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Die EHC-Akteure Steve Pinizzotto (l.) und Jon Matsumoto spielen ihre letzte Saison in München.

Keine neuen Verträge für Duo

Pinizzotto und Matsumoto müssen den EHC München verlassen

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Beim Deutschen Meister EHC München deutet sich in der nächsten Saison eine Verjüngung an. Trainer Don Jackson sagte nach der 1:4-Niederlage gegen Augsburg: Wer nicht siegt, muss eben lernen.

München – Der Held des Abends nuckelte an einer Flasche mit Kakao. Mehr ging nicht – in seinem Zustand: Die rechte Backe ballonartig gewölbt. Zwei Tage zuvor hatte bei Drew Leblanc, dem Mittelstürmer der Augsburger Panther, der Puck eingeschlagen und im Mundraum Verwüstungen angerichtet. „Ich bin jetzt auf einer ,soft-food-diet’. Suppe statt Steak“, erläuterte der US-Amerikaner, der die Leitfigur beim 4:1 (0:0, 0:1, 4:0)-Sieg Augsburgs über den EHC München gewesen war. „Ich habe Drew den ganzen Tag über gefragt: ,Hast du Kopfweh? Geht’s dir auch wirklich gut?’ Doch er wollte spielen“, so Panther-Trainer Mike Stewart. Und wie Leblanc spielte: „24 Minuten lang, für einen Stürmer ein Wahnsinn“, sagte der Coach. Die Tracking-Daten ergaben, dass der Mittelstürmer in seiner Einsatzzeit 6,4 Kilometer zurücklegte – das wären an die 110 Mal die Eisfläche komplett rauf und runter.

„Jedes Spiel, das wir noch haben“, erklärt Leblanc, „ist wie ein Spiel um unser Leben“. Augsburg, kürzlich noch zehn Punkte vom zehnten Platz entfernt, ist – das war der Stand am Dienstagabend – auf sieben Punkte zum Vierten nahe gerückt; die DEL spielt ziemlich verrückt in diesem Jahr. Es herrscht drangvolle Enge zwischen den Rängen vier und zwölf.

Nach der Partie traf sich Leblanc mit dicker Wange, Kakao-Drink, halb noch in Ausrüstung und die Füße in Adiletten vor der Kabine mit Gary Seigo. Der ist sein Manager, einer der führenden Agenten, der Nordamerikaner nach Europa bringt. Zuvor unterhielt Seigo sich mit zwei weiteren seiner Klienten: mit den Münchnern Steve Pinizzotto und Jon Matsumoto.

Es waren längere und ernsthafte Gespräche – in denen es um die Zukunft der Spieler geht. In München wird sie nicht liegen, der EHC hat nach Informationen unserer Zeitung beiden mitgeteilt, dass er ihnen keine neuen Verträge geben würde. Pinizzotto, erklärter Liebling der Fans, spielt von seinen statistischen Werten eine ansprechende Saison (25 Scorerpunkte in 32 Partien), ist aber bereits 34 Jahre alt und disziplinarisch unberechenbar (was allerdings mit ein Grund für seine Popularität ist). Matsumoto, 31, ist ein richtig guter Eishockeyspieler, schwimmt im Münchner Starensemble aber halt nur so mit. Das EHC-Team soll außerdem jünger werden.

Haben sich zwei Augsburger ins Münchner Visier befördert?

Dass auch Drew Leblanc, 28, zur Kundschaft von Gary Seigo zählt, mit dem das EHC-Management in Kontakt steht, dürfte die Gerüchte fördern, dass München sich um den Augsburger Angreifer bemühe – und gleich noch um dessen (derzeit verletzten) Kompagnon Trevor Parkes, 26. Leblanc weicht aus, sagt nur, „dass ich mich in Augsburg wohlfühle, weiter unter Stewi (also Trainer Stewart, d. Red.) spielen will. Aber eigentlich denke ich nur ans nächste Spiel.“

Das ist für die Panther schon am Donnerstag, bei der München-Filiale in Schwenningen. Idealerweise werden sie sich tragen lassen vom Verlauf des Derbys, in dem sie bei den Spielzeiten 54:07, 55:06, 55:38 und 57:27 ihre Tore schossen. Ekstatischer Jubel im Curt-Frenzel-Stadion, einer der ausgelassen Feiernden: Fußballprofi Martin Hinteregger vom FC Augsburg – im Trikot des Panthers Jaroslav Hafenrichter.

Der EHC brach binnen Minuten auseinander. Trainer Don Jackson kritisierte entgegen seinen Grundsätzen einzelne Spieler: Keith Aucoin für einen Scheibenverlust, Patrick Hager und Mads Christensen für unnötige Fouls. „Entweder gewinnst du – oder du lernst“, sagt er. Die Lektion: „Nichts als garantiert ansehen, diszipliniert bleiben!“ Ob das ankommt – zu sehen am Freitag (19.30 Uhr): Heimspiel gegen Köln.

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