Herz versagte seinen Dienst. Witwe Nicole (42) kann die schlimme Nachricht noch gar nicht fassen. Sie sagt: „Dem Franz ging es doch gut. Er hatte zwar zwei Herz-Operationen hinter sich, war aber jetzt wieder gut drauf. Und er war beim Eishockey ganz vorsichtig, nie draufgängerisch.“

So auch am Montagabend. Da trainierte Jüttner – wie so oft – mit den alten Herren des EV Landshut. Es ist eine Hobby-Mannschaft, in der Ex-Profis weiter ihrer Leidenschaft nachgehen.

Nach der Einheit der Schock in der Kabine: Jüttner telefoniert mit einem Spezl – und bricht mitten im Satz zusammen! Die Kameraden versuchen zu helfen. Fünf Minuten später ist auch der Notarzt da, Jüttner kommt ins Krankenhaus Landshut-Achdorf. Zwei Stunden lang dauern die Wiederbelebungsversuche – vergeblich. Franz Jüttners Herz will nicht mehr schlagen.

Damit hat das Münchner Eishockey genau wie das Münchner Nachtleben einen prägenden Mann verloren. Jüttner hatte nach seiner Karriere als Verteidiger (unter anderen beim EC Hedos und dem ESC München) den EHC 98 mitbegründet – jenen Club, aus dem später der EHC und nun der EHC Red Bull München wurde.

In der Münchner Party-Szene hat sich Jüttner unter anderem in der Edel-Disco P1 einen Namen gemacht – als Partner von Michael Käfer (siehe unten).

Franz Jüttner, der Party-König. Franz Jüttner, der Eishockey-Liebhaber. Aber vor allem: Franz Jüttner, der gute Kumpel. Nicht nur einmal haben wir am Dienstag den Satz gehört: „Der Franz war immer da, wenn man ihn gebraucht hat.“ Jetzt hinterlässt er eine schmerzliche Lücke, vor allem für Nicole und die beiden Kinder Stefanie (19) und Lucas (14). Nicole Jüttner kann sich nur damit trösten, dass ihr Mann glücklich war, als er starb: „Franz hat das Eishockey geliebt, das war sein Leben.“

Michael Käfer ist erschüttert

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht vom Tod Franz Jüttners unter Kollegen und Mitarbeitern. Fassungslos reagierte Michael Käfer, in dessen P1 Jüttner vor 20 Jahren seine Karriere jenseits des Sports begann.

Feinkost-König Micael Käfer (l.) und Franz Jüttner waren Geschäftspartner. Das Foto entstand bei einer Feier in der P1-Lounge

„Ich bin erschüttert und weiß schon jetzt, dass etwas fehlt: ein Mensch, den ich wahnsinnig gern gehabt hatte.“ In Käfers P1 begann der 51-Jährige Anfang der 90er-Jahre seine Karriere in der Gastronomie. „Er ist mir als Stammgast aufgefallen, weil er damals noch Eishockey-Profi war und nebenbei Jura studierte“, erinnert sich der Feinkost-Papst. „Er war ein grundanständiger, liebenswerter und normaler Typ. Wir suchten jemanden im P1, der uns tagsüber entlastete, und Franz hat das für und fantastisch gemacht.“ Schnell wurde Jüttner Geschäftsführer, 2003 trennten sich die beruflichen Wege. Franz Jüttner eröffnete zusammen mit Tom Kriegenherdt und Michael Kern am Max-Joseph-Platz das 8Seasons. Aus acht Jahreszeiten wurden fast sieben Jahre. 2009 zogen Jüttner und Kriegenherdt mit ihrem 8Seasons weiter in die ehemalige Isarpost an der Sonnenstraße. Erst vor kurzem hat er erzählt, dass er sich mit dem Vermieter über eine Verlängerung des Mietvertrages über das Jahresende hinaus verständigt hat.

Norbert Schmitz, einst Türsteher im 8Seasons: „Es tut mit unendlich leid, ich denke vor allem auch an seine Frau Nicole und die Kinder.“

Martin Wimösterer, Uli Heichele, T. Osswald

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