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Domink Kahun (mitte). 

Wieder ein gutes Spiel des Deutschen

Nach Assist-Premiere nun auch Tor-Debüt: Kahun trifft zum ersten Mal, Chicago verliert dennoch

Tobias Rieder, Leon Draisaitl und Dominik Kahun verloren ihre Partien in der NHL. Doch Kahun konnte eine weitere Premiere feiern. Der Ex-Münchner erzielte sein erstes Tor. 

Boston - Die Eishockey-Nationalspieler Leon Draisaitl und Tobias Rieder haben mit den Edmonton Oilers in der nordamerikanischen Profi-Liga NHL eine weitere Niederlage kassiert. Die Kanadier verloren am Donnerstag (Ortszeit) auswärts bei den Boston Bruins 1:4 (1:3, 0:0, 0:1). Obwohl Kapitän Connor McDavid (4. Minute) die Gäste in Führung bringen konnte, setzte es am Ende die zweite Pleite im zweiten Saisonspiel für die Oilers. David Pastrnák (10.), Brad Marchand (15.), Joakim Nordström (16.) und Patrice Bergeron (60.) erzielten die Treffer aufseiten der Bruins.

Domink Kahun: Erstes Tor in der NHL-Karriere

Olympia-Held Dominik Kahun hat sein erstes Tor in der NHL erzielt - und was für ein schönes! Es passt in die bisher so starken Leistungen des ehemaligen Münchners.

Dominik Kahun breitete die Arme aus, er schrie ein kurzes "Wow!" heraus und wurde dann von den heranstürmenden Teamkollegen an die Bande gedrückt. Sein allererstes Tor in der NHL wird der deutsche Eishockey-Nationalspieler wohl nie vergessen, denn es war obendrein ein wunderschönes. "Alle Emotionen sind aus mir raus. Ich war sicher der glücklichste Mann auf dem Eis", sagte der Stürmer der Chicago Blackhawks nach seinem Premierentreffer beim 3:4 nach Verlängerung bei Minnesota Wild.

Das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 passte perfekt zu den bisher so starken Auftritten des NHL-Rookies: frech und gekonnt. Nach einem traumhaften Rückhandpass von Kapitän Jonathan Toews wuchtete der Olympia-Held den Puck mit großer Kraft und Präzision unter die Latte. "Ich denke, ich habe ihn ganz gut getroffen", sagte Kahun bescheiden.

Domink Kahun: „Ich bin sehr aufgeregt wegen des Tores“

So unbekümmert der 23-Jährige auf dem Eis auch agiert, ohne Schlittschuhe an den Füßen und Helm auf dem Kopf ist er in der großen Welt der NHL noch etwas schüchtern unterwegs. Von Journalisten auf seinen Treffer angesprochen, strich sich der frühere Münchner zuerst verlegen den Scheitel nach rechts, um dann mit scheuem Blick nach unten zu antworten: "Ich bin sehr aufgeregt wegen des Tores, aber es war wirklich eine schmerzvolle Niederlage."

Zum zweiten Mal in Folge mussten die Blackhawks in der Verlängerung als Verlierer vom Eis, davor hatten sie zweimal in der Overtime das Glück auf ihrer Seite gehabt. Noch weiß niemand in Chicago, wohin die Reise geht, aber bei Kahun sind sich alle sicher: Die Verpflichtung des schnellen und trickreichen Deutschen war eine gute Entscheidung. Kahun erzielte nicht nur drei Scorerpunkte in den ersten vier Spielen, er versteht sich auch in Chicagos Top-Sturmreihe fast schon blind mit Toews und Alex DeBrincat.

Kapitän Toews zu Domink Kahun: „Er hat alles, was es braucht und dazu die nötige Spielintelligenz“

"Ich genieße es, mit den beiden zusammenzuspielen", sagt Kahun. Der Name seines Sturmpartners sei ihm zuvor überhaupt kein Begriff gewesen, gab Kapitän Toews zu. Aber auch der zweimalige Olympiasieger ist von Kahun beeindruckt: "Er hat alles, was es braucht und dazu die nötige Spielintelligenz."

Früher waren die Scouts in der NHL der Meinung, Kahun sei mit seinen 1,78 m und 79 kg nicht robust genug für den Wettstreit mit den besten Spielern der Welt. Doch aus seinem vermeintlichen Nachteil macht Kahun einen Vorteil. "Er ist ziemlich klein. Aber er ist sehr schnell, sehr flink und spielt Pässe wie kein anderer", sagt Bundestrainer Marco Sturm.

Seine Qualitäten waren vor allem beim Silber-Coup in Pyeongchang zu bewundern, national hatte der gebürtige Tscheche Red Bull München zwischen 2016 und 2018 dreimal in Folge zum Titel geführt. Wenn die Zeit es zulässt, schaut sich Kahun noch immer die DEL-Spiele seines Ex-Klubs an. "Es ist schwierig, weg von München und der Familie zu sein", gibt er zu.

Das Einleben in Chicago erleichtert, dass er seit Montag nicht mehr im Hotel wohnt, sondern eine eigene Wohnung bezogen hat. Den Mietvertrag konnte Kahun ruhigen Gewissens unterschreiben, denn eine Rückstufung in die AHL ist höchst unwahrscheinlich. "Ich genieße es, aber es geht hier sehr schnell, dann ist man wieder weg", sagt Kahun: "Deshalb arbeite ich jeden Tag sehr hart."

dpa/SID

Eishockey-Nationalspieler Dominik Kahun verlässt die Chicago Blackhawks nach einem Jahr. Der Klub aus Illinois transferierte den DEB-Star zu einem anderen NHL-Team.

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